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26.06.2016

09:40 Uhr

Billig-Gouda statt Edel-Käse

Bei deutschen Kunden zählt nur der Preis

Sind die Deutschen ein Volk von Feinschmeckern geworden? Bei einem Blick in die Einkaufskörbe kommen Zweifel auf: Den meisten Kunden geht es nicht um Spezialitäten, sondern eher um eine günstige Grundversorgung.

Im Supermarkt spielt der Preis für die Deutschen eine große Rolle. Für 63 Prozent der Kunden steht das gute Preis-Leistungsverhältnis bei der Auswahl eines Lebensmittelladens im Vordergrund. dpa

Lebensmitteleinkauf

Im Supermarkt spielt der Preis für die Deutschen eine große Rolle. Für 63 Prozent der Kunden steht das gute Preis-Leistungsverhältnis bei der Auswahl eines Lebensmittelladens im Vordergrund.

EssenGanz gleich ob das bunte Obst im Laden zu kunstvollen Pyramiden gestapelt ist, oder der fangfrische Fisch mit glasklaren Augen aus dem Eis glotzt, bei vielen Verbrauchern wandert der Blick zuerst auf das Preisschild. Jahrelange Diskussionen über ein Ende der „Geiz ist Geil“-Mentalität haben in Deutschland nach Ansicht von Experten bislang kaum Spuren hinterlassen.

Vor allem bei der Auswahl ihres bevorzugten Lebensmittelgeschäfts ist bei deutschen Verbrauchern der Preis immer noch Trumpf. „Insgesamt zeigt sich, dass in Deutschland der Preis beim Lebensmitteleinkauf eine sehr wichtige Rolle spielt. Er beeinflusst die Kaufentscheidung massiv“, stellt der Vorsitzende der Geschäftsführung des Marktforschungsunternehmens Nielsen in Deutschland, Ingo Schier, fest. Erst nach dem Preis folgten Kriterien wie Geschmack, Auswahl oder Marke.

Belegen möchte Schier diese Behauptung mit einer aktuellen Internet-Umfrage seines Unternehmens unter mehr als 30.000 Verbrauchern aus 61 Ländern. Während für fast zwei Drittel (63 Prozent) der Kunden in Deutschland das gute Preis-Leistungsverhältnis bei der Auswahl eines Lebensmittelladens im Vordergrund stehe, gehe es bei den europäischen Nachbarn vor allem um ein qualitativ hochwertiges und frisches Angebot (58 Prozent).

Bei den deutschen Kunden rangiere das Angebot an Frische-Produkten dagegen erst auf Platz drei der Rangliste. Wichtiger als das Angebot sei sogar noch die Lage des Geschäfts.

„Die Menschen sind überall preisbewusst, in Deutschland aber noch mehr als anderswo“, beschreibt der Geschäftsführer des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI, Michael Gerling, die Mentalitätsunterschiede. Mit einem Marktanteil von deutlich über 40 Prozent seien Discounter in Deutschland so gefragt wie in keinem anderen Land.

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