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17.03.2011

15:59 Uhr

Bilanz der Airline

"Es wird kein Spaziergang für die Lufthansa"

VonNils Rüdel

Hoher Ölpreis, Unruhen, Luftverkehrssteuer: Christoph Franz will die Lufthansa dennoch voranbringen. Wie er das anstellen will, verriet der Manager bei seinem ersten großen Auftritt als neuer Konzernchef.

Der neue Vorstandsvorsitzende der Lufthansa, Christoph Franz, spricht auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens. Quelle: dapd

Der neue Vorstandsvorsitzende der Lufthansa, Christoph Franz, spricht auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens.

Frankfurt„Über das vergangene Jahr ließe sich vieles sagen. Eines bestimmt nicht – dass es langweilig war“, sagt Christoph Franz. Dem gut gelaunten Lufthansa-Chef sind sie noch gut in Erinnerung, die für ihn ärgerlichen Luftraumsperrungen nach dem Vulkanausbruch auf Island, der harte Winter und der „teure Pilotenstreik“. „Der Jahresauftakt war ein echter Hindernislauf", sagt Franz auf der Bilanzpressekonferenz von Deutschlands größter Airline.

Der 50-jährige Manager, die Krawatte in Lufthansa-Gelb, die graumelierten Haare ordentlich zum Seitenscheitel gekämmt, kann das alles mit einem Lächeln vortragen. Denn sein Konzern hat im vergangenen Jahr besser abgeschnitten als erwartet. Der ehemalige Passage-Vorstand ist seit dem 1. Januar Vorstandschef, zum ersten Mal trägt er die Jahreszahlen vor.

Und die können sich sehen lassen: Umsatz um 23 Prozent auf 27,3 Milliarden Euro geklettert. Operativen Gewinn von 130 auf 876 Millionen Euro gesteigert. Dank eines Steuereffekts von 400 Millionen Euro einen Überschuss von 1,1 Milliarden Euro erwirtschaftet. 24,5 Prozent mehr Umsatz in der wichtigsten Sparte Passage, 43,3 Prozent mehr und ein Rekordjahr bei der Frachttochter Lufthansa Cargo. Für die Aktionäre eine Dividende von 60 Cent je Aktie.

„Wir können Ihnen heute Zahlen präsentieren, mit denen am Anfang des vergangenen Jahres niemand gerechnet hatte“, sagt Franz zu Beginn. Doch aller Begeisterung zum Trotz: Allzu rosig sieht es nicht überall aus, und das Umfeld könnte günstiger sein. Der neue Chef hat noch viel zu tun.

Deshalb geht er erst einmal zum Angriff über. Mit Blick auf die drückende Konkurrenz durch die Billigflieger etwa will Franz auf der Kurz- und Mittelstrecke Präsenz zeigen: Aufstockung in Düsseldorf und Berlin, mehr Ertrag durch mehr Sitze, gleichzeitig mehr Komfort, neue Billig-Tarife, stärkere Anbindung der Billig-Tochter Germanwings etwa durch gemeinsame Bonusmeilen-Programme.

Kommentare (1)

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Tourist

17.03.2011, 17:24 Uhr

Da hat Herr Franz aber viel Arbeit vor sich. Beispiel: vor ca. 4 Wochen habe ich per Email eine Anfrage wegen eines Flugausfalls gestellt, ich saß in Dubai ca. 9 Stunden fest. Keine Antwort, keine Entschuldigung, keine Entschädigung. Auf dem Hinflug musste ich 100 € für Übergepäck bezahlen. Hätte ich Emirates gebucht wären 30kg Freigepäck statt 20kg dabei gewesen und ein attraktives Inflight Entertainment. Heute habe ich für einen neuen Flug gleich Emirates gebucht - obwohl ich bisher die Lufthansa immer bevorzugt habe. So macht man keine gute Arbeit am Kunden, vermutlich hat Herr Franz das aber erkannt und ändert nun alles.

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