Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.09.2012

10:06 Uhr

Berlin-Brandenburg

Mehdorn fordert Entmachtung des Flughafenchefs

Wegen des Desasters um die verspätete Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg soll Geschäftsführer Schwarz Kompetenzen abgeben. Das fordert Air-Berlin-Chef Mehdorn in einem Brief an Klaus Wowereit.

Wowereit soll für Flughafen-Desaster einstehen

Video: Wowereit soll für Flughafen-Desaster einstehen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BerlinVor der Aufsichtsratssitzung der Berliner Flughafengesellschaft am Freitag hat Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn laut Zeitungsbericht personelle und organisatorische Konsequenzen gefordert. In einem Brief an Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) habe Mehdorn eine Entmachtung des Vorsitzenden der Geschäftsführung Rainer Schwarz gefordert, berichtete die „Bild“-Zeitung.

In dem Schreiben an Wowereit, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft ist, vom 22. August spricht sich Mehdorn für eine neue Organisationsform der Geschäftsführung aus. Neben dem Vorsitzenden der Geschäftsführung und dem Technikchef solle es zukünftig auch einen Vorstand für Operation und Vertrieb, einen Vorstandsbereich Finanzen sowie einen Vorstand für Personal und Verwaltung mit klarer Geschäftsverteilung geben.

Der Aufsichtsrat berät am Freitag in einer vorgezogenen Sitzung über eine erneute Verschiebung des Eröffnungstermins für den neuen Großflughafen Berlin-Brandenburg in Schönefeld.

Unterdessen zählte Air Berlin im August trotz der Streichung unrentabler Flüge mehr leere Sitze in ihren Maschinen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging die Auslastung der Flugzeuge um 0,7 Prozentpunkte auf 84,5 Prozent zurück, wie die Fluggesellschaft am Donnerstag mitteilte. Die Zahl der Fluggäste sank um fünf Prozent auf 3,6 Millionen und damit noch stärker als das bereits gekappte Flugangebot.

Die Mehrkostenrechnung des Hauptstadtflughafens

Bisherige Mehrkosten

Der Hauptstadtflughafen BER wird deutlich teurer. Bislang geht der Aufsichtsrat von folgender Mehrkostenrechnung aus. Bisheriger Stand Gesamtkosten: 3,1 Milliarden Euro...

Plus

... plus 110 Millionen Euro für den längeren Betrieb in Tegel und Schönefeld bis zum geplanten BER-Start am 17. März 2013.

Plus 2.

... plus 276 Millionen Euro für Mehrkosten beim Bau.

Plus 3.

... plus 5 Millionen Euro für schon feststehende Vertragsstrafen.

Plus 4.

... plus 195 Millionen Euro für Risikovorsorge.

Plus 5.

... plus bis zu 591 Millionen Euro für erweiterten Lärmschutz.

Summe Mehrkosten

bis zu 1,177 Milliarden Euro.

Neuer Stand Gesamtkosten

bis zu 4,277 Milliarden Euro.

Finanzierung

Bislang sind 3,36 Milliarden Euro gesichert, davon rund 2,4 Milliarden Euro aus Krediten, 430 Millionen Euro vom Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg, 531 Millionen Euro aus Eigenmitteln der Betreiber.

Finanzierung Mehrkosten

Finanzierung unklar.

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft versucht nach jahrelangen Verlusten mit einem Schrumpfkurs wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen. Im kommenden Jahr will Vorstandschef Mehdorn nach langem wieder einen Gewinn vorweisen.

"Flughafen so schnell wie möglich öffnen"

Video: "Flughafen so schnell wie möglich öffnen"

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Von

dpa

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

audioline

06.09.2012, 11:26 Uhr

Vielleicht hat Air Berlin die falschen Strecken gestrichen? Vielleicht ist der Focus auf Berlin ein Fehler.

Account gelöscht!

06.09.2012, 13:49 Uhr

Herrn Mehdorn sollte sich um sein Kranken Airline kümmern, und nicht andere auffordern Ihren Job zu verlassen. Man sieht das seiner Sparmaßnahmen bisher nicht die erhoffte Wirkung zeigen. Also Air Berlin braucht ein neues Management Team und ein ganz neue Strategie die nachhaltig den Airline auf ein grünen Zweig bringt. Nur Kosten Sparen ist kein Heilmittel mehr und wird Air Berlin nur paar Monate länger am leben halten.

Hans_im_Glueck

06.09.2012, 13:57 Uhr

Und damit auch BER voll in den Graben gefahren wird, kurz folgende Lösung: Mehdorn übernimmt die GL ovon BER: dann wars das dann endgültig mit BER.
Vorher fliegt der noch AB an die Wand und heile ist sie wieder, die kleine Welt des Herrn M.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×