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12.12.2014

11:15 Uhr

Bieterkampf

Danone behält Medizinsparte für sich

Mehrere Unternehmen zeigten Interesse an Danones Medizinsparte. Doch dem weltgrößte Joghurthersteller ist die Sparte zu wichtig. Danone erteilte dem deutschen Konzern Fresenius und anderen Interessenten eine Abfuhr.

Eine Molkerei des französischen Konzerns Danone. Der Konzern möchte seine Medizinsparte für sich behalten. dpa

Eine Molkerei des französischen Konzerns Danone. Der Konzern möchte seine Medizinsparte für sich behalten.

ParisDer französische Lebensmittelkonzern Danone will seine von mehreren Bietern umworbene Sparte Medizinische Ernährung nun doch behalten. Wie alle zentralen Bereiche des Unternehmens spiele sie für die Zukunft von Danone eine Rolle, teilte Danone am Freitag mit. Am Vortag hatte der Aufsichtsrat Insidern zufolge darüber beraten, ob der weltgrößte Joghurt-Produzent die Abteilung verkaufen oder selbst behalten will. Um die Sparte für Magensonden- und Spezialbaby-Nahrung tobt ein Bieterkampf: Ein von dem deutschen Fresenius -Konzern geführtes Konsortium hatte ebenso Interesse angemeldet wie der US-Konzern Hospira.

Fresenius war zu Jahresbeginn stark an einer Übernahme des Geschäfts interessiert, war dann jedoch wegen des geforderten Kaufpreises aus dem Bieterwettkampf ausgestiegen. Anfangs war über vier bis fünf Milliarden Euro spekuliert worden. Nachdem auch Interessenten wie Hospira und Nestle absprangen, hatten die Franzosen Insidern zufolge eine zweite Bieterrunde eingeläutet. Auch Fresenius sei dann wieder zurück an den Verhandlungstisch gekehrt. Doch der Verkaufspross gestaltete sich den Eingeweihten zufolge komplex. Zuletzt hieß es Ende November, Fresenius sei mit dem Verlauf des Verfahrens unzufrieden und wolle aussteigen.

Fresenius hatte den Kreisen zufolge zusammen mit den Finanzinvestoren PAI Partners und Permira um die Sparte gebuhlt. Laut den Informationen hatten sie geplant, die Sparte anschließend untereinander aufzuteilen. Denn der Bad Homburger Gesundheitskonzern, er mit seinem Segment Kabi bereits klinische Ernährung, Infusionen, Medizinprodukte und Nachahmermedikamente herstellt, wäre möglicherweise mit Kartellpoblemen konfrontiert gewesen.

Neue Finanzchefin

Der Lebensmittelkonzern Danone beruft eine Frau als neue Finanzchefin. Cecile Cabanis trete zum 20. Februar ihren neuen Posten an, teilte Danone am Freitag in Paris mit. Cabanis arbeitet seit 2004 für Danone in verschiedenen Positionen. Der bisherige Finanzchef, Pierre-Andre Terisse, soll sich nun um die Geschäfte in den schnell wachsenden Regionen, und hier vor allem um Afrika und Asien, kümmern.

Der Lebensmittelkonzern (Marken wie Fruchtzwerge, Actimel, Milupa oder Volvic) will mit seiner Strategie „Danone 2020“ in den Wachstumsregionen punkten und hat dafür milliardenschwere Investitionen angeschoben. Weltweit arbeiten für den Konzern etwa 104 000 Menschen an 190 Standorten, darunter auch Deutschland.

Von

rtr

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