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15.04.2014

15:09 Uhr

Bilanz von SAB Miller

Briten stürzen sich auf Italo-Bier

Die Europäer trinken immer weniger Bier. Der britische Brauereiriese SAB Miller darbt daher auf dem Kontinent. Doch in der Heimat läuft das Geschäft besser – dank einer italienischen Biermarke.

Peroni zum Mitnehmen: Die italienische Marke verschafft dem Braukonzern SAB Miller ein Umsatzplus. WestportWiki (CC-BY-SA-3.0)

Peroni zum Mitnehmen: Die italienische Marke verschafft dem Braukonzern SAB Miller ein Umsatzplus.

DüsseldorfWährend in Italien der Bierabsatz sinkt, erfreut sich italienisches Bier ausgerechnet in Großbritannien größerer Popularität. Peroni Nastro Azzuro, die italienische Marke des weltweit zweitgrößten Brauereikonzerns SAB Miller, hat dem britischen Unternehmen im Geschäftsjahr 2013/14 zu einem Umsatzplus von fünf Prozent auf dem Heimatmarkt verholfen. Das teilte der Konzern am Dienstag bei der Vorlage der vorläufigen Geschäftszahlen mit.

Gleichzeitig konnte der britische Brauereikonzern in Schwellenmärkten wie Afrika, Südamerika und Asien mehr Bier absetzen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Menge um ein Prozent. Dies trägt zu einem organischen Umsatzwachstum von drei Prozent bei. Damit erfüllt SAB Miller nach eigenen Angaben die finanziellen Erwartungen.

„Wir konnten weiterhin ein Umsatzwachstum für das Jahr verkünden, trotz starken Gegenwindes und eines herausfordernden vierten Quartals“, so der Vorstandsvorsitzende Alan Clark. Im Jahr zuvor machte die Brauereigruppe 34,5 Milliarden Dollar Umsatz. Die finalen Jahreszahlen für das im März beendete Geschäftsjahr gibt der Konzern am 22. Mai bekannt.

Gerade in Europa tut sich SAB Miller schwer. Die Absatzmenge fiel um vier Prozent – trotz starker Marken aus dem SAB-Miller-Portfolio wie Pilsner Urquell oder Grolsch. Selbst in Biertrinkerländern wie Tschechien und Polen schrumpfte der Absatz deutlich. 

Peroni wächst gegen den Trend. Es sei die derzeit größte und wachstumsstärkste italienische Export-Biermarke im Konzern. Der Hersteller wirbt auf seiner Website mit modernem italienischem Flair, das eher untypisch für die traditionelle Biernation Großbritannien erscheint. Auch ist das Lagerbier teurer als andere internationale Marken – aber es kommt an.

Vor allem das Geschäft in Restaurants und Bars hatte SAB Miller in den vergangenen Jahren ausgebaut. Im vergangenen Jahr hatte für Aufsehen gesorgt, dass der Konzern das Zapfen von Peroni in einigen britischen Pubs untersagt hatte – offensichtlich weil diese zu schäbig waren.

SAB Miller ist weltweit die zweitgrößte Brauerei hinter Anheuser-Busch Inbev. Der Konzern besitzt eine Beteiligung von knapp 40 Prozent an der südafrikanischen Hotelgruppe Tsogo Sun, die er aber nicht zum Kerngeschäft zählt und jetzt auf den Prüfstand stellt. Ob dies in einen Verkauf münde, sei noch nicht absehbar, hieß es. SAB Miller schätzt den Wert der Beteiligung auf gut eine Milliarde Dollar.

Der Brauereikonzern entstand 2002 aus der Fusion von South African Breweries und Miller Brewing Company. SAB Miller hatte Peroni und dessen vier Brauereien im Jahr 2003 erworben.

Von

Dominik Linke

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