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09.05.2014

18:45 Uhr

BER-Bauüberwacher

„Trotz Drohungen nie Konsequenzen gezogen“

Zwei Jahre nach der geplatzten Eröffnung ist die Fertigstellung des Hauptstadtflughafens nicht in Sicht. Nun belastet ein Bauüberwacher den Betreiber. Säumige Baufirmen hätten zeitweise nicht viel zu befürchten gehabt.

Blick auf das Hauptterminal des Flughafens BER in Schönefeld (Brandenburg). Angeblich sollen die Betreiber am Bau nicht richtig durchgegriffen haben. dpa

Blick auf das Hauptterminal des Flughafens BER in Schönefeld (Brandenburg). Angeblich sollen die Betreiber am Bau nicht richtig durchgegriffen haben.

Berlin Schönrednerei, frisierte Berichte und Baufirmen, die machen können, was sie wollen: Die Aussage eines früheren Bauüberwachers lässt die Abläufe beim Bau des neuen Hauptstadtflughafens in keinem guten Licht erscheinen. So hatten säumige Baufirmen zumindest zeitweise nicht viel zu befürchten, wie der Architekt Knut Nell am Freitag im Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses schilderte.

„Die Flughafengesellschaft hat leider trotz aller Drohungen nie Konsequenzen gegenüber den betroffenen Firmen gezogen“. Er bezog sich auf die Jahre 2010 und 2011. Die Arbeitsgemeinschaft der Unternehmen Imtech und Caverion (Arge Imca) habe damals monatelang nicht die vereinbarte Zahl von Arbeitern auf die Terminal-Baustelle gebracht, sagte Nell.

Der steinige Weg zum Hauptstadtflughafen

1990er Jahre

Januar 1992: Beginn der Planungen für den Flughafen mit dem Projektnamen Berlin Brandenburg International, BBI.
Juni 1996: Der Ausbau des Flughafens Schönefeld sowie die Schließung der Flughäfen Tegel und Tempelhof werden beschlossen.

2004-2005

August 2004: Das Genehmigungsverfahren für den BBI wird mit dem Planfeststellungsbeschluss abgeschlossen.
April 2005: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhängt im Eilverfahren einen weitgehenden Baustopp.

2006-2008

März 2006: Das Gericht genehmigt in letzter Instanz den Bau des BBI unter verschärften Lärmschutzauflagen.
Juli 2008: Erster Spatenstich für das Flughafen-Terminal.
Oktober 2008: Nach 85 Jahren schließt der Flughafen Tempelhof.

2010-2011

Juni 2010: Unter anderem wegen der Pleite einer Planungsfirma wird die Eröffnung von Ende Oktober 2011 auf 3. Juni 2012 verschoben.
Oktober 2011: Das Bundesverwaltungsgericht gibt grünes Licht für nächtliche Flüge in Stunden am späten Abend und am frühen Morgen.

Januar 2012

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung legt die umstrittenen künftigen Flugrouten fest.

Mai 2012

Vier Wochen vor dem Termin wird wegen Problemen mit der Brandschutzanlage die Eröffnung des Flughafens erneut abgesagt. Später wird Chefplaner Manfred Körtgen entlassen.

August 2012

Der Aufsichtsrat lässt - anders als geplant - weiter offen, ob der BER wirklich am 17. März 2013 eröffnet werden kann, und verschiebt die Entscheidung. Eine Finanzspritze soll den Flughafen vor der Zahlungsunfähigkeit retten.

September 2012

Auf Vorschlag des neuen Technikchefs Horst Amann wird die Eröffnung noch einmal verschoben und auf den 27. Oktober 2013 terminiert. Die Gesellschafter beschließen, 1,2 Milliarden Euro für Mehrkosten nachzuschießen.

Januar 2013

6. Januar: Es wird bekannt, dass der 27. Oktober als Eröffnungstermin nicht zu halten ist.
16. Januar: Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz von Berlins Regierungschef Klaus Wowereit (beide SPD). Der Aufsichtsrat entlässt Flughafenchef Rainer Schwarz. Bis ein Nachfolger gefunden ist, soll Technikchef Amann die Betreibergesellschaft führen.

Februar 2013

13. Februar: Der frühere Chef des Frankfurter Flughafens, Wilhelm Bender, soll Chefberater für die Geschäftsführung werden, kündigt Platzeck an. Bender war zunächst als neuer Flughafenchef im Gespräch.
19. Februar: Rot-Rot in Brandenburg will ein Volksbegehren für ein strengeres Nachtflugverbot mittragen und löst heftigen Streit mit Berlin aus.

März 2013

4. März: Bender wird nicht Chefberater des Flughafens. Er sagt nach Querelen hinter den Kulissen ab.
7. März: Die Idee, Technikchef Amann einen Berater zur Seite zu stellen, ist nach Angaben von Platzeck vorerst vom Tisch. Es solle zügig ein neuer Flughafenchef gefunden werden.
8. März: Der frühere Chef von Deutscher Bahn und Air Berlin, Hartmut Mehdorn, wird neuer Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, teilt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mit.

Der 45-Jährige war von 2008 bis 2012 als Mitarbeiter des Flughafen-Architekten Meinhard von Gerkan auf der Baustelle. Nach der geplatzten Eröffnung 2012 hatte der Aufsichtsrat Gerkans Büro vor die Tür gesetzt und auf 80 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Eine Gerichtsentscheidung dazu steht noch aus.

Kurz darauf stellte der Flughafen 85 bis 90 der 120 Bauüberwacher von Gerkan wieder ein, wie Nell sagte. „Wir können das als nachträgliche Bestätigung der Leistung unsere Bauüberwacher-Teams sehen.“ Sie hätten im Terminal zeitweise 50 Hauptauftragnehmer und 1500 Sub- und Nachunternehmer überwacht, mit 100.000 Ausführungsplänen und 20.000 Werk- und Montageplänen. Dabei hätten sie selbst allenfalls kleine Fehler gemacht.

Erst am Donnerstag hatte Finanzminister Christian Görke (Linke) im Finanzausschuss des Potsdamer Landtags gesagt, dass in der Aufsichtsratssitzung Anfang April ein Mehrbedarf von bis zu 1,2 Milliarden Euro für die Fertigstellung des BER erörtert wurde.

Die Flughafengesellschaft müsse diese Forderung allerdings noch ausführlich begründen, bevor darüber beraten werden könne. Bislang liegen die Kosten bei insgesamt 4,3 Milliarden Euro. Nach Angaben von Görke ist die Finanzierung des Flughafens bis ins kommende Jahr gesichert.

Der Grünen-Haushälter Sven-Christian Kindler hat sich derweil gegenüber der Berliner Tageszeitung „Der Tagesspiegel“ gegen eine Freigabe von 26,5 Millionen Euro für den künftigen Hauptstadtflughafen ausgesprochen. „Ohne einen überarbeiteten Terminplan mit Ausweisung der weiteren Realisierungsschritte bis zur Inbetriebnahme, ein belastbares Finanzkonzept und die Klärung des Kapazitätsbedarfes kann der Haushaltsausschuss keine weiteren Mittel freigeben“, hieß es in einer Vorabmeldung der Zeitung. „Nichts von dem ist bisher erfüllt, und das ist untragbar“, so Kindler weiter. Die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat des BER bekämen die riesigen Probleme einfach nicht in den Griff. „Der verantwortliche Verkehrsminister Dobrindt ist in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass das Chaos am BER beendet wird und die entsprechenden Unterlagen zum Terminplan, Finanzkonzept und Kapazitätsbedarf dem Haushaltsausschuss vorgelegt werden, um einer weiteren Verschwendung von Milliarden Steuergeldern entgegenzuwirken“, sagte der Grünen-Politiker dem Tagesspiegel.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

09.05.2014, 18:23 Uhr


Berlin BER
ist nur das Paradebeispiel und die Spitze des Eisbergs!

Die Zustände gelten im ganzen Land -
„Der stalinistische Weg in die EUR-ZONE!“
dafür unerlässlich ist,
die „Zerstörung“ (Wirtschaftlich, Gesellschaftlich, Menschlich) der einst führenden Industrie-Nation der Welt,
die BRD – >„die Bürgergesellschaft im Miteinander“<!

Durch die „erzwungenen“ Umsetzung des immer restriktiveren (NRW)
„Sozialismus/Stalinismus“ inkl. Überwachungsstaat,
Kontrollstaat, Planwirtschaft und restriktive Einschränkungen der
Freiheit des Bürgers („Steuer CD fake“),

eine Zwangsgesellschaft,
Zwangs „Energie-Wende“
(Giftlampen, Rauchverbot, (Staubsauger, Kaffeemaschinen, … )
mit Öko-Terror Gebäudesanierung, BIO-Sprit, CO2-Lügen, ...

NATO Angriffskriege oder Kriegshetze (Einmischung in Innere Angelegenheiten von - Ukraine, Syrien, Libyen, Afghanistan )
Totalitarismus und Links-Faschismus – (Einmischung in Innere Angelegenheiten von Irland, GR, Portugal, ...)

vorauseilenden Befehlsgehorsam dieser US-"Merkel-Regierung" in einer die Bürger beleidigenden Unterwürfigkeit (in der Steigerung noch der Pfaffe)

einen im eigenen Land Erzwungenen (Siegermächte?ohne RU)
"Staats-getragener-Dilettantismus“
(die in übertragene "OST-Verantwortungsbereiche" - die bei der Karstadt Übernahme (2002 – 2009) konnte das jeder Bürger miterleben – das sind „Gleichartige“ Leute,
nur aus der Öffentlichkeit gehalten, durch die ZENSUR der Massen-Medien, Verheimlichung der desolaten Zustände im eigenen Land durch die "US-Merkel-Regierung" Medien-Zensur
(in Glotze, Funk, Presse – die Total Zensur der Desolaten Zustände - keine negativen Berichte zu den „DDR-Zuständen“! - bei BER, S21 [Demos der Antifa-SA {Nazis}], D-Bahn, D-Post, Telekom [Stasinachfolger als Zweigstelle der NSA?]
Bildung, Gesundheit, Arbeit & Soziales, Verkehr,
Regierung & Verwaltungen (vor dem Jahr 2000? gab es schon einen Einstellungsstopp für Westdeutsche [Jobs im Öffentl. Dienst nur OST und Ausländer in NRW]

Account gelöscht!

09.05.2014, 19:00 Uhr


Jeder erlebt jetzt die ZENSUR - MEDIEN ZENSUR -
die Arrogante Überheblichkeit von Moderatoren, von Nachrichtensprecher,
die LÜGEN,
Fakes und Falsche Berichterstattung zu Ukraine,
zu Russland und seinem Präsidenten Wladimir Putin -

Die *Gleiche* ZENSUR - MEDIEN ZENSUR -
der Medien betrifft auch die Innerdeutschen Zustände – als Total Zensur der OST-Verantwortungsbereiche! -
(BER, S21, D-Bahn, D-Post, Telekom [Zweigstelle der NSA?]
Bildung, Gesundheit, Arbeit & Soziales, Verkehr,
Regierung & Verwaltungen ...)


„Die Öffentlichkeit verdankt einem >Harald Siegle< -
bis vor kurzem Leiter der Abteilung ‘Real Estate’ bei der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB GmbH) …
dessen Schreiben beim >tagesspiegel.de< abgedruckt war.

die Veröffentlichung dieser Desolaten Zustände in Management, Wirtschaftlichkeit, Handwerklichkeit und Personalführung.



Die Öffentlichkeit verdankt nämlich Harald Siegle,
bis vor kurzem Leiter der Abteilung ‘Real Estate’ bei der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB GmbH), eine wohltuend unaufgeregte und systematische Darstellung von vielem, was beim Bau und Betrieb des BER schief läuft.
.
Siegle hat seine Analyse, Erkenntnisse und Verbesserungsvorschläge Ende März 2014 in einem Brief an Mehdorn zusammengefasst, den Vorsitzenden der Geschäftsführung der FBB GmbH.
... auch an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats
geschickt, den Regierenden Berliner Bürgermeister, Klaus Wowereit,
sowie den für den Flughafen zuständigen Staatssekretär im
Bundesverkehrsministerium und den zuständigen Staatssekretär in der Brandenburgischen Landesregierung



bei>(blog.polygon.de)<
Die Checkliste schlechtes Management
hier:
>(tinyurl.com/nhhpdle)<



das Original als pdf (3 S.)
hier:
>(http://www.tagesspiegel.de/downloads/9722482/8/BErBrief1)<


Die unmittelbare Folge war dass Siegle von Mehdorn fristlos gekündigt wurde.


den Weg der exBRD in die EUR-ZONE (Nazistaat)
hier:
>(tinyurl.com/pmcpslt)
hier:
>(tinyurl.com/oa)<

Account gelöscht!

09.05.2014, 19:12 Uhr

BBI - the never ending Story
--------
Wie sagte dereinst Wowereit: "Der BBI ist eine "Erfolgsstory"!
Immerhin ist er der "leiseste Flughafen der Welt"!
Und BBI/BER steht für "Made in Berlin"!
Als neuer Eröffnungstermin wird sicherlich der 1. April 2025 vorgeschlagen, aber nicht realisiert.
Realistisch ist eher der St. Nimmerleinstag.
Wer braucht schon einen Shopping-Mall mit angeschlossenem Flughafen?
Und dann auch noch die geplanten Flugverbotszeiten:
■ Nachtruhe von 20:00Uhr bis 08:00Uhr
■ Mittagsruhe von 13:00Uhr bis 15:00Uhr
■ Sonn- und Feiertage
■ Mittwoch ist Ruhetag
■ Freitag ab 13:00Uhr geschlossen
■ Samstag geschlossen

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