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13.03.2011

11:48 Uhr

Beispiel Ägypten

Fluglinien fordern einheitliche Reisewarnungen

Während der gewalttätigen Proteste in Ägypten und Tunesien war nicht klar, ob es Reisewarnungen gibt oder nicht. Solche Beispiele schrecken die Airlines auf. Sie fordern einheitliche Warnungen.

Schnell raus aus Ägypten: Ein Bild vom 31. Januar dieses Jahres. Quelle: dpa

Schnell raus aus Ägypten: Ein Bild vom 31. Januar dieses Jahres.

BerlinNach den Revolutionen in Ägypten und Tunesien fordern deutsche Fluggesellschaften international einheitliche Reisewarnungen. „Wir haben keine deutschen Urlauber mehr nach Ägypten geflogen, während die Hotels voll mit Engländern blieben“, sagte Ralf Teckentrup, der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften, der Nachrichtenagentur dpa auf der Reisemesse ITB. Er kritisierte zudem die neue Luftverkehrsabgabe und äußerte sich skeptisch über die geplante Schlichtungsstelle für den Luftverkehr, die bei Beschwerden von Fluggästen aktiv werden soll.

„Ich würde international einheitliche Reisehinweise oder -warnungen besser finden“, sagte Teckentrup, der auch Chef der Fluggesellschaft Condor ist. „Es ist für mich schwer zu verstehen, warum die Außenministerien der verschiedenen Länder zu so unterschiedlichen Einschätzungen der Sicherheitslage kommen.“ Die Welttourismusorganisation hatte auf der ITB erklärt, sie sei nicht in der Lage, Reisewarnungen auszusprechen.

Teckentrup forderte, die „ökologische Luftverkehrsabgabe“ abzuschaffen. Seit Januar müssen die Airlines acht bis 45 Euro pro Passagier bezahlen - je nach Flugstrecke. „Das wird uns mit Sicherheit in diesem und im nächsten Jahr fünf bis sieben Prozent Wachstum kosten. Uns fehlen sicherlich eine Million Passagiere im Monat.“ Besonders Billigflieger seien betroffen. Die Abgabe führe zu Stellenabbau, nicht aber zu Kündigungen, sagte Teckentrup.

Der Luftfahrtmanager sagte, sein Verband verhandele mit der Politik aufgeschlossen über die geplante Schlichtungsstelle nach dem Vorbild des Schienen- und Busverkehrs.„Es gibt noch zwei, drei Diskussionspunkte, aber insgesamt sind wir auf einem guten Weg.“ Grundsätzlich sehe er das Vorhaben aber kritisch. „Es gibt Billigflieger, die ihre Kunden aufs Gröbste misshandeln, und deswegen kriegen wir die Schlichtungsstelle.“

Von

dpa

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