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10.01.2013

17:32 Uhr

Bierbrauer

Radeberger kassiert im Corona-Pfandstreit Niederlage

Der Braukonzern Radeberger hat im Streit um mögliche Pfand-Tricksereien eine Schlappe vor Gericht kassiert. Der Konzern muss der Deutschen Umwelthilfe nun Abmahnkosten erstatten.

Die Radeberger Brauerei muss der Deutschen Umwelthilfe Abmahngebühren erstatten. dpa

Die Radeberger Brauerei muss der Deutschen Umwelthilfe Abmahngebühren erstatten.

FrankfurtDer Brauereikonzern Radeberger hat im Pfandstreit um Bierflaschen der Marke Corona vor Gericht eine Niederlage erlitten. Das Landgericht Frankfurt verpflichtete das Unternehmen dazu, Abmahngebühren zu übernehmen, die der Deutschen Umwelthilfe (DUH) im Streit mit Radeberger entstanden waren. Das teilte ein Gerichtssprecher am Donnerstag mit. Nach Angaben des Konzerns sind die Abmahngebühren in der - eher symbolischen - Höhe von 243,43 Euro bereits überwiesen.

Die DUH hatte dem Konzern vorgeworfen, rechtswidrig nur 8 statt 25 Cent Pfand für Bierflaschen aus Mexiko erhoben zu haben. In Wahrheit habe es sich um Einweg- und nicht um Mehrwegflaschen gehandelt, da die zurück verschifften Flaschen in Mexiko nicht neu befüllt worden seien. Der Umweltverband wertet die Gerichtsentscheidung als Bestätigung seiner Vorwürfe. Das Unternehmen habe gegen die Verpackungsordnung verstoßen und sich gegenüber rechtstreuen Brauereien einen Verkaufsvorteil verschafft.

Radeberger weist diese Darstellung zurück. Das Gericht habe sich nicht mit der Frage beschäftigt, ob der Konzern vorsätzlich gehandelt habe oder ob die Abweichungen von der Verpackungsordnung durch ein Missverständnis entstanden seien. „Zu keiner Zeit hat die Radeberger Gruppe, wie von der DUH vorgeworfen, vorsätzlich gehandelt“, teilte eine Sprecherin der Gruppe auf Anfrage mit.

Die größten Bierbrauer weltweit

Platz 10

BGI / Groupe Castel (Frankreich)

Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks. Insbesondere in Afrika sind die Franzosen mit ihren Marken Castel und Flag gut aufgestellt.

Ausstoß (Mio. hl): 29,8

*Quelle: Barth-Haas Group/Statista, alle Zahlen für 2015

Platz 9

Kirin (Japan)

Die Japaner haben durchaus Sinn für ausgefallene Bierkreationen, entwarfen vor wenigen Jahren ein Frozen Beer. Obwohl die Brauerei, die zum Industriekonglomerat Mitsubishi gehört, ihre Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt vor zehn Jahren an Asahi abtreten musste, ist sie global führend.

Ausstoß (Mio. hl): 43,1

Platz 8

Beijing Yanjing Beer Company (China)

Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

Ausstoß (Mio. hl): 48,3

Platz 7

Molson-Coors (USA/Kanada)

Die Erfinder des Dosenbiers sind auch international längst eine Größe. 2012 übernahm das Unternehmen die tschechische Brauereigruppe StarBev, zu der auch Staropramen gehört. Dadurch gehören die Amerikaner vor allem in Osteuropa zu den führenden Brauern.

Ausstoß (Mio. hl): 58,1

Platz 6

Tsingtao Brewery (China)

Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

Ausstoß (Mio. hl): 70,5

Platz 5

China Resource Brewery (China)

Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“ für den chinesischen Markt. Und das durchaus erfolgreich. Wächst die Marke weiter wie bisher, dürfte bald im Ranking aufsteigen.

Ausstoß (Mio. hl): 117,4

Platz 4

Carlsberg (Dänemark)

Die Dänen haben sich längst von einer regionalen Marke zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

Ausstoß (Mio. hl): 120,3

Platz 3

Heineken (Niederlande)

Die Welt trinkt Heineken, möchte man meinen. Die Marke hat sich international längst etabliert. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.

Ausstoß (Mio. hl): 188,3

Platz 2

SAB Miller (Vereinigtes Königreich)

Die britische Brauerei ist berühmt-berüchtigt für das „Miller“. Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt.

Ausstoß (Mio. hl): 191,3

Platz 1

Anheuser-Busch Inbev NV/ SA (Belgien)

Der amerikanisch-belgisch-brasilianische Brauriese kann seinen Marktenteil sogar weiter steigern. Mittlerweile stammt jedes fünfte Bier, das weltweit verkauft wird, aus dem Konzern. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's.

Ausstoß (Mio. Hektoliter): 409,9

Der Brauereikonzern hatte bereits vor der Gerichtsentscheidung im Dezember eingeräumt, dass lange Zeit nur neue Corona-Flaschen nach Deutschland gekommen seien. Es habe sich dabei um ein Abstimmungsproblem zwischen Radeberger und einem mexikanischen Partnerunternehmen gehandelt, das inzwischen korrigiert sei.

Von

dpa

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