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02.03.2012

18:55 Uhr

Berliner Flughafen

Nach Tegel wird auch Schönefeld bestreikt

Die Gewerkschaft Verdi setzt ihre Warnstreiks an Berliner Flughäfen fort. Von 18.30 bis 22 Uhr streikte am Freitagabend das Bodenpersonal in Schönefeld - am Vormittag hatten Beschäftigte in Tegel die Arbeit niedergelegt.

Flugzeug-Enteisung in Berlin-Schönefeld. Reuters

Flugzeug-Enteisung in Berlin-Schönefeld.

BerlinZum zweiten Mal binnen eines Tages hat streikendes Bodenpersonal den Flugverkehr in Berlin beeinträchtigt. Nach einem ersten Warnstreik am Morgen in Tegel legten am Freitagabend auch die Beschäftigten von GlobeGround in Schönefeld ihre Arbeit nieder, wie Verdi-Verhandlungsführer Jens Gröger bestätigte. Rund 60 Mitarbeiter traten in Schönefeld in einen Ausstand, der für insgesamt dreieinhalb Stunden geplant war. Zuvor war von 100 Streikenden gesprochen worden. Passagiere mussten sich erneut auf Flugausfälle und Verspätungen einrichten.

Die Arbeitgeberseite zeigte sich überrascht und zugleich verärgert. Der Geschäftsführer von GlobeGround, Bernhard Alvensleben, bezeichnete den zweiten Streik in einer ersten Reaktion als „völlig unangemessen“. Der Akt sei eine „Inhaftnahme“ der Passagiere, sagte er. Angesichts des Aufwandes, der wegen des Streiks betrieben werden müsste, sei es unrealistisch, ein neues Angebot vorzulegen.

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Die meisten Mitarbeiter von Globeround folgten dem Aufruf zur Arbeitsniederlegung.

Wegen des Streiks in Tegel waren am Vormittag bereits 30 Flüge gestrichen worden. Bis zu 250 der etwa 300 Mitarbeiter der Frühschicht legten nach Verdi-Angaben die Arbeit nieder. Betroffenen von dem kurzfristig angesetzten Ausstand waren nach Angaben eines Flughafensprechers vor allem Verbindungen nach Frankfurt am Main, München und Stuttgart. Bei Air Berlin hatten Flüge im Durchschnitt eine bis anderthalb Stunden Verspätung, darunter nach Saarbrücken oder Brüssel. Einige Flüge wie nach Karlsruhe fielen aus. Großes Chaos herrschte am Check-in der Gesellschaft, wo die Warteschlangen der Passagiere bis zum Gebäudeeingang reichten.

Mit beiden Aktionen wollte die Gewerkschaft ver.di in den festgefahrenen Tarifverhandlungen Druck auf die Arbeitgeber ausüben. Sie fordert vier Prozent mehr Lohn. „Wir wollen mit diesen Aktionen dem Arbeitgeber zeigen, dass es uns ernst ist“, sagte Streikleiter Gröger.

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Zugleich bat er die Passagiere um Verständnis. Aufgrund einer besonderen Situation bei GlobeGround sei es nicht möglich, die Fluggäste frühzeitiger über die Arbeitsniederlegung zu informieren. „Bei der Tarifauseinandersetzung im vergangenen Jahr hat die Arbeitgeberseite zahlreiche Streikbrecher angeheuert, um den Arbeitskampf zu unterwandern“, sagte Gröger.

Von

dapd

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