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24.05.2011

11:04 Uhr

Bilanz-PK

Discounter Penny wirft Schatten auf Rewe-Bilanz

Beim Handelsriesen Rewe laufen die Geschäfte auf den ersten Blick richtig gut: Der Vorstandsvorsitzende Alain Caparros kann kräftige Zuwächse vorweisen. Nur im Discountgeschäft muss er herbe Rückschläge einstecken.

Der zweitgrößte Lebensmittelhändler in Deutschland kämpft mit mehreren Baustellen. Quelle: dpa

Der zweitgrößte Lebensmittelhändler in Deutschland kämpft mit mehreren Baustellen.

KölnBei Rewe laufen die Geschäfte auf den ersten Blick richtig gut: Die Einzelhandels- und Tourismusgruppe Rewe ist mit einem deutlichen Umsatzanstieg ins Jahr 2011 gestartet und blickt nun mit "großer Zuversicht" auf das Gesamtjahr. Von Januar bis April seien die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent gestiegen, teilte Rewe am Dienstag in Köln mit. Konzerchef Alain Caparros führte den Zuwachs auch auf das "robuste Konsumklima" im deutschen Heimatmarkt zurück.

2011 werde aber "kein Selbstläufer", da steigende Kosten für Energie und Kraftstoffe den Verbrauchern auch Kaufkraft entzögen. Mit Investitionen von 1,3 Milliarden Euro will Caparros das Wachstum des Konzerns weiter ankurbeln. 350 Märkte im In- und Ausland sollen 2011 dazukommen.

Im vergangenen Jahr war der Gesamtumsatz einschließlich der selbstständigen Einzelhändler um vier Prozent auf rund 53 Milliarden Euro geklettert. Dabei konnten 2010 vor allem die Rewe- und Toom-Märkte in Deutschland zulegen, auch die Tourismus-Sparte, wo Rewe unter anderem mit Marktführer TUI konkurriert, baute ihren Umsatz aus. Die Gruppe profitiert von der Renaissance der Vollsortimenter in Deutschland. Im hartumkämpften deutschen Heimatmarkt wuchs der Kölner Konzern mit neuen Konzepten wie den kleinen Supermärkten "Rewe City", mit verlängerten Öffnungszeiten und auch mit Zukäufen im vergangenen Jahr sogar stärker als im Ausland.

Penny macht Caparros Sorgen

Auf der anderen Seite kämpft der zweitgrößte Lebensmittelhändler in Deutschland mit mehreren Baustellen - die größte ist das Discountgeschäft. Probleme macht die Discounttochter Penny - und das ausgerechnet einem Ex-Discount-Manager. Caparros war von 1994 bis 1999 bei Aldi Nord, war sogar Generaldirektor von Aldi Frankreich. Das Geschäftsmodell der Billigketten kennt er damit eigentlich aus dem Effeff. "Die Deutschen haben das Aldi-Gen in sich", sagte der 54-Jährige kürzlich in einem Interview. Auch nach seinem Wechsel über mehrere Zwischenstationen zur Rewe 2004 war der Manager zunächst unter anderem für das Discountgeschäft zuständig. Die Erlöse sanken bei Penny im scharfen Preiswettbewerb um 1,2 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Die Gewinne im operativen Geschäft (Ebit) stagnierten. Das Ebit lag 2010 im Konzern mit 502 Millionen Euro nahezu auf der Höhe des Vorjahres, als operativ 499,7 Millionen Euro verdient worden waren.

Mit der Entwicklung der Discount-Tochter „können wir nicht zufrieden sein“, sagte Rewe-Chef Alain Caparros. Nun sollten Logistik, Frische und Läden verbessert werden. Dies werde „nicht in sechs oder zwölf Monaten erledigt sein“, sagte Caparros.

Kommentare (1)

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Querdenker

24.05.2011, 12:19 Uhr

REWE hat gut reden. Die Penny-Filialen sind personalmäßig total unterbesetzt. Das Personal muss aufrämen, einräumen, aufbacken, MHD kontrollieren und kassieren. Das muß häufig eine einzige Kraft im ganzen Supermarkt bewältigen. Der Kunde muss sich bei Penny viel Zeit nehemn. Nicht zum einkaufen sondern zum zahlen. Die Kassen sind regemäßig unbesetzt.

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