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13.05.2014

15:08 Uhr

Bestellfieber

Versanddienste profitieren von Onlinehandel

Es sind beachtliche Zahlen: Neun Millionen Paketsendungen erreichen in Deutschland jeden Tag ihren Empfänger, Tendenz steigend. Eine Triebkraft ist der Onlinehandel, doch auch andere Faktoren befeuern die Branche.

Sie können über Arbeitsmangel nicht klagen – wobei die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen noch einmal auf einem anderen Blatt stehen: Mitarbeiter von Versanddienstleistern. dpa

Sie können über Arbeitsmangel nicht klagen – wobei die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen noch einmal auf einem anderen Blatt stehen: Mitarbeiter von Versanddienstleistern.

BerlinDer ungebrochene Boom bei den Internet-Versandhändlern verschafft Paketdiensten und Spediteuren immer mehr Aufträge. Der Branchenumsatz in Deutschland erhöhte sich im vergangenen Jahr um 3,4 Prozent auf 16,1 Milliarden Euro, wie der Bundesverband Internationaler Express- und Kurierdienste (BIEK) am Dienstag in Berlin mitteilte.

Es wurden 2,66 Milliarden Pakete, Express- und Kuriersendungen auf den Weg gebracht, das sind 3,8 Prozent mehr als 2012. „Das bedeutet, dass an jedem Arbeitstag neun Millionen Sendungen ausgeliefert werden“, sagte Verbandspräsident Gunnar Uldall. Die Zahl der Pakete erhöhte sich um 5,0 Prozent, die der Express- und Kuriersendungen lediglich um 1,9 Prozent.

Nach der Prognose der Verbands wird sich das Wachstum noch beschleunigen. Die Zahl der Sendungen dürfte demnach in diesem Jahr um 3,5 Prozent steigen. In den folgenden vier Jahren bis 2018 geht die BIEK-Prognose sogar von einem Plus von 4,3 Prozent jährlich aus.

Wo Pakete am Wunschtermin kommen

Deutsche Post DHL

Die Deutsche Post will künftig allen Paketempfängern den Lieferzeitpunkt auf vier Stunden genau mitteilen. Kunden erhalten am Vortag der Zustellung eine E-Mail, in der das Zeitfenster genannt wird. Dafür gibt der Absender des Pakets, zum Beispiel ein Onlineshop die E-Mail-Adresse des Empfängers an DHL weiter. Über das Portal Paket.de können Empfänger auch Wunschtag und Wunschort für die Lieferung festlegen, müssen sich hierfür allerdings registrieren. DHL bietet Versendern außerdem kostenpflichtig an, Pakete per Expresszustellung vor einer bestimmten Uhrzeit zu liefern. Bei den Selbstbedienungs-Packstationen des Konzerns können Kunden rund um die Uhr ihre Lieferungen abholen.

GLS

Der Paketlieferant kann den Zustellzeitpunkt für Empfänger zwischen einer und vier Stunden eingrenzen - je nachdem, wie dicht besiedelt das Liefergebiet ist. Meist kann das Unternehmen nach eigenen Angaben den Liefertermin auf zwei Stunden genau vorhersagen. Das Angebot ist für den Versender kostenfrei. Kann ein Paket weder dem Empfänger direkt zugestellt, noch einem Nachbarn übergeben werden, geht es zur Abholung durch den Kunden in einen Paketshop.

DPD

DPD bietet Versendern die kostenpflichtige Möglichkeit, ein Zeitfenster für Paketlieferungen festzulegen. Dieses Zeitfenster beläuft sich nach Angaben des Unternehmens „auf bis zu drei Stunden“, soll aber künftig nur noch 30 Minuten betragen. Empfänger werden am Zustelltag per SMS oder E-Mail über den erwartbaren Zustellzeitpunkt informiert. Alternativ bietet DPD Empfängern an, sich Pakete in einen DPD-Paketshop in der Nähe schicken zu lassen anstatt an die eigene Adresse.

UPS

Der Paketdienst UPS nennt Empfängern bei Standardsendungen kein bestimmtes Zeitfenster für die Lieferung. Die Zustellung erfolgt demnach "üblicherweise zwischen 09.00 und 17.00 Uhr (und manchmal später) an Privathaushalte". Bis zu drei Zustellversuche würden unternommen, Wochenenden und Feiertage sind bei der Zustellung ausgeschlossen. Als Service können Versender die Expresszustellung vor einer bestimmten Uhrzeit hinzu buchen, wie etwa vor 09.00 Uhr oder vor 10.30 Uhr, ebenso wie teils auch die Samstagszustellung.

Hermes

Der Zustelldienst des Versandhändlers Otto will Empfängern ab kommendem Jahr auf ein bis zwei Stunden genau mitteilen, wann sie beliefert werden. Auch will das Unternehmen künftig verstärkt nach Feierabend liefern, wie Hermes-Chef Hanjo Schneider dem "Handelsblatt" im Februar sagte. Bislang liefert Hermes nach eigenen Angaben von montags bis samstags zwischen acht und 20.00 Uhr. Ein bestimmtes Zeitfenster für die Lieferung ist nach Firmenangaben bislang nicht möglich. Auch Hermes leitet Sendungen auf Wunsch der Empfänger in Paketshops weiter.

Wachstumstreiber sind die Bestellungen privater Kunden bei großen Internet-Versandhäusern mit einer breiten Palette von Produkten. „Aber es sind nicht nur Konsumgüter, die verschickt werden“, sagte Uldall. Auch zwischen Unternehmen würden mehr Pakete und Expresssendungen versandt. Der Präsident nannte Ersatzteile für die Industrie oder medizinische Geräte als Beispiele. So seien im vorigen Jahr allein 65 000 Herzschrittmacher an Krankenhäuser geliefert worden.

Von

dpa

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