Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.11.2013

20:33 Uhr

Billigbäcker

Finanzinvestor übernimmt Backwerk

Der Billigback-Pionier Backwerk gehört künftig zum skandinavischen Finanzinvestor EQT. Mit dem kapitalstarken Besitzer will der Billigbäcker das internationale Wachstum vorantreiben.

Hans-Christian Limmer (links) und Dirk Schneider leiten weiter die Geschicke von Backwerk. Pressebild

Hans-Christian Limmer (links) und Dirk Schneider leiten weiter die Geschicke von Backwerk.

EssenMit einer Selbstbedienungsbäckerei in Essen startet Backwerk im Jahr 2003 eine kleine Revolution im traditionellen Brotland Deutschland. Die Zahl der Billigbäcker hat seitdem rasant zugelegt. Bis heute ist Backwerk Marktführer in der hart umkämpften Branche – und hat nun einen neuen Besitzer.

Der skandinavische Finanzinvestor EQT hat die Mehrheit am Backunternehmen erworben, das bisher vor allem in deutschsprachigen Ländern aktiv ist. Die 300 Franchise-Filialen mit 2.300 Angestellten des Backwerk-Imperiums wechseln damit den Besitzer.

An der Unternehmensspitze soll sich durch aber nichts ändern. Die Gründer Hans-Christian Limmer und Dirk Schneider sollen die Geschäfte weiter leiten und halten weiterhin eine Minderheitsbeteiligung.

Im vergangenen Jahr kam Backwerk auf einen Umsatz von 162 Millionen Euro. Neben Deutschland betreibt der Billigbäcker auch Filialen in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien und Osteuropa. Gerade Handwerksbetriebe beklagen sich über die Billigkonkurrenz. In 300 Filialen verkauft Backwerk nach eigenen Angaben Brötchen zu 15 Cent, während sie bei Handwerksbäckern im Schnitt 32 Cent kosteten.

Das Unternehmen will den Umsatz in diesem Jahr um mindestens fünf Prozent auf 171 Millionen Euro steigern. Die Rendite der im Franchise-System arbeitenden Filialen beziffert das Unternehmen im Schnitt auf zehn Prozent. Das Betriebsergebnis (Ebitda) von Backwerk lag zuletzt bei 14 Millionen Euro.

Die zehn größten Gastronomiebetriebe Deutschlands

Platz 10

Aral

Die Tankstellenkette erzielte laut Deutschem Fachverlag im Jahr 2012 einen Umsatz von 175,8 Millionen Euro mit seinen „Petit Bistro“-Verkaufsstellen in 1084 Tankstellen. Damit gab es Stagnation im Vergleich zum Vorjahr.

Platz 9

Ikea

Vom Skandal um Pferdefleisch in den beliebten Hackfleischbällchen „Köttbullar“ war im vergangenen Jahr noch nicht die Rede. Die Restaurants in den 46 Ikea-Möbelhäusern konnten 1012 einen Umsatz von 179 Millionen Euro verbuchen, ein Plus von etwa 2,5 Prozent.

Platz 8

SSP Deutschland

Der Betreiber von Restaurants und Geschäften in Bahnhöfen und Flughäfen musste einen leichten Umsatzrückgang um drei Millionen auf 182 Millionen Euro verkraften.

Platz 7

Subway

Die Zahl der Filialen der Sandwich-Kette ging zwar leicht um 12 auf 600 zurück im Jahr 2012. Doch der Umsatz konnte geschätzt um zehn auf 185 Millionen Euro zulegen.

Platz 6

Yum Restaurants

In China kämpft der Yum-Konzern mit Umsatzrückgängen bei seiner Marke Kentucky Fried Chicken, nachdem Nachrichten über minderwertiges Hühnerfleisch die Runde gemacht hatten. Auch die Pizza-Hut-Kette und Taco Bells gehören zum Unternehmen. In Deutschland baute Yum die Zahl der Filialen im Jahr 2012 um 16 auf 157 aus und steigerte den Umsatz um mehr als zehn Prozent auf 199 Millionen Euro. Das reichte für Rang 6 statt Rang 7 im Vorjahr.

Platz 5

Nordsee

Unter den größten fünf Unternehmen gab es keine Veränderung. Die Nordsee-Fischrestaurants machten 291 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2012 ein Rückgang um zehn Millionen Euro. Auch die Zahl der Filialen ging zurück auf 336 Restaurants (Vorjahr: 345).

Platz 4

Autobahn Tank & Rast

Insgesamt 392 Raststätten an Autobahnen betreibt das Unternehmen. Der Umsatz belief sich 2012 geschätzt auf 599 Millionen Euro. Damit gelang nur ein minimales Plus.

Platz 3

LSG Lufthansa Service

Der Caterer der Fluggesellschaft Lufthansa steigert den Umsatz um etwas mehr als zwei Prozent auf 730 Millionen Euro.

Platz 2

Burger King

Die Fast-Food-Kette hat 700 Restaurants (Vorjahr: 696) und legte 2012 geschätzt beim Umsatz um etwas mehr als fünf Prozent auf 833 Millionen Euro zu. Das reichte nicht, um sich näher an den Erzrivalen heranzupirschen …

Platz 1

McDonald’s

… der unangefochten auf Rang 1 liegt. Mit 1440 Restaurants setzt McDonald’s 3,25 Milliarden Euro um und wuchs prozentual zwar langsamer als Burger King. Doch absolut legte der Umsatz um 52 Millionen Euro zu. Allerdings sackte die Zahl der Gäste unter die 2011 noch geknackte Marke von eine Milliarde.

„Zusammen wollen wir neue Geschäfte in Deutschland eröffnen, aber auch die internationale Expansion vorantreiben“, sagte EQT-Manager Hasso Kämpfe, der künftig auch den Aufsichtsrat dem Aufsichtsrat des Unternehmens vorstehen soll. Zur skandinavischen EQT-Gruppe gehören Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von 25 Milliarden Euro und 550.000 Angestellten.

Von der Größe des neuen Partners wollen darum auch die Backwerk-Gründer profitieren. „Backwerk war bisher sehr erfolgreich, aber nun haben wir einen Punkt erreicht, an dem wir einen starken Partner wie EQT brauchen, um unser Geschäft und unser Wachstum wie geplant fortzusetzen“, kommentierte Dirk Schneider.

Über den Verkaufswert der Anteile haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Branchenbeobachter taxieren den Kaufpreis auf bis zu 100 Millionen Euro. Die Zustimmung der zuständigen Behörden zur Übernahme wird für das erste Quartal 2014 erwartet.

Von

bay

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×