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03.07.2012

09:47 Uhr

Beratungshäuser

Wirtschaftsprüfer rechnen mit Wachstum

VonSusanne Schier

Die Beratungshäuser lassen sich von der trüben Konjunktur nicht einschüchtern und glauben an steigende Umsätze. Vor allem durch Fusionen wollen sich die Gesellschaften vergrößern. Davon sollen auch Kunden profitieren.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young in Berlin. dapd

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young in Berlin.

FrankfurtTrotz der Unsicherheiten durch das wirtschaftliche Umfeld und die anstehende EU-Reglementierung bleiben die Wirtschaftsprüfer in Deutschland optimistisch. Die 25 größten WP-Gesellschaften wollen im Jahr 2012 um 5,7 Prozent wachsen, die vier größten Unternehmen sogar um acht Prozent. 2011 sind die Umsätze der Top 25 im Schnitt um 6,5 Prozent angestiegen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Marktforschers Lünendonk.

Als wesentliche Wachstumstreiber nennen die Wirtschaftsprüfer internationale Steuer- und Compliance-Projekte sowie die Rechts- und Managementberatung. Vor allem in der Managementberatung sind einige Firmen nicht nur aus eigener Kraft gewachsen, sondern haben sich durch Zukäufe verstärkt.

So gab KPMG vor wenigen Tagen die Übernahme der deutsch-schweizerischen Unternehmensberatung Brainnet bekannt. Im August 2011 hatte Konkurrent PwC den Lieferketten-Spezialisten PRTM übernommen. Deloitte-Chef Martin Plendl betont: „Die Kunden erwarten heutzutage, dass die Gesellschaften einen multidisziplinären Ansatz haben und ihnen Wirtschaftsprüfung und Beratung aus einer Hand bieten können.“

Jörg Hossenfelder, geschäftsführender Gesellschafter von Lünendonk, ist daher überzeugt, dass es künftig noch vermehrt zu Übernahmen von Beratungen durch Wirtschaftsprüfungsgesellschaften kommen wird. „Aber auch die Wirtschaftsprüfer untereinander werden weiter fusionieren“, ergänzt er. Denn um Mandate international tätiger Mittelständler zu erhalten, müssen die Gesellschaften eine gewisse Größe aufweisen.

Wirtschaftsprüfer unter Druck

„The Big Four“

„The Big Four“ werden sie genannt, die vier großen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsunternehmen, wie man sie exakt bezeichnet. Nun will die EU ihre Macht beschränken. Die vier großen Wirtschaftsprüfer beschäftigen allein in Deutschland über 30.000 Mitarbeiter.

PwC

Pricewaterhouse Coopers ist in Deutschland Marktführer. 1,34 Milliarden Euro macht der US-Konzern 2010 hierzulande an Umsatz – und das mit 8.637 Mitarbeitern.

PwC

PwC wurde 1848 in London gegründet, hat heute aber seinen Hauptsitz in New York. 2010 machte der Konzern weltweit einen Umsatz von 26,6 Milliarden Dollar und beschäftigte rund 160.000 Mitarbeiter.

KPMG

Auf Rang zwei liegt in Deutschland KPMG mit einem Umsatz von 1,19 Milliarden Euro. 8.270 Mitarbeiter beschäftigt KPMG hierzulande.

KPMG

KMPGs Sitz ist in der Schweiz, die Hauptverwaltung liegt allerdings im kanadischen Toronto. Weltweit gesehen liegt der Konzern mit 140.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 20,6 Milliarden Dollar auf Rang drei.

Ernst & Young

Denn Ernst & Young ist mit einem Umsatz von 21,3 Milliarden Dollar etwas größer. Die Mitarbeiterzahl liegt mit 141.000 praktisch gleichauf mit dem Konkurrenten KPMG. Ernst & Young hat seinen Hauptsitz in New York.

Ernst & Young

In Deutschland macht Ernst & Young einen Umsatz von 1,06 Milliarden Euro und liegt damit auf dem dritten Platz. 6.776 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen hierzulande.

Deloitte

Die Nummer vier folgt mit einigem Abstand: Deloitte kommt in Deutschland „nur“ auf einen Umsatz von 577 Millionen Euro und beschäftigt 4.602 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr wollte Deloitte Roland Berger kaufen, um das Beratungsgeschäft auszubauen. Aber der Deal scheitere am Widerstand der Berger-Partner.

Deloitte

Im weltweiten Vergleich ist Deloitte aber die Nummer zwei mit einem Umsatz von 26,6 Milliarden Dollar. 170.000 Mitarbeiter beschäftigt das US-Unternehmen.

BDO

Auf Platz fünf liegt in Deutschland BDO. Doch der Abstand ist enorm: BDO macht hierzulande einen Umsatz von 180 Millionen Euro.

Rödl & Partner

Auf Rang sechs folgt Rödl & Partner mit einem Umsatz von 135,5 Millionen Euro. Immerbin sind das acht Prozent mehr als 2009.

Ecovis

Ecovis konnte zulegen, und zwar um rund vier Prozent und kommt nun auf einen Umsatz von 107 Millionen Euro.

Ebner Stolz Mönning Bachem

Langer Name, großer Zuwachs: Ebner Stolz Mönning Bachem hat seinen Umsatz im Jahr 2010 um über zwölf Prozent auf 106 Millionen Euro gesteigert.

Rölfs

Auf Platz neun liegt Rölfs mit einem Deutschland-Umsatz von 84 Millionen Euro. Das bedeutet ein Minus von sieben Prozent im Vergleich zu 2009.

PKF Fasselt Schlage

In die Top Ten hat es auch PKF Fasselt Schlage. Das Unternehmen kommt in Deutschland auf einen Umsatz von 56 Millionen Euro.

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