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18.01.2005

16:15 Uhr

Beim Personal sollen 90 Millionen Euro gespart werden

Fraport setzt den Rotstift an

Fraport, der Betreiber des Frankfurter Flughafens, will nach Angaben aus Konzernkreisen die jährlichen Personalkosten bis 2008 um 90 Millionen Euro senken. Die angekündigten Sparpläne stoßen auf Widerstand der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi.

HB FRANKFURT. Der Fraport-Vorstand gehe mit diesem Sparziel in die bereits vor einigen Wochen angekündigten Verhandlungen mit Betriebsrat und Gewerkschaft, erfuhr Reuters am Dienstag aus den Kreisen. Fraport biete an, auf betriebsbedingte Kündigungen und auf Kürzungen der monatlichen Gehälter zu verzichten. Zugleich sollen auch die Mitarbeiter in die Beratungen über Sparmaßnahmen einbezogen werden und selbst Vorschläge machen können. Ein Unternehmenssprecher wollte die Informationen nicht kommentieren und verwies auf die am Mittwoch vom Fraport-Vorstand geplante Pressekonferenz zu den Sparplänen.

Der zweitgrößte europäische Flughafenbetreiber mit gut 23 000 Beschäftigten hatte bereits im November zusätzliche Kostensenkungen beim Personal angekündigt. Unter anderem hat die Deutsche Lufthansa als mit Abstand größte Fluggesellschaft in Frankfurt von Fraport gefordert, die Gebühren für die umfangreichen Dienstleistungen bei der Landung und Abfertigung von Flugzeugen zu senken.

Die Gewerkschaft Verdi kündigte am Dienstag bereits Widerstand gegen die Sparpläne an. In den Verhandlungen mit dem Unternehmen müssten alle Investitionspläne des Flughafenbetreibers auf den Prüfstand. Auch die Größe des Vorstandes, Prestigeprojekte und die Dividendenpolitik müssten vor Kürzungen bei den Beschäftigten zur Diskussion gestellt werden, sagte Verdi-Landesvorstandsmitglied Gerold Schaub, zugleich stellvertretender Aufsichtsratschef des zweitgrößten europäischen Flughafenbetreibers. Fraport hatte angesichts der guten wirtschaftlichen Entwicklung im vorigen Jahr eine deutlich höhere Dividende für die Aktionäre in Aussicht gestellt.

Dass Fraport aufgrund der anstehenden Investitionen und des Wettbewerbsdruck in der Luftfahrtbranche unter einem hohen Kostendruck stehe, werde auch von Verdi gesehen, sagte Schaub. Diese Lasten dürften jedoch nicht allein von den Beschäftigten getragen werden. Von den konkreten Sparzielen sei Verdi noch nichts bekannt. „Über Zahlen wurde noch nicht gesprochen“, sagte Schaub.

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