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02.01.2015

06:43 Uhr

BDL-Chef Siegloch

„Der Luftverkehr wird politisch gebremst“

Die Luftfahrtbranche fordert mehr Fördermittel von der Politik. BDL-Chef Siegloch kritisierte in einem Interview, dass die Gewinnmarge zu niedrig liege – und verlangt die Abschaffung der Luftverkehrssteuer.

Die Luftfahrt wünscht sich mehr Förderung seitens der Politik. dpa

Die Luftfahrt wünscht sich mehr Förderung seitens der Politik.

Berlin/SaarbrückenDie deutsche Luftfahrtbranche klagt über eine aus ihrer Sicht zu geringe Förderung und unfaire Behandlung durch die Bundesregierung. „In Europa, aber auch in Deutschland wird der Luftverkehr politisch gebremst“, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Klaus-Peter Siegloch, der „Saarbrücker Zeitung“ (Freitagsausgabe). Die deutsche Luftfahrtbranche wachse nicht in dem Maße wie der globale Luftverkehr, die Gewinnmarge liege hierzulande lediglich bei 1,1 Prozent.

Die große Koalition müsse „mindestens das umsetzen, was sie im Koalitionsvertrag versprochen hat, nämlich dass sie die Wettbewerbssituation für die deutschen Fluggesellschaften verbessert“. Siegloch geht sogar noch einen Schritt weiter. In dem Gespräch fordert er die Bundesregierung auf, die Luftverkehrssteuer abzuschaffen. Die Luftverkehrssteuer gilt seit Anfang 2011. Sie beträgt je nach Entfernung einschließlich Mehrwertsteuer 8,93 bis 50,19 Euro je Flugticket. Die Abgabe soll jährlich insgesamt eine Milliarde Euro pro Jahr bringen, zahlen müssen die Fluggesellschaften.

Das sind die größten Airlines der Welt

Platz 10

Air China ist die zweitgrößte Fluggesellschaft der Volksrepublik – und die einzige zivile Linie, der es erlaubt ist, die chinesische Nationalflagge auf ihren Flugzeugen anzubringen.
Passagiere 2014: 54,58 Millionen

Platz 9

Die Lufthansa ist die größte deutsche Fluggesellschaft und befördert den Großteil ihrer Passagiere auf internationalen Flügen.
Passagiere 2014: 59,85 Millionen

Platz 8

Easyjet aus Großbritannien ist nach Ryanair die zweitgrößte Billigfluggesellschaft der Welt.
Passagiere 2014: 62,31 Millionen

Platz 7

China Eastern Airlines hat seine Basis in Shanghai, fliegt trotz des Namens nicht nur Ziele im Osten des Landes an, sondern ist sowohl in ganz China als auch internationale unterwegs.
Passagiere 2014: 66,17 Millionen

Platz 6

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair liegt im weltweiten Ranking auf Platz 6, in Europa ist aber keine Airline größer als das Unternehmen aus Dublin. Interessant: Ryanair bietet ausschließlich internationale Flüge an.
Passagiere 2014: 86,37 Millionen

Platz 5

American Airlines mit Sitz in Texas ist eine der ältesten Fluglinien der Welt, sie wurde bereits 1930 gegründet.
Passagiere 2014: 87,83 Millionen

Platz 4

Noch ein wenig älter ist United Airlines, ebenfalls aus den USA. Die Unternehmensgeschichte geht bis ins Jahr 1926 zurück.
Passagiere 2014: 90,44 Millionen

Platz 3

China Southern Airlines ist die größte Fluggesellschaft Asiens. Den Großteil ihrer Passagiere befördert die Airline auf Flügen innerhalb Chinas.
Passagiere 2014: 100,68 Millionen

Platz 2

Southwest Airlines aus den USA ist eine Billigfluggesellschaft mit Sitz in Dallas. 1967 gegründet, ist das Unternehmen Pionier des Billigflugsegments. Sie bietet fast ausschließlich Flüge innerhalb der USA an.
Passagiere 2014: 129,09 Millionen

Platz 1

Delta Air Lines gehört zu den drei verbliebenen traditionsreichen Linienfluggesellschaften in den USA. Ganz knapp verweist das Unternehmen die Southwest Airlines auf Rang zwei.
Passagiere 2014: 129,43 Millionen

Quelle: IATA

Die Unternehmen sorgten sich um Themen wie die Luftverkehrssteuer oder die Betriebszeiten der Airports. „Wir wollen keine Ausweitung, aber wir wollen, dass die Nachtflugmöglichkeiten da, wo es sie gibt, erhalten bleiben“, forderte Siegloch. Zusätzliche Belastungen etwa aus einer Einbeziehung der europäischen Luftfahrt in den Handel mit Emissionszertifikaten dürfe es nicht geben. Stattdessen sei ein ausgewogener, „weltweiter Klimaschutzbeitrag“ der Branche nötig.

Global gesehen kann die Luftverkehrsindustrie nach Einschätzung des internationalen Airline-Verbands IATA mit weiterem kräftigen Wachstum rechnen. Er erwartet, dass die Gewinne der Fluggesellschaften 2015 um mehr als ein Viertel auf 25 Milliarden US-Dollar (20,5 Milliarden Euro) steigen dürften.

Insbesondere größere europäische Airlines tun sich aber schwer mit Konkurrenz aus dem Nahen Osten und Billiganbietern. So hat etwa das Lufthansa-Management ein umstrittenes Umbauprogramm aufgelegt. Die deutsche Nummer zwei Air Berlin musste zuletzt einen Rekordverlust von mindestens 350 Millionen Euro verkraften.

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