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17.11.2011

10:06 Uhr

Bieterkampf um Kaufhof

Berggruen fordert „sauberen Verkaufsprozess“

Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen fordert den Metro-Konzern auf, sich mit seinem Angebot für die Warenhauskette Kaufhof auseinanderzusetzen. Berggruen kritisierte, dass Signa im Bieterrennen bevorzugt werde.

Nicolas Berggruen sieht sich im Rennen um Kaufhof benachteiligt. dpa

Nicolas Berggruen sieht sich im Rennen um Kaufhof benachteiligt.

DüsseldorfDer Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen hat im Bieterrennen um die konkurrierende Warenhauskette Kaufhof sein Interesse unterstrichen. „Wir sind der logische Käufer, denn wir könnten die beiden großen deutschen Warenhausketten unter einem Dach bündeln“, sagte der Milliardär der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) (Donnerstagausgabe). Doch die Kaufhof-Mutter, der Handelskonzern Metro, zögere, sich mit seinem Angebot auseinanderzusetzen, und bevorzuge stattdessen den österreichischen Immobilieninvestor Signa.

Metro hat mittlerweile drei Angebote für seine Warenhauskette Kaufhof auf dem Tisch liegen. Neben Berggruen und dem Unternehmen Signa mit seinem Chef Rene Benko könnte der Düsseldorfer Handelsriese auch auf eine Offerte eines Konsortiums um den ehemaligen KarstadtQuelle-Chef Wolfgang Urban zurückgreifen. Urban hat aber zunächst nur nach einem Mehrheitsanteil an Kaufhof die Fühler ausgestreckt.

Berggruen kritisierte, dass Signa im Bieterprozess bevorzugt werde. „Signa macht seit vier Wochen eine eingehende Unternehmensprüfung, auch für jede einzelne Immobilie, und hat einen riesigen zeitlichen Vorsprung“, sagte der Karstadt-Eigner. Ihm habe die Metro lediglich in einer E-Mail mitgeteilt, dass das Unternehmen zögere, sich mit seinem Angebot überhaupt auseinanderzusetzen. „Da dachte ich erst, das sei ein Witz“, sagte der Milliardär. Berggruen forderte einen „sauberen Verkaufsprozess“, der allen ernsthaft interessierten, seriösen Partnern Einblick in die relevanten Daten gebe.

Berggruen stellte zudem in Frage, dass Benko ein Interesse am operativen Warenhausgeschäft habe. Er frage sich, „warum ein Immobilieninvestor wie Signa, dessen Fokus ja nicht die strategische Weiterentwicklung des Warenhauses, sondern vor allem anderen die Mieterträge aus den Immobilien ist, überhaupt so interessiert ist“. Bei den genannten Preisen für Kaufhof und seine Immobilien seien die Mietrenditen für einen Immobilieninvestor gar nicht mehr besonders spannend, es sei denn die Mieten würden nach der Übernahme stark erhöht oder die Häuser anders als als Warenhäuser genutzt.

Von

rtr

Kommentare (3)

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storytod

17.11.2011, 10:39 Uhr

kommt meister berggruen mit seinen eingekauften,empfänglichen,abgehalfterten schröders und konsorten nicht weiter.empfehle dem herrn nicht auf looser zu setzen und sein geld zusammenzuhalten.

er wirds noch brauchen müssen...

Wann-wachen-die-Eigentuemer-auf

17.11.2011, 13:09 Uhr

Der angedachte Kaufhofverkauf ist ein Stück aus dem Tollhaus. Es stellt sich die Frage nach der wirksamen Vertretung der Eigentümerseite durch die beauftragte Unternehmensführung. Metro (samt Großaktionär Haniel) steckt in einem Umbau der Führungsspitze, der die eigene Verhandlungsposition empfindlich schwächt. So hat jüngst J.Kluge als Chef des Metro-Aufsichtsrates das Handtuch geworfen. Auch der Vorsitzende des Metro-Vorstandes, Cordes, agiert nach langem Zwist nur noch auf Abruf. Die Abkehr vom Unternehmen zeigt sich auch in der Führung des Metro-Großaktionärs Haniel. Hier wirft Kluge ebenfalls hin - diesmal als Unternehmenschef. Derart geschwächt geht Metro in Verkaufsverhandlungen. Auf der Gegenseite sitzt mit Signa ein Immobilientandler samt griechischem Reeder, dem die Frachtraten wegbrechen. Economous Unternehmen Dryships residiert steuerfern auf den Marshallinseln. Kursperformance seit dem emissionsnahen Hoch: -97,5% . Metro wäre gut beraten, den Verkauf auszsetzen, bis auf beiden Seiten des Verhandlungstisches verläßliche Bedingungen herrschen

Aktionaer

18.11.2011, 09:04 Uhr

Was da gerade abläuft hat mit Aktionärsinteressen sehr wahrscheinlich nichts zu tun, da versuchen ein paar Topmanager etwas für sich abzuzweigen. Irgendwie erinnert mich das an den Karstadt-Beschiss mit der stark überteuerten Vermietung.

Ist Metro jetzt ein Selbstbedienungsladen?

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