Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.11.2013

13:30 Uhr

Bei Börsengang

Metro nimmt Kurs auf Milliarden-Deal in Russland

Metro könnte im Frühjahr 2014 den Sprung aufs Börsenparkett wagen. Kreisen zufolge erwägt der Handelsriese dabei, sich von rund 25 Prozent seines russischen Großhandelsgeschäfts zu trennen.

Das Logo der Metro-Handelskette auf einem Einkaufswagen in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen): Bewertung der Sparte ist nicht in Stein gemeißelt. dpa

Das Logo der Metro-Handelskette auf einem Einkaufswagen in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen): Bewertung der Sparte ist nicht in Stein gemeißelt.

DüsseldorfDer Handelsriese Metro könnte bereits im Frühjahr Finanzkreisen zufolge mit einem milliardenschweren Börsengang eines Teils seines russischen Großhandelsgeschäfts Kasse machen. Der Düsseldorfer Konzern erwägt, sich über eine Aktienplatzierung von einem Anteil von rund 25 Prozent am Russland-Geschäft zu trennen, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Der Gang auf das Börsenparkett könnte gegen Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals 2014 in London erfolgen. Ein Zweitlisting in Moskau sei möglich. Das gesamte russische Cash & Carry-Geschäft werde derzeit mit mindestens vier Milliarden Euro bewertet - Tendenz steigend, hieß es in den Kreisen. Mit dem frischen Geld neuer Investoren könnte Metro-Chef Olaf Koch das Wachstum des Russland-Geschäfts ankurbeln und als Großaktionär weiter davon profitieren.

Ein Konzern-Sprecher wollte die Angaben nicht kommentieren. Metro hatte am Dienstag Überlegungen bestätigt, „einen Minderheitsanteil“ des russischen Großmarktgeschäfts an den Aktienmarkt zu bringen. Metro-Aktien notierten am Mittag bei einem Jahreshoch von 36,91 Euro.

Metro habe noch keine Banken für den Börsengang mandatiert, hieß es in den Kreisen weiter. Die russische Sberbank und die US-Investmentbank Goldman Sachs bereiteten aber voraussichtlich den Gang aufs Börsenparkett vor.

Metro betreibt rund 70 Cash&Carry-Großmärkte in Russland, der Jahresumsatz lag zuletzt bei rund 4,1 Milliarden Euro. Das Russland-Geschäft rangiert damit hinter dem deutschen Heimatmarkt zusammen mit Frankreich auf dem zweiten Platz der Cash&Carry-Umsatzbringer, die Gesellschaft ist aber die profitabelste im Großmarkt-Reich des Düsseldorfer Konzerns. Barclays-Analysten erwarten für das Russland-Geschäft 2013 ein Ebitda von 480 Millionen Euro, die Bewertung insgesamt könne damit bei bis zu sechs Milliarden Euro liegen. Citi-Analysten sind noch optimistischer und halten sogar sieben Milliarden Euro für möglich - das Russland-Geschäft sei der "Star" im Metro-Reich. Konzern-Chef Koch könne mit dem Börsengang „versteckte Werte“ heben, schreiben Citi-Analysten.

Erst vor 13 Jahren hatte der Handelsriese den Einstieg in Russland beschlossen. Erste Märkte eröffneten danach in der Region um Moskau die Pforten, die Sparte expandierte rasch weiter. Metro war in Russland Branchenbeobachtern zufolge aber langsamer gewachsen als der Gesamtmarkt. Mit neuen Investoren an Bord soll sich dies ändern. In Russland rangiert Metro mit einem Umsatz von rund 4,1 Milliarden Euro auf Platz vier - hinter den Konkurrenten X5, Magnit und der französischen Auchan-Gruppe.

Koch hat nach seinem Amtsantritt vor knapp zwei Jahren damit begonnen, im Konzern aufzuräumen. Vor einem Jahr hatte er den Verkauf weiter Teile des Osteuropa-Geschäfts der Supermarktkette Real an den französischen Konkurrenten Auchan bekannt gegeben. Die Transaktion sei kein Abschied aus Osteuropa, betonte Koch damals. Mit Media Markt und Saturn sowie seinen Großhandelsmärkten wolle Metro dort weiter wachsen. Dies gelte vor allem für Russland. Koch hat noch eine andere Tochter ins Schaufenster gestellt: Der Warenhauskonzern Kaufhof habe langfristig keine Zukunft unter dem Dach der Metro.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×