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17.10.2012

15:36 Uhr

Berliner Pannenprojekt

Flughafen-Gesellschaft lehnt Entschädigung ab

Trotz der mehrfachen Verschiebung der Eröffnung will die Betreibergesellschaft des neuen Hauptstadtflughafens offenbar keinen Schadenersatz zahlen. Man werde Ansprüche geltend machen, heißt es dagegen von Air Berlin.

Maschine von Air Berlin auf dem Flughafen Tegel. Reuters

Maschine von Air Berlin auf dem Flughafen Tegel.

BerlinIm Skandal um die Verzögerungen beim Bau des Berliner Großflughafens BER müssen sich Fluggesellschaften und andere Unternehmen einem Zeitungsbericht zufolge auf harte Auseinandersetzungen um Schadenersatzforderungen gefasst machen. Die Betreibergesellschaft des Großprojekts sehe für Schadenersatz kaum Grundlagen, berichtete die „Welt“ am Mittwoch unter Berufung auf den „Sachstandsbericht BER“ der Flughafen Berlin-Brandenburg GmbH (FBB) vom 21. September.

„Nach Bewertung der rechtlichen Gegebenheiten lehnt die FBB die Schadenersatzforderungen Dritter dem Grunde nach ab, sofern keine vertraglich geregelten Forderungen vorliegen“, heißt es demnach in dem elfseitigen Papier. Darin werde betont, dass die Forderungen Dritter „ungewiss“ seien. Bisher lägen lediglich „vereinzelte Aussagen von Geschäftspartnern“ zu Schäden vor, die ihnen ihrer Ansicht nach durch die Verschiebungen der Eröffnung entstanden seien.

Unklar ist noch, wie davon die Fluggesellschaft Air Berlin betroffen ist. Die Airline ist besonders von den Problemen am neuen Hauptstadtflughafen betroffen, BER soll ihr neues Drehkreuz werden. Laut „Welt“ schätzen Luftfahrtexperten den Schaden für Air Berlin auf rund 180 Millionen Euro.

Air Berlin sei eine Ablehnung von Schadenersatzforderung seitens der Flughafengesellschaft bisher nicht bekannt, teilte ein Sprecher Handelsblatt Online auf Anfrage mit. „An Spekulationen beteiligen wir uns nicht. Wir werden aber unsere Ansprüche geltend machen.“

Das Air-Berlin-Sparprogramm

„Shape & Size“

Das Sparprogramm soll bis spätestens 2013 das Betriebsergebnis (Ebit) um 200 Millionen Euro erhöhen.

Kleineres Streckennetz

Unrentable Strecken sollen aufgegeben werden, die Flotte soll von 170 auf 152 Flugzeuge verkleinert werden.

Ausbau der Drehkreuze

Die Drehkreuze Berlin, Düsseldorf, Palma de Mallorca und Wien sollen ausgebaut werden. Mit Beitritt zum Bündnis Oneworld im Frühjahr 2012 sollen sie Verteilerfunktion für Passagiere von Partner-Airlines übernehmen.

Erhöhung der Nebeneinkünfte

Die Nebeneinkünfte sollen aus Zuschlägen für einzelne Leistungen und Preisanhebungen für einige Strecken erhöht werden.

Bessere Abläufe

Bessere Betriebsabläufe, neues Standortkonzept für Flugzeuge und Crews stehen ebenfalls auf dem Plan. So soll es gelingen, mit zehn Prozent weniger Maschinen nur vier Prozent weniger Flugleistung anzubieten.

Modernisierung

Die Vertriebskanäle werden modernisiert. Künftig sollen mehr Tickets über Internet-Reiseportale verkauft werden.

Einsparungen

In der Verwaltung, beim Einkauf und in der Flugabwicklung sollen die Kosten gesenkt werden.

Air Berlin gehe davon aus, dass der Flughafen die Mehrkosten trage, sagte Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn Mitte Mai. „Wir werden diese Kosten nicht übernehmen“, so Mehdorn. Mitte August sagte der Airline-Chef: „Wir sind in einem guten Dialog mit dem Flughafen, dass wir die Unkosten und Mehrkosten auch erstattet bekommen.“

Kommentare (2)

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jens777

17.10.2012, 12:53 Uhr

na und? die airlines profitieren jetzt länger von den geringeren gebühren in tegel. und der einzelhandel wird auch keine forderungen stellen. für die ist ein flughafen eine goldgrube, und die warteliste ist weiterhin lang...

MikeBerlin

17.10.2012, 13:06 Uhr

Der Flughafen BER schafft keine Arbeitsplätze, sondern vernichtet sie offensichtlich.

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