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23.01.2006

12:36 Uhr

Beteiligungsverhältnisse

Koch: Börse muss deutsch bleiben

VonHermann J. Knipper (Peter Köhler, Robert Landgraf)

Der hessische Regierungschef möchte den Einfluss der Frankfurter Geldhäuser auf die heimische Börsengesellschaft stärken. Durch eine Mehrheit der Aktien in deutscher Hand könnte der Einfluss internationaler Investoren auf das Haus eingedämmt werden.

Roland Koch. Foto: dpa dpa

Roland Koch. Foto: dpa

FRANKFURT. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) setzt sich für eine Neuordnung des Aktionärskreises bei der Deutschen Börse ein. Dabei stellt er die Beteiligungsverhältnisse am Frankfurter Flughafen als Vorbild heraus. Den Flughafen Rhein-Main habe die Landesregierung an die Börse gebracht, damit er die frische Brise des Wettbewerbs spüre. „Aber eine knappe Mehrheit von 50 Prozent plus x bleibt in öffentlicher Hand, solange wir den wichtigen Ausbau des Flughafens vorantreiben. So kann ich verhindern, dass irgendwelche Fonds mir sagen, lass uns doch lieber Hongkong ausbauen und nicht Frankfurt“, erläutert Koch sein Beispiel. Ähnlich stellt sich der Ministerpräsident die künftige Position der Deutschen Börse vor: offen für internationale Investoren, aber mehrheitlich in deutscher Hand.

Nach der Aktienemission der Deutschen Börse Anfang 2001 hatten die Altaktionäre, vor allem heimische Banken und Makler, ihre Anteile schrittweise verkauft. Dadurch haben sie auf der Hauptversammlung des Konzerns nichts mehr zu sagen. Die Folge war im vergangenen Jahr faktisch die Machtübernahme durch Hedge-Fonds unter der Führung von TCI. Sie blockierten Pläne der Frankfurter, die Londoner Börse zu übernehmen, und erreichten den Rauswurf des damaligen Vorstandschefs Werner Seifert. Derzeit versuchen die Hedge-Fonds, die Fusion der Deutschen Börse mit dem französisch dominierten Wettbewerber Euronext einzufädeln.

Koch schlägt jetzt eine Neuordnung der Eigentumsverhältnisse bei der Deutschen Börse vor – mit einer stabilen Mehrheit der großen Marktteilnehmer: „Ich hoffe, dass sich die wichtigen Player am Finanzplatz Frankfurt wieder Schritt für Schritt in diese Position begeben. Dann kann auch nicht bei jeder Hauptversammlung eine ganz neue Mehrheit auftauchen“, sagt der Regierungschef.

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