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23.03.2012

09:38 Uhr

Baustoffhändler

BayWa will im Getreidemarkt mitmischen

Agrar- und Baustoffhändler BayWa zählt nach dem jüngsten Zukauf zu den bedeutendsten Apfelhändlern der Welt. Auch auf dem Getreidemarkt wollen die Münchner zu den Großen zählen und stellen sich breiter auf.

Ein Einkaufswagen des BayWa Bau- und Gartenmarktes in Poing bei München. dpa

Ein Einkaufswagen des BayWa Bau- und Gartenmarktes in Poing bei München.

DüsseldorfDer Agrar- und Baustoffhändler BayWa plant nach dem Kauf eines neuseeländischen Obsthändlers Übernahmen im Getreidehandel. BayWa müsse größer werden und sich internationaler aufstellen, um nicht unter die Räder zu kommen, sagte Unternehmenschef Klaus Josef Lutz auch mit Blick auf den bevorstehenden Zusammenschluss der Rohstoffhändler Glencore mit Xstrata im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagausgabe). Die Agrarmärkte würden weltweit noch wesentlich mehr an Bedeutung gewinnen.

„Wir wollen zukaufen im Getreidehandel und haben schon einige interessante Adressen im Blick“, sagte Lutz. „Wir arbeiten an einer konkreten Option. Wir müssen mehr wachsen, sonst können wir von anderen Wettbewerbern womöglich zu stark unter Druck geraten. Dafür brauchen wir eine breitere, internationale Basis als Getreidehändler.“ Der weltweite Getreidehandel sortiert sich derzeit neu. Kurz nach der Übernahme des kanadischen Branchenführers Viterra durch Glencore haben Rivalen das nächste Ziel ins Visier genommen. Um den US-Getreide- und Energiehändler Gavilon ist Kreisen zufolge ein regelrechtes Bieterrennen entbrannt. Verschiedene asiatische Firmen, darunter die Händler Mitsui, Marubeni und Noble Group seien an der Firma interessiert, hatten mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. Die Gebote könnten sich auf fünf Milliarden Dollar belaufen. Die Übernahme von Gavilon würde den Asiaten zu einer enormen Präsenz in den USA verhelfen.

BayWa übernahm erst jüngst den neuseeländischen Obsthändler Turners & Growers. Damit wolle BayWa „zu einem der bedeutendsten Apfelhändler der Welt werden“, sagte Lutz. Gerade in Asien sei der Bedarf an Obst groß. Der Umsatzanteil betrage derzeit 130 Millionen Euro, nun kämen 350 Millionen Euro hinzu.

Was die Getreidepreise angehe, so müsse BayWa immer kurzfristiger denken, sagte Lutz. Preisschwankungen nähmen immer größere Ausmaße an. „Wir denken längst nicht mehr in Quartalen, sondern in Tagen. Ging der Getreidepreis früher in Monaten mal um zehn Prozent nach oben oder unten, dann das heute in Minuten passieren.“ Die Preise für viele Agrarrohstoffe sind seit Anfang 2010 kräftig gestiegen.

Von

rtr

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