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17.02.2004

08:11 Uhr

Bei Umsatz und Gewinn konnte Deutschlands größte Agenturgruppe zulegen

BBDO ist für 2004 optimistisch

VonHans-Peter Siebenhaar

Trotz der Rezession auf dem Werbemarkt im vergangenen Jahr hat Deutschlands größter Werbekonzern BBDO eigenen Angaben zufolge sowohl seinen Umsatz als auch seinen Gewinn gesteigert. Das Tochterunternehmen des US- Werbegiganten Omnicom verbuchte 2002 einen Umsatz von gut 2,1 Mrd. Euro.

DÜSSELDORF. Das Honorarvolumen lag bei 316 Mill. Euro. Detaillierte Zahlen zur Umsatz- und Renditeentwicklung 2003 teilte BBDO mit dem Verweis auf die gesetzlichen Vorgaben der New Yorker Konzernmutter nicht mit. Omnicom legt heute seine Jahresbilanz vor. Zu den wichtigen Kunden der BBDO zählen Metro, Henkel, VW, BMW und Allianz.

Für BBDO in Deutschland – außerhalb der USA der größte Renditelieferant der Gruppe – war das dritte Jahr der Werbekrise alles andere als einfach. „Das Gesamtjahr 2003 bot keinen Grund zum Jubeln“, bilanziert BBDO-Deutschlandchef Rainer Zimmermann. Events und Promotion brachten weniger Umsatz, im Gegenzug legte die klassische Werbung leicht zu. BBDO gewann 2003 eine Reihe wichtiger Etats wie Postbank, Kaufhof, Microsoft und Braun. Doch aus der klassischen Werbung stammt nur noch knapp ein Drittel der Umsätze. Wachstum generiert der Werberiese aus Beratung, PR (ECC Kohtes & Klewes) und Telefondiensten (Sellbytel).

Für 2004 gibt sich der Marktführer leicht optimistisch. Hubertus von Lobenstein, der mit André Kemper, im April die Konzernführung übernehmen wird, verspricht mehr Kreativität. Derzeit belegt BBDO nur Platz 9 unter den kreativsten Agenturen in Deutschland.

Nach Einschätzung des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) kündigt sich 2004 eine „solide Erholung“ an. „Der Markt hat sich wieder stabilisiert“, sagt Frank Eigler, Chef der Frankfurter Agentur Leo Burnett. BBDO erwartet positive Impulse insbesondere vom Handel und von Konsumgüterherstellern sowie von der Auto- und der Telekombranche.

Unterdessen ist die 3 600 Mitarbeiter starke Agentur wieder ins Gerede gekommen. Gerade erst hatte BBDO einen Streit mit dem Konkurrenten Jung von Matt um ein unsittliches Angebot an einen Kunden beilegen können. Jung von Matt hatte BBDO vor vorgeworfen, seinem Kunden Sixt eine dreijährige Gratis-Betreuung angeboten zu haben. „Der gesamten Branche ist ein Schaden entstanden.“, sagte von Lobenstein.

Nun sind gestern neue Vorwürfe im Zusammenhang mit der Vergabe des LKW-Etats von Mercedes-Benz aufgetaucht. Das Fachblatt „Der Kontakter“ berichtete, dass eine BBDO- Tochter „unter recht zweifelhaften Umständen“ gegen Konkurrenten wie Scholz & Friends und H2e den Mercedes-Etat gewonnen habe. Entgegen der Empfehlung des Etat-Gremiums habe BBDO den Etat bekommen. Die Düsseldorfer Agentur wies den Vorwurf der Mauschelei zurück.

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