Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2011

09:51 Uhr

Bilanz 2010

Einzelhandel enttäuscht mit magerem Umsatzplus

Ziemlich gemischt fällt die Bilanz des deutschen Einzelhandels für 2010 aus. Zwar gab es einen nennenswerten Umsatzanstieg. Allerdings fällt der geringer aus als erwartet. Einige Bereiche können sich immer noch nicht aus der Krise befreien.

Das Weihnachtsgeschäft lief gut, aber insgesamt legt der deutsche Einzelhandel nur ein wenig zu. dpa

Das Weihnachtsgeschäft lief gut, aber insgesamt legt der deutsche Einzelhandel nur ein wenig zu.

HB BERLIN. Die Einzelhändler in Deutschland haben 2010 von der anziehenden Konjunktur profitiert und höhere Umsätze erwirtschaftet. Die Branche setzte 2,3 Prozent mehr um als im Krisenjahr 2009, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Bereinigt um Preissteigerungen (real) blieb immerhin noch ein Plus von 1,2 Prozent. „Das ist das stärkste Umsatzplus seit 2004“, sagte ein Statistiker. Der Anstieg fiel damit jedoch geringer aus als in einer ersten Schätzung angenommen.

Im Dezember lief es für die Branche nicht so gut wie erhofft: Verglichen mit dem November hatten die Händler 0,3 Prozent weniger in den Kassen. Von Reuters befragte Analysten hatten dagegen mit einem Umsatzanstieg von zwei Prozent gerechnet. Zugleich revidierten die Statistiker aber das Ergebnis für November etwas nach oben.

Verglichen mit dem Vorjahr hatten die Händler 0,3 Prozent mehr in den Kassen, Preissteigerungen abgezogen blieb jedoch ein Rückgang von 1,3 Prozent. Besonders gut lief es im Weihnachtsgeschäft für Internet- und Versandhändler, die nominal 3,2 Prozent mehr Umsatz erwirtschafteten. Auch das Geschäft mit Bekleidung, Schuhen und Lederwaren lief angesichts der kalten Temperaturen noch einmal besser als im November.

Einen Dämpfer erhielten jedoch die Verkäufer von Einrichtungsgegenständen, die 1,8 Prozent weniger Umsatz erwirtschafteten als im Dezember 2010. Noch seltener fanden die Verbraucher den Weg in Metzgereien, Getränkehändler oder Delikatessenläden: Hier gaben die Umsätze sogar um 3,3 Prozent nach.

Der Großhandel in Deutschland hat im vergangenen Jahr einen Teil der krisenbedingten hohen Umsatzeinbrüche wieder wettmachen können. Wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte, setzten die Betriebe im vergangenen Jahr nominal 11,3 Prozent mehr um als noch 2009. Real ergab sich ein Zuwachs von 6,0 Prozent. Im Jahr 2009 waren die Umsätze gegenüber 2008 nominal um 16,3 Prozent und real um 9,9 Prozent zurückgegangen.

Der Großhandel mit Rohstoffen, Halbwaren und Maschinen, der ein Indikator für die Entwicklung der Industrieproduktion und des Exports ist, setzte 2010 nominal 16,4 Prozent und real 8,2 Prozent mehr um als im Vorjahr. Im Großhandel mit Konsumgütern lagen die Einnahmen nominal um 5,4 Prozent und real um 3,3 Prozent über denen des Jahres 2009.

Im Jahresverlauf schwächte sich der Anstieg der Großhandelsumsätze allerdings etwas ab. Im vierten Quartal wurden real 4,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum umgesetzt. Im dritten und zweiten Jahresviertel hatten sich noch Zuwächse von real 7,5 Prozent beziehungsweise 9,6 Prozent ergeben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×