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31.10.2013

09:23 Uhr

Bekleidungshersteller

Weihnachtsgeschäft soll Boss auf Touren bringen

Trotz eines flauen Wachstums im Sommer erwartet Hugo Boss deutliche Umsatz- und Gewinnsteigerung im Gesamtjahr. Dafür muss die Herren- und Damenmode jedoch einen reißenden Absatz im letzten Quartal des Jahres finden.

Shirts der Modemarke Hugo Boss. Umsatz und Ebitda sollen um sechs bis acht Prozent steigen. dpa

Shirts der Modemarke Hugo Boss. Umsatz und Ebitda sollen um sechs bis acht Prozent steigen.

FrankfurtDer Modekonzern Hugo Boss peilt trotz eines flauen Wachstums im Sommer weiterhin eine deutliche Gewinnsteigerung im Gesamtjahr an. Dafür muss die Damen- und Herrenmode aus Metzingen nach den mageren ersten drei Quartalen im traditionell starken letzten Vierteljahr reißenden Absatz finden. Im Vergleich zum ersten Halbjahr habe die Nachfrage in den eigenen Läden im dritten Quartal bereits spürbar angezogen, erklärte Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs am Donnerstag. „Wir rechnen deshalb im vierten Quartal mit kräftigen Umsatz- und Ergebniszuwächsen.“ Er präzisierte das Ziel für 2013 auf sechs bis acht Prozent Zuwachs.

Von Juli bis September erhöhte sich der Umsatz um zwei Prozent auf 658 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr und lag damit unter der Erwartung von Analysten, die im Schnitt mit einem Plus von knapp fünf Prozent gerechnet hatten. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich unterdessen wie erwartet um fünf Prozent auf 173 Millionen Euro.

Um den Gewinn zu steigern, setzt Boss auf den Ausbau eigener Läden. Das Geschäft sei hier deutlich zweistellig gewachsen und habe den Rückgang im Großhandel mehr als ausgeglichen, erklärte das Unternehmen. Die eigenen Geschäfte sind profitabler, da in der Regel mehr Ware umgeschlagen wird und schneller auf Kundenwünsche reagiert werden kann. Doch muss das Modehaus hohe Anlaufkosten schultern und bleibt bei einem Abschwung auf vergleichsweise höheren Fixkosten sitzen.

Die größten Textilhändler in Deutschland

Rang 10

Tchibo / Ernsting's Family
Die Unternehmen aus Hamburg und Coesfeld teilen sich den zehnten Platz mit einem Umsatz von 1,01 Milliarden Euro. Damit schlugen sie 2014 aber etablierte Modefilialisten wie Esprit, Inditex oder den Onlinehändler Zalando.

Quelle: „Textilwirtschaft“

Rang 9

Aldi-Gruppe
Die beiden Discounter (Aldi Nord/Aldi Süd) erzielten 2013 einen geschätzten Textilumsatz von 1,04 Milliarden Euro, ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. Damit kann Aldi Rang neun verteidigen.

Rang 8

Lidl
Die Neckarsulmer liegen mit einem Textilumsatz von rund 1,08 Milliarden Euro auf Rang acht.

Rang 7

Tengelmann
Die Mülheimer, die rund 82 Prozent der Billig-Kette Kik besitzen, erwirtschafteten 2014 einen geschätzten Jahresumsatz von rund 1,3 Milliarden Euro, ein leichtes Plus zum Vorjahr.

Rang 6

Peek & Cloppenburg
Die Düsseldorfer belegen in der Rangfolge der größten Textileinzelhändler in Deutschland mit einem Jahresumsatz von 1,34 Milliarden Euro Platz sechs.

Rang 5

Karstadt
Deutlich geschrumpft ist erneut der Umsatz bei Karstadt - nach „Textilwirtschaft“-Schätzung um mehr als 300 Millionen Euro auf 1,58 Milliarden Euro. Dennoch wird Platz fünf verteidigt.

Platz 4

Metro
Die Düsseldorfer Metro-Group schafft mit Textilien im Jahr 2014 geschätzte 2,25 Milliarden Euro Umsatz.

Platz 3

C&A
Noch ein Düsseldorfer Unternehmen - mit einem Jahresumsatz von 2,9 Milliarden Euro ist C&A der drittgrößte Textileinzelhändler in Deutschland. Allerdings sind die Einnahmen seit Jahren rückläufig.

Platz 2

H&M
Die schwedische Modekette H&M steigert den Umsatz 2014 deutlich. Die Erlöse belaufen sich in Deutschland auf 3,8 Milliarden Euro.

Platz 1

Otto
Der größte Textileinzelhändler in Deutschland bleibt der Hamburger Versandhändler Otto Group mit einem Textil-Jahresumsatz von 4,2 Milliarden Euro im Jahr 2014.

Die Rohertragsmarge stieg wegen des höheren Anteils eigener Läden und geringerer Preisnachlässe um 340 Basispunkte auf 63,5 Prozent. Damit liegt Hugo Boss allerdings noch deutlich unter dem Schnitt der Konkurrenz, bei der 70 Prozent vom Umsatz als Bruttogewinn übrig bleiben.

Das kräftigste Wachstum erzielte das Modehaus in Europa, während der amerikanische Markt stagnierte und Asien währungsbereinigt um nur vier Prozent zulegte. China und Japan gehörten bisher zu den stärksten Absatzländern aller Luxuswarenproduzenten. Doch das schwächere Wachstum in China und Maßnahmen der Regierung gegen korrumpierende Geschenkekultur versetzten Hugo Boss und seinen Konkurrenten wie LVMH oder Prada in diesem Jahr einen Dämpfer. Die Euro-Stärke zu asiatischen Währungen und dem Dollar verringerte den Umsatzanstieg um drei Prozentpunkte im abgelaufenen Quartal.

Nach neun Monaten beträgt das bereinigte operative Ergebnis 407 Millionen Euro bei einem Umsatz von 1,78 Milliarden Euro. Bei einem Zuwachs im Vergleich zum Rekordjahr 2012 um bis zu acht Prozent peilt Boss jetzt ein Ebitda von gut 570 Millionen Euro an. Im Vorjahr war das Plus mit 14 Prozent allerdings deutlich höher.

Von

rtr

Kommentare (1)

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eselstreckdich

31.10.2013, 10:20 Uhr

Boss muss einfach wieder mehr auf Qualität setzen. Ich habe viele Jahre nur Boss Hemden getragen, die waren zwar immer nicht ganz preiswert, dafür aber TOP. Dazu gab es natürlich auch die Krawatten, Parfum von BOSS etc. Seit einigen Jahren jedoch kauft man nur noch das Image einer Marke aber keine bessere Qualität mehr. Das geht los bei der Erbsenzählerrei hinsichtlich der Qualität der Hemdknöpfe die immer kleiner und dünner wurden (vermutlich spart man da im Jahr xkg Kunststoff im Einkauf). Der Stoff verschleißt schneller als bei anderen Herstellern. Seit einigen Jahren kaufe ich daher von Boss gar nichts mehr. Image ist nicht genug, die Qualität muss zum Preis passen, was nach meiner Erfahrung schon lange nicht mehr der Fall ist.

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