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14.07.2011

12:27 Uhr

Bilanz 2010

Tengelmann erzielt Ergebnis "über Plan"

Die Handelsgruppe hat im Geschäftsjahr 2010 stark zugelegt und in den ersten sechs Monaten des Jahres 2011 die Erwartungen übertroffen. Bei der Bilanzvorlage äußerte sich Konzernchef Haub auch zu Übernahmespekulationen.

Der Geschäftsführende Tengelmann-Gesellschafter Karl-Erivan Haub (l) und der Geschäftsführer Finanzen, Jens-Jürgen Böckel. Quelle: dpa

Der Geschäftsführende Tengelmann-Gesellschafter Karl-Erivan Haub (l) und der Geschäftsführer Finanzen, Jens-Jürgen Böckel.

MülheimDie Mülheimer Handelsgruppe Tengelmann hat im zurückliegenden Geschäftsjahr 2010 beim Ergebnis deutlich zulgelegt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei von 330 Millionen Euro auf 410 Millionen Euro gestiegen, sagte Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub bei der Bilanzvorlage in Mülheim.

Auch „unterm Strich“ habe Tengelmann in seinem 144. Geschäftsjahr einen „sehr guten Ertrag“ ausgewiesen. Nähere Angaben machte der Chef des Familienunternehmens nicht. Bereinigt um die im vergangenen Jahr aufgegebenen Aktivitäten stieg der Tengelmann-Umsatz um 5,5 Prozent auf 10,52 Milliarden Euro. In den ersten sechs Monaten des neuen Jahres liege das Unternehmen beim Ergebnis „über Plan“ und beim Umsatz „unter Plan“, sagte Haub.

Die Tengelmann-Tochter Obi hat Konzernchef Karl-Erivan Haub zufolge kein Interesse an einer Übernahme des krisengeschüttelten Baumarktkonzerns Praktiker. „Wir schließen irgendeine Art von Übernahme komplett aus“, so Haub. Dies gelte auch für einzelne Teile von Praktiker. In Deutschland wie auch im Ausland gebe es zu viele „Überlappungen“ zwischen beiden Ketten.

Praktiker verliert seit seinem Verzicht auf die unprofitablen 20-Prozent-Rabattaktionen fortwährend Marktanteile in Deutschland und kämpft zudem mit Schwierigkeiten in wichtigen Auslandsmärkten wie Rumänien und Griechenland. Die Baumarktkette hatte zuletzt mitgeteilt, dass ausgerechnet im saisonal wichtigen zweiten Quartal die Umsatz- und Ertragsentwicklung in Deutschland hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei.

Auch bereinigt um die Kosten des Strategieschwenks werde das operative Ergebnis (Ebita) im Gesamtjahr nicht steigen, sondern sinken. Praktiker müsse zudem Wertberichtigungen und zusätzliche Rückstellungen in niedriger dreistelliger Millionenhöhe verbuchen. Haub sagte, in der Baumarkt-Branche trenne sich derzeit „die Spreu vom Weizen“. Einige Vermieter von Praktiker-Märkten seien bereits auf Obi zugekommen, um der Kette Mietverträge für Märkte anzubieten. Ein Praktiker-Sprecher lehnte einen Kommentar dazu zunächst ab.

Für die Branche erwartet Haub eine „Sonderkonjunktur“ durch die Pläne der Bundesregierung zur Energiewende. Obi hatte bereits 2010 ein kräftiges Umsatzplus verbucht.

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