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21.01.2005

09:05 Uhr

Besitzer von Macy’s verhandelt mit May erneut über Fusion

Die großen Kaufhäuser in den USA rücken zusammen

In den USA bahnt sich offenbar eine weitere Großfusion im Einzelhandel an. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" verhandelt Federated Department Stores (Macy?s und Bloomingdales) mit dem Konkurrenten May Department Stores (Marshall Field?s) über einen Zusammenschluss. Erst vor zwei Monaten hatte der Einzelhändler Kmart den Wettbewerber Sears für 11,5 Mrd. Dollar übernommen.

tor NEW YORK.. Die Börse reagierte auf die neue Fusionsmeldung mit einem kräftigen Kursgewinn von fast 14 Prozent für May und leichten Abschlägen für Federated. Die Unternehmen äußerten sich nicht zu den Spekulationen. Grund für die rasche Konsolidierung ist der hohe Konkurrenzdruck im mittleren Segment der Branche. Die Amerikaner kaufen immer mehr bei Luxusketten wie Neiman Marcus, Saks oder Nordstrom ein, oder sie wechseln zum unteren Preisende, zu Discountern wie Wal Mart und Target. Jene Unternehmen, die mit ihren Preisen und ihrer Qualität dazwischen liegen, kommen unter Druck. Das trifft sowohl auf Federated als auch auf May zu.

Beide Unternehmen bringen es jeweils auf einen Börsenwert von mehr als neun Mrd. Dollar. Eine Fusion würde einen Konzern mit rund 1 000 Kaufhäusern, mehr als 200 000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von fast 30 Mrd. Dollar schaffen. Er wäre hinter Kmart/Sears die Nummer zwei auf dem US- Markt. Die wirtschaftliche Logik einer Partnerschaft liegt vor allem in der größeren Einkaufsmacht. Zusammen könnten Federated und May gegenüber Textilherstellern, Immobilienfirmen und Werbeagenturen ihre Größenvorteile ausspielen. Zugleich wären beide unter einem Dach besser gerüstet, sollte sich der Konsumboom 2005 wegen steigender Kreditzinsen abschwächen. "Die Integration von May und Federated würde jedoch eine Menge Zeit und Geld kosten", schreibt Linda Kristiansen, Analystin bei der Großbank UBS.

Möglich geworden sind die Fusionsgespräche offenbar, nachdem May-Chef Gene Kahn vergangenen Freitag seinen Rücktritt erklärt hatte. Damit wird der Weg frei für Federated-Chef Terry Lundgren, der als Favorit für die Führung des neuen Kaufhauskonzerns gilt. Beide Firmen hatten bereits vor drei Jahren über einen Zusammenschluss verhandelt. Die Gespräche waren damals gescheitert, weil man sich nicht auf die Besetzung der Führungsriege einigen konnte.

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