Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.01.2004

08:45 Uhr

Befreiungsschlag für den Handelskonzern

Metro verkauft Verwertungsgesellschaft Divaco

Für Deutschlands führendem Handelskonzern Metro ist ein Befreiungsschlag gelungen. Für den symbolischen Betrag von einem Euro trennt sich der Branchen-Riese im Rahmen eines Management-Buy-out vom Großteil der mit hohen Schulden belasteten Verwertungsgesellschaft Divaco.

HB DÜSSELDORF. Das Ergebnis des Konzerns werde durch den Verzicht auf Forderungen an die Divaco im Geschäftsjahr 2003 mit 250 Mill. € belastet, teilte Metro am Donnerstag in einer Pflichtmeldung mit. Nach Steuern verbleibe eine Belastung von etwa 160 Mill. €. Dieser Belastung stünden aber Einmalerträge aus Beteiligungen und positive Steuereffekte gegenüber. Weitere Bankgarantien an die Divaco in Höhe von 410 Mill. € würden vollständig zurückgeführt. Metro gehe für 2003 weiterhin von einem Zuwachs beim Ergebnis je Aktie (EPS) in Höhe der prognostizierten sechs bis zehn Prozent aus, hob Metro hervor. Bereinigt um diese Einmaleffekte werde beim Ergebnis ein Anstieg je Aktien von zirka zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwartet, erklärte Metro nun. Nach Ablauf des dritten Quartals hatten die Düsseldorfer die Gewinnerwartung leicht erhöht und erklärt, am oberen Ende des bislang erwarteten Korridors anzukommen.

„Mit diesem konsequenten Schritt schließen wir mit der Vergangenheit ab und schärfen unser Profil als international tätiges transparentes und kapitalmarktorientiertes Handelsunternehmen moderner Prägung,“ erklärte Metro-Vorstandschef Hans-Joachim Körber in einer weiteren Pressemitteilung. Durch die Transaktion werde das Risikoprofil der Metro-Gruppe deutlich verbessert, fügte Finanzvorstand Thomas Unger hinzu. Die Trennung von der Divaco habe zudem keinen Einfluss auf die Höhe der Dividende.

Zurück in den Konzern holt Metro indes die bislang bei der Divaco angesiedelten Adler-Bekleidungsmärkte. Dafür bezahle Metro 60 Mill. €, hieß es. Zudem übernimmt Metro Bankverbindlichkeiten von Adler in Höhe von 280 Mill. €. Konsolidiert würden die Adler-Märkte jedoch nicht. Sie würden in der Bilanz als zum Verkauf bestimmtes Vermögen ausgewiesen.

Zuletzt stand die Divaco inklusive der Adler-Märkte mit nur noch einem Euro in der Bilanz der Gruppe. Allerdings lasteten bislang rund 650 Mill. Schulden auf der Gesellschaft. Metro kontrolliert 49 % der Aktien, aber insgesamt 9,5 % der Divaco-Stimmrechte direkt. 50 % der Stimmrechte liegen bei Divaco-Chef Siegfried Kaske. 40,5 % der Stimmrechte liegen bei der Deutschen Bank und beim Versicherungskonzern Gerling.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×