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08.11.2014

16:41 Uhr

Bilanz des Arbeitsausstandes

Streik kostet Bahn hohe Millionenbeträge

Während die GDL sowohl von neuen Streiks als auch von Verhandlungen spricht, lecken andere ihre Wunden: Der Streik der Lokführer trifft vor allem die Bahn. Doch auch andere Branchen haben mit Verlusten zu kämpfen.

Während die GDL sich über die gerichtliche Anerkennung des Arbeitsausstandes freut, zählen andere die Verluste des Streikwochenendes zusammen: Hotels haben mit Stornierungen ordentlich zu tun. dpa

Während die GDL sich über die gerichtliche Anerkennung des Arbeitsausstandes freut, zählen andere die Verluste des Streikwochenendes zusammen: Hotels haben mit Stornierungen ordentlich zu tun.

FrankfurtDer Streik der Lokführer hat die Bahn am Wochenende nach eigenen Angaben erneut viel Geld gekostet, obwohl wenn die Arbeitnehmer ihre Aktion nun schon am Samstagabend vorzeitig beenden. Insgesamt habe der Konzern durch die Arbeitsniederlegungen der Lokführer schon einen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe erlitten, so das Unternehmen. „Der Schaden beträgt bislang mehr als 100 Millionen Euro und wird sich auch in dieser Größenordnung in unserer Jahresbilanz niederschlagen“, sagte Bahnchef Rüdiger Grube der „Bild am Sonntag“. „Vom Imageschaden und Vertrauensverlust der DB ganz zu schweigen“, fügte er hinzu.

Die GDL mutmaßt, die Streiks könnten den Konzern inzwischen mehr kosten als ihre Tarifforderungen – allerdings nannte die Gewerkschaft keine konkreten Zahlen zur Kalkulation. Der Verkehrsökonom Christian Böttger nannte „Focus Online“ die Summe von 35 Millionen Euro pro Jahr. Der Knackpunkt der Tarifverhandlungen ist bislang jedoch nicht die Frage, ob die Lokführer mehr Geld bekommen. Die GDL will auch Tarifabschlüsse für Zugbegleiter verhandeln, worum sich bislang die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft kümmert.

Über führerlose Züge will die Bahn trotz der zuletzt häufigen Streiks der 20.000 GDL-Lokführer nicht nachdenken. Technisch sei das möglich, schon heute führen Hunderttausende Fahrgäste weltweit in fahrerlosen Zügen - etwa in Nürnberg, Paris oder Sao Paulo, sagte der Bahnchef. „Uns geht es aber darum, dass sich unsere Kunden wohlfühlen und ein optimales Sicherheitsgefühl haben. Darum sind Züge ohne Lokführer für uns derzeit kein Thema“, sagte Grube. „Wir sollten dies nicht unter dem Druck eines Streiks diskutieren und schon gar nicht damit drohen“, fügte er hinzu.

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Neben der Bahn litten auch viele andere Unternehmen unter einem der längsten Streiks in der Geschichte der Bahn. Das betraf nicht nur auf Güterlieferungen angewiesene Industrieunternehmen, sondern auch die Tourismusbranche. Sie hatte mit abgesagten Stadtführungen und stornierten Hotelübernachtungen zu kämpfen. „Wir haben aus allen Landesteilen und Betrieben von Stornierungen und Nachfragen von Kunden gehört, sagte ein Sprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) der dpa. Wie hoch die Einbußen für Hotels und Gaststätten seien, lasse sich aber nicht beziffern.

„Der Streik ist für uns ein großes Ärgernis“, sagte ein Sprecher des Internationalen Congress Centers Dresden. An diesem Wochenende tagt dort die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Kommentare (6)

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Herr Ylander Ylander

07.11.2014, 16:03 Uhr

Die Gerichtsentscheidung ist ein Schlag in das Gesicht der Bahnkunden.

Und es ist ein Schlag in das Gesicht von Arbeitnehmern, die nicht tariflich gebunden sind und damit nicht streiken dürfen, und die oft jahrelang überhaupt keine Lohnerhöhung erhalten.

Frau Dr. Max Motte

07.11.2014, 16:08 Uhr

"GDL-Streik endet schon am Samstag"


Haben die Hetzmedien ihr Ziel erreicht?

Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien?

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Account gelöscht!

07.11.2014, 16:14 Uhr

Klasse, vorbildlich wie die GdL trotz fest gefahrener Fronten im Arbeitskampf Rücksicht auf die Bahnkunden nimmt, im Gegensatz zum Vorstand, der sich NULL bewegt und nicht mal vor der deutschen Geschichte, insb. den 25-jährigen Jubiläumsfeiern zum Mauerfall in Berlin, Rücksicht nimmt.

Und das obwohl die Rechtsprechung mit ihrer Entscheidung der GdL Recht gegeben haben und dem Bahnvorstand ein schallende Ohrfeige.

GdL, ihr seid zwar eine rel. kleine Gewerkschaft an Mitgliedern, aber ihr habt trotzdem Größe.

Genau andersherum im Bahnvorstand: großes Bankkonto, kleiner Geist.
Diese Ex-Politiker von SPD und CDU im Bahnvorstand (zB "Halt-die-Fresse"-Pofalla) scheren sich halt um nichts außer sich selbst.

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