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16.06.2013

14:03 Uhr

Beck's feiert Geburtstag

Bier für die Welt

Ein Prost auf das Geburtstagskind! Vor 140 Jahren eröffnete in Bremen die Beck's-Brauerei. Heute gehört sie zu einem internationalen Konzern – das ist ein Vorteil, trinken die Deutschen doch immer weniger Bier.

Flaschen marsch: Ein großer Teil des Beck's-Produktion wird exportiert. dpa

Flaschen marsch: Ein großer Teil des Beck's-Produktion wird exportiert.

BremenDie Bremer Brauerei Beck & Co. hat Grund zu feiern – nicht nur wegen des 140. Geburtstages Ende Juni: Marktanteil und Ausstoß der Marke steigen. Dabei hilft Beck's die Stellung als eine von drei weltweit vertriebenen Marken des globalen Brauerei-Riesen Anheuser-Busch InBev. Den meisten anderen Brauern in Deutschland dürfte wegen schwacher Umsatzzahlen dagegen nicht zum Anstoßen zumute sein.

2001 wurde der Verkauf von Beck's an InBev (damals Interbrew) bekannt, 3,5 Milliarden D-Mark (das entsprach rund 1,79 Milliarden Euro) zahlten die Belgier für das Bremer Traditionshaus. Dem damaligen Beck's-Chef Dieter Ammer, warfen Kritiker vor, er rolle „Multis“ den Teppich aus.

Im vergangenen Jahr konnte Beck's im Inland um 0,2 Prozent auf 2,755 Millionen Hektoliter zulegen und landete damit in der Hitliste des Getränkemarkt-Magazins „Inside“ auf dem sechsten Platz. Allerdings hat das Bier mit dem Schlüssel auf dem Etikett unter den deutschen Bieren traditionell die höchste Exportquote.

Am 27. Juni 1873 gründeten die Braumeister Lüder Rutenberg und Heinrich Beck zusammen mit dem Kaufmann Thomas May die Kaiserbrauerei Beck & May o.H.G. Sie konzentrierten sich früh auf den Export. Um das Bier für die lange Reise in ferne Länder haltbar zu machen, setzte die Brauerei auf Pasteurisierung und ersetzte Holzfässer durch Stahl.

Die größten Bierbrauer weltweit

Platz 10

BGI / Groupe Castel (Frankreich)

Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks. Insbesondere in Afrika sind die Franzosen mit ihren Marken Castel und Flag gut aufgestellt.

Ausstoß (Mio. hl): 29,8

*Quelle: Barth-Haas Group/Statista, alle Zahlen für 2015

Platz 9

Kirin (Japan)

Die Japaner haben durchaus Sinn für ausgefallene Bierkreationen, entwarfen vor wenigen Jahren ein Frozen Beer. Obwohl die Brauerei, die zum Industriekonglomerat Mitsubishi gehört, ihre Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt vor zehn Jahren an Asahi abtreten musste, ist sie global führend.

Ausstoß (Mio. hl): 43,1

Platz 8

Beijing Yanjing Beer Company (China)

Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

Ausstoß (Mio. hl): 48,3

Platz 7

Molson-Coors (USA/Kanada)

Die Erfinder des Dosenbiers sind auch international längst eine Größe. 2012 übernahm das Unternehmen die tschechische Brauereigruppe StarBev, zu der auch Staropramen gehört. Dadurch gehören die Amerikaner vor allem in Osteuropa zu den führenden Brauern.

Ausstoß (Mio. hl): 58,1

Platz 6

Tsingtao Brewery (China)

Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

Ausstoß (Mio. hl): 70,5

Platz 5

China Resource Brewery (China)

Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“ für den chinesischen Markt. Und das durchaus erfolgreich. Wächst die Marke weiter wie bisher, dürfte bald im Ranking aufsteigen.

Ausstoß (Mio. hl): 117,4

Platz 4

Carlsberg (Dänemark)

Die Dänen haben sich längst von einer regionalen Marke zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

Ausstoß (Mio. hl): 120,3

Platz 3

Heineken (Niederlande)

Die Welt trinkt Heineken, möchte man meinen. Die Marke hat sich international längst etabliert. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.

Ausstoß (Mio. hl): 188,3

Platz 2

SAB Miller (Vereinigtes Königreich)

Die britische Brauerei ist berühmt-berüchtigt für das „Miller“. Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt.

Ausstoß (Mio. hl): 191,3

Platz 1

Anheuser-Busch Inbev NV/ SA (Belgien)

Der amerikanisch-belgisch-brasilianische Brauriese kann seinen Marktenteil sogar weiter steigern. Mittlerweile stammt jedes fünfte Bier, das weltweit verkauft wird, aus dem Konzern. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's.

Ausstoß (Mio. Hektoliter): 409,9

Ab 1921 wurde Beck's dann nur noch für das Ausland gebraut. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten die Sudkessel in Bremen ab 1948 wieder angeheizt werden. Ein Jahr später gab es Beck's auch auf dem heimischen Markt. Den Sechserträger für Flaschen erfand die Brauerei 1968. Heute werden mehr als die Hälfte der Becks's-Flaschen im Six-Pack verkauft.

Wenn Biertrinker bei Beck's an Grün denken, liegt das nicht nur an der Flaschenfarbe. 1984 startete eine Werbekampagne mit einem Schiff unter grünen Segeln. Jahrelang pflügte später die „Alexander von Humboldt“ zum rauchigen Hans-Hartz-Song „Sail Away“ durch das Werbefernsehen.

Kommentare (1)

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W_Broesel

16.06.2013, 17:42 Uhr

Das die Deutschen immer weniger Bier trinken wundert mich nicht. Hier bei uns in der Gegend(NRW) ist es so, dass man in den meisten Lokalen nur Becks(Flasche oder gezapft) bekommt und eine Alternative dazu(außer Weizenbier), häufig garnicht vorhanden ist, oder noch schlimmer als die Plörre Becks schmeckt. Die Allermeisten stellen sich zudem nicht wie ein "Penner" mit einer, nicht gerade ansehnlichen, braunen Bierflasche in ein Szenelokal. Und mit einem gezapften Bier in einer "Tulpe", sitzt man höchstens im Dorf am Stammtisch. Grünes oder klares Glas in Form einer handlichen Flasche, hat sich da eindeutig durchgesetzt. Der Geschmack ist den meisten dabei egal, nur die Optik zählt.

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