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25.05.2014

13:22 Uhr

BER

Hauptstadtflughafen wird noch teurer

Die Meldung klingt bekannt, aber sie ist tatsächlich neu: Der Hauptstadtflughafen wird noch einmal teurer. Die Grünen sprechen von einem „eklatanten Versagen“ und die CDU fordert mehr Klarheit über Kosten und Zeitplan.

Hubschrauber-Landeanflug auf den neuen Hauptstadtflughafen BER. dpa

Hubschrauber-Landeanflug auf den neuen Hauptstadtflughafen BER.

SchönefeldHartmut Mehdorn braucht am Hauptstadtflughafen voraussichtlich noch mehr frisches Geld als bislang bekannt. Wie die Nachrichtenagentur dpa aus dem Aufsichtsrat erfuhr, wird die diskutierte weitere Finanzspritze von 1,1 Milliarden Euro nicht reichen.

In der Summe seien zwei wichtige Vorhaben des Flughafenchefs Mehdorn nicht enthalten: die für 40 bis 50 Millionen Euro geplante Sanierung der nördlichen Start- und Landebahn und die noch nicht bezifferten Kosten für einen Weiterbetrieb des alten Schönefelder Flughafenterminals. Die Flughafengesellschaft wollte sich dazu nicht äußern. Vertreter von CDU und Grünen forderten Klarheit und Transparenz.

Bislang liegt der Finanzrahmen für den drittgrößten deutschen Flughafen BER bei 4,3 Milliarden Euro. Spätestens Anfang nächsten Jahres geht Mehdorn aber das Geld aus, weshalb er vor sechs Wochen im Aufsichtsrat weitere 1,1 Milliarden Euro verlangte.

Um die Finanzspritze schneller unter Dach und Fach zu bringen, erwägt das Kontrollgremium, seine für den 4. Juli geplante Sitzung vorzuziehen. Viel Spielraum gibt es im Terminkalender der 15 Mitglieder aber nicht. Im Gespräch war in Aufsichtsratskreisen zuletzt der 30. Juni.

Der steinige Weg zum Hauptstadtflughafen

1990er Jahre

Januar 1992: Beginn der Planungen für den Flughafen mit dem Projektnamen Berlin Brandenburg International, BBI.
Juni 1996: Der Ausbau des Flughafens Schönefeld sowie die Schließung der Flughäfen Tegel und Tempelhof werden beschlossen.

2004-2005

August 2004: Das Genehmigungsverfahren für den BBI wird mit dem Planfeststellungsbeschluss abgeschlossen.
April 2005: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhängt im Eilverfahren einen weitgehenden Baustopp.

2006-2008

März 2006: Das Gericht genehmigt in letzter Instanz den Bau des BBI unter verschärften Lärmschutzauflagen.
Juli 2008: Erster Spatenstich für das Flughafen-Terminal.
Oktober 2008: Nach 85 Jahren schließt der Flughafen Tempelhof.

2010-2011

Juni 2010: Unter anderem wegen der Pleite einer Planungsfirma wird die Eröffnung von Ende Oktober 2011 auf 3. Juni 2012 verschoben.
Oktober 2011: Das Bundesverwaltungsgericht gibt grünes Licht für nächtliche Flüge in Stunden am späten Abend und am frühen Morgen.

Januar 2012

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung legt die umstrittenen künftigen Flugrouten fest.

Mai 2012

Vier Wochen vor dem Termin wird wegen Problemen mit der Brandschutzanlage die Eröffnung des Flughafens erneut abgesagt. Später wird Chefplaner Manfred Körtgen entlassen.

August 2012

Der Aufsichtsrat lässt - anders als geplant - weiter offen, ob der BER wirklich am 17. März 2013 eröffnet werden kann, und verschiebt die Entscheidung. Eine Finanzspritze soll den Flughafen vor der Zahlungsunfähigkeit retten.

September 2012

Auf Vorschlag des neuen Technikchefs Horst Amann wird die Eröffnung noch einmal verschoben und auf den 27. Oktober 2013 terminiert. Die Gesellschafter beschließen, 1,2 Milliarden Euro für Mehrkosten nachzuschießen.

Januar 2013

6. Januar: Es wird bekannt, dass der 27. Oktober als Eröffnungstermin nicht zu halten ist.
16. Januar: Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz von Berlins Regierungschef Klaus Wowereit (beide SPD). Der Aufsichtsrat entlässt Flughafenchef Rainer Schwarz. Bis ein Nachfolger gefunden ist, soll Technikchef Amann die Betreibergesellschaft führen.

Februar 2013

13. Februar: Der frühere Chef des Frankfurter Flughafens, Wilhelm Bender, soll Chefberater für die Geschäftsführung werden, kündigt Platzeck an. Bender war zunächst als neuer Flughafenchef im Gespräch.
19. Februar: Rot-Rot in Brandenburg will ein Volksbegehren für ein strengeres Nachtflugverbot mittragen und löst heftigen Streit mit Berlin aus.

März 2013

4. März: Bender wird nicht Chefberater des Flughafens. Er sagt nach Querelen hinter den Kulissen ab.
7. März: Die Idee, Technikchef Amann einen Berater zur Seite zu stellen, ist nach Angaben von Platzeck vorerst vom Tisch. Es solle zügig ein neuer Flughafenchef gefunden werden.
8. März: Der frühere Chef von Deutscher Bahn und Air Berlin, Hartmut Mehdorn, wird neuer Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, teilt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mit.

„Mehdorn muss dann einen klaren Plan vorlegen, was kommt“, sagte ein Aufsichtsratsmitglied der dpa. Berlin, Brandenburg und der Bund als Flughafen-Eigentümer würden vermutlich „etwas mehr“ als 1,1 Milliarden Euro nachschießen müssen.

Der haushaltspolitische Sprecher der Bundestags-Grünen, Sven-Christian Kindler, sprach von einem „eklatanten Versagen“ des Aufsichtsrats und forderte ein externes Controlling für das Gremium. Die Grünen-Fraktionschefin im Berliner Abgeordnetenhaus, Ramona Pop, appellierte an den Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Wowereit, endlich für einen „ehrlichen Kassensturz“ zu sorgen.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

26.05.2014, 13:48 Uhr

Wann liest man endlich: Kosten sinken massiv und die Eröffnung findet in "3" Tagen statt. Die Chinesen machen dies!!!

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