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08.10.2014

11:47 Uhr

Billig-Kleidungskette

Primark trotzt dem Etiketten-Skandal

Die Billig-Modekette Primark musste trotz des Etikettenskandals keinen Gewinnrückgang hinnehmen. Deutschland-Chef Wolfgang Krogmann will sich in Zukunft „noch sorgfältiger mit diesen Dingen beschäftigen“.

Eine Filiale von Primark: Der Ansturm bleibt gleich hoch. dpa

Eine Filiale von Primark: Der Ansturm bleibt gleich hoch.

StuttgartDie Debatte um Etiketten mit vermeintlichen Hilferufen von Textilarbeitern hat der Billig-Modekette Primark nach eigenen Angaben finanziell nicht geschadet. „Es hat uns keinen Umsatz gekostet, aber eine Diskussion befeuert, mit der wir uns in der Firma auseinandergesetzt haben“, sagte Deutschland-Chef Wolfgang Krogmann den „Stuttgarter Nachrichten“ (Mittwoch).

Die Kette habe Konsequenzen aus dem Fall gezogen. „Wir haben es als Aufforderung verstanden, uns noch sorgfältiger mit diesen Dingen zu beschäftigen“, sagte der Manager. Ein Teil davon sei ein Verhaltenskodex darüber, wie Lieferanten sich gegenüber Mitarbeitern zu verhalten haben. Hinzu kämen Leitlinien zu Arbeitszeiten, Pausen und Gebäudesicherheit.

Warum Primark so erfolgreich ist

Masseneinkauf

Primark kauft seine Kleidungsstücke in sehr hohen Stückzahlen und nur in gängigen Größen ein. Das bringt Mengenrabatte.

Verzicht auf Marge

T-Shirts für 2,50 Euro und die Jeans für 8 Euro: Um die Kunden in den Laden zu locken, setzt Primark auf Kampfpreise. Das Motto: „Look good, pay less“. Konsequent versuchen die Iren, die Konkurrenten von H&M oder Zara zu unterbieten, und dennoch modisch aktuell zu sein. Damit verbindet Primark Eigenschaften der Premiumkonkurrenz mit Discountern wie Kik oder Takko.

Schlanke Organisation

Das Unternehmen versucht, unnötigen Verwaltungsaufwand zu sparen. Es gibt wenige Hierarchiestufen und die Manager organisieren vieles selbst, wofür andere Unternehmen zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Der Chef für Deutschland und Österreich, Wolfgang Krogmann, hat keine Sekretärin. Auf Werbung verzichtet das Unternehmen weitestgehend – abgesehen von Plakatwerbung vor der Neueröffnung von Filialen.

Erfolgreiches Nicht-Marketing

Trotz eines quasi nicht vorhandenen Werbebudgets wird über Primark gesprochen: Vor allem im Internet, in den sozialen Netzwerken und auf Youtube. Durch den hohen Faktor der Mund-zu-Mund-Propaganda verschafft sich Primark Coolness, auch ohne Hochglanzplakate.

Primark war im Sommer in die Kritik geraten, weil Kunden von angeblichen Hilferufen berichtet hatten, die in Kleidung eingenäht waren. Der Modehändler hatte damals von einem „Streich“ gesprochen. Das irische Unternehmen eröffnet in dieser Woche eine neue Filiale in Stuttgart, in Berlin kam kürzlich eine große Niederlassung am Alexanderplatz hinzu.

Von

dpa

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