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16.03.2006

14:06 Uhr

Berliner Großflughafen

„Auflagen sind eine Katastrophe“

Die gerichtlichen Auflagen für den Großflughafen Berlin Brandenburg International (BBI) alarmieren Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft. Air-Berlin-Chef Joachim Hunold spricht von einer „Katastrophe“. Die Einschränkungen könnten den neuen Airport wirtschaftlich insgesamt in Frage stellen.

Computersimulation des geplanten Großprojektes: Eine Brücke soll die Außenbereiche des Flughafens miteinander verbinden. Bild: dpa

Computersimulation des geplanten Großprojektes: Eine Brücke soll die Außenbereiche des Flughafens miteinander verbinden. Bild: dpa

HB BERLIN. Hunold befürchtet, dass die vom Bundesverwaltungsgericht verhängten massiven Auflagen für Starts und Landungen am späten Abend und in der Nacht eine echte Verschlechterung bedeuten. Man müsse jedoch sehen, wie das Urteil im Detail umgesetzt werde.

Der 4. Senat des Bundesgerichts hatte am Morgen Klagen gegen das Großprojekt abgewiesen, zugleich aber von Mitternacht bis 05.00 Uhr ein weitgehendes Verbot von Flügen verhängt sowie weitere Einschränkungen ab 22.00 Uhr sowie bis 06.00 Uhr verfügt. Das Leipziger Urteil kann nicht mehr angefochten werden.

„Wenn das Urteil bedeutet, dass in der Zeit von 22.00 bis 24.00 Uhr und von 05.00 bis 06.00 Uhr nur noch verspätete Flüge in Berlin stattfinden dürfen, dann ist das Urteil eine Katastrophe. Das wäre dann nämlich eine eindeutige Verschlechterung gegenüber der jetzigen Situation in Berlin“, sagte Hunold. „Wenn 22.00 Uhr die Deadline für planmäßige Flüge sein soll, ist für uns ein wirtschaftlicher Flugverkehr in Berlin nicht mehr möglich."

Air Berlin hat als zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft ihre Heimatbasis bislang in Berlin. Selbst auf dem größten innerstädtischen Berliner Flughafen in Tegel seien derzeit bis 23.00 Uhr Landungen erlaubt.

Danach könne man bisher nach Schönefeld ausweichen. Künftig würde die vom Gericht angekündigten Einschränkungen für den dann einzigen Berliner Flughafen bedeuten, dass bei verspäteten Flügen nach Mitternacht Leipzig angeflogen werden müsse. „Das ist ein eindeutiges Urteil pro Leipzig“, sagte Hunold.

Mit dem seit zehn Jahren geplanten Ausbau des ehemaligen DDR-Zentralflughafens Schönefeld soll ab Ende 2011 der drittgrößte deutsche Flughafen entstehen, mit einer Kapazität von zunächst 22 Millionen Fluggästen im Jahr. Bauherren sind die beiden Länder und der Bund. Die innerstädtischen Flughäfen Berlin-Tegel und Tempelhof sollen geschlossen werden.

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