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21.01.2009

21:53 Uhr

Bernd Aufderheide, Hamburg Messe

„Drei Bootsmessen sind genug“

VonAxel Granzow

Die konjunkturelle Flaute senkt auch die Nachfrage im Wassersport. Davon sind besonders die großen deutschen Bootsmessen betroffen. Im Interview verrät Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Hamburg Messe und Congress GmbH, wie sein Unternehmen im Wettbewerb bestehen will und wo er noch Wachstumspotentiale sieht.

Bernd Aufderheide steuert die Hanseboot durch derzeit schwere Fahrwasser. Foto: PR Pressebild

Bernd Aufderheide steuert die Hanseboot durch derzeit schwere Fahrwasser. Foto: PR

Handelsblatt: Mit der "Hanseboot" ist die Hamburg Messe Veranstalter einer von vier großen Bootsmessen in Deutschland. Graben sich die Messen gegenseitig das Wasser ab?

Aufderheide: Neben Hamburg, dem Traditionsveranstalter mit der inzwischen 50. Hanseboot, der "boot" in Düsseldorf, der "Interboot" in Friedrichshafen und der "Boot und Fun" in Berlin zähle ich, na sagen wir, insgesamt dreieinhalb Bootsmessen. Drei wären eigentlich genug. Doch müssen diese Frage eigentlich die Aussteller und Verbände beantworten.

Spüren Sie auf der Hanseboot die konjunkturelle Flaute?

Auf der letzten Hanseboot im Oktober haben wir einen Besucherrückgang von sechs bis sieben Prozent verzeichnet. Jetzt schauen natürlich alle gespannt, wie Düsseldorf sich entwickelt. Doch verfügt Düsseldorf mit der Schau der Megayachten über ein Luxussegment, das viele Besucher anzieht. Hamburg hat dagegen einen sehr hohen Anteil an Fachbesuchern. Die Zahl der Aussteller ist in Hamburg aber nahezu konstant geblieben, sieht man einmal vom Fernbleiben der Firma Dehler ab, die Insolvenz angemeldet hat. Alle Bootsmessen hängen eng an Wassersportrevieren mit unterschiedlicher Klientel. Wir in Hamburg konzentrieren uns auf den Segelsport in Nordeuropa. Da geht immer etwas.

Hamburg galt jahrelang als Provinzmesse. Nun haben Sie für 420 Mio. Euro neue Hallen gebaut und das Kongresszentrum vergrößert. Was ist Ihr Ziel?

Trotz aller Neubauten wird Hamburg flächenmäßig keine Großmesse werden. Großveranstaltungen wie die Grüne Woche in Berlin wird es mangels Platz hier nicht geben; wir halten das nicht für dramatisch. Erweitert haben wir die Ausstellungsfläche von 64 000 auf 87 000 qm und die Kapazität des Congress Centers. Weitere Ausbaumöglichkeiten am Standort mitten im Zentrum haben wir kaum. Wir setzen auf Fach- und Nischenmessen, die zur Stadt passen, wie maritime Industrie und Luftfahrttechnik.

Wie wird der Ausbau finanziert?

Im Gegensatz zu Konkurrenten finanzieren wir den Ausbau weitgehend selbst. Daher werden wir wohl erst 2016 schwarze Zahlen schreiben. Bis dahin gleicht die Stadt Hamburg als Gesellschafter die Differenz aus. Operativ schreibt die Messe mit voraussichtlich 9,9 Mio. Euro im Jahr 2008 schwarze Zahlen. Und wir wachsen seit vier bis fünf Jahren stärker als der Branchendurchschnitt.

Wie sieht die Planung aus?

Im Jahr 2008 haben wir einen Umsatz von voraussichtlich 78,3 Mio. Euro erreicht. Unter dem Strich standen wegen der Belastungen aus dem Neubau 12,6 Mio. Euro Verlust. Im vergleichbaren Messejahr 2006 waren es 60,6 Mio. Euro Umsatz. Bis 2015/16 wollen wir die 100 Mio. Euro erreichen.

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