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11.08.2014

18:13 Uhr

Billiges Handy

Microsoft will in Entwicklungsländern punkten

Gerade einmal 19 Euro soll das neue Nokia 130 kosten. Damit möchte sich der Technologieriese Microsoft Marktanteile in Entwicklungsländern sichern. Verkauft werden soll das Handy unter anderem in China und Nigeria.

Ein Handy, das Videos und MP3-Dateien abspielt und dennoch nur 19 Euro kostet möchte Microsoft ab September unter dem Markennamen Nokia anbieten. Rund 300 Millionen Handys jährlich werden im Preissegment unter 35 Dollar (26 Euro) verkauft. dpa

Ein Handy, das Videos und MP3-Dateien abspielt und dennoch nur 19 Euro kostet möchte Microsoft ab September unter dem Markennamen Nokia anbieten. Rund 300 Millionen Handys jährlich werden im Preissegment unter 35 Dollar (26 Euro) verkauft.

New YorkDer US-Technologiekonzern Microsoft will sich mit einem günstigen Handy Marktanteile in den Entwicklungsländern sichern. Das Nokia 130 werde 19 Euro kosten und ab Ende September zu haben sein, teilte der Konzern am Montag mit. Das Gerät mit 1,8-Zoll Bildschirmdiagonale kann demnach Videos und MP3s abspielen, Kurzwellenradio empfangen und auch als Taschenlampe dienen. Sein Akku soll bis zu 36 Tage lang durchhalten.

Das Modell wird den Angaben zufolge unter anderem in China, Indien, Pakistan, Nigeria und Vietnam verkauft. Microsoft verwies in seiner Ankündigung darauf, dass jährlich rund 300 Millionen Handys im Preissegment unter 35 Dollar (26 Euro) verkauft würden. Die Nachfrage nach solchen Geräten wachse weiter.

Das schwierige Smartphone-Geschäft von Microsoft und Nokia

Nokia verlor den Anschluss

Nokia prägte einst den Handymarkt mit, doch dann verloren die Finnen den Anschluss. Beim Vormarsch der Smartphones taten sie sich schwer. Das Google-Betriebssystem Android und das iPhone von Apple setzen dem einstigen Marktführer zu.

September 2010

Stephen Elop wechselt von Microsoft an die Nokia-Spitze.

Februar 2011

Nokia gibt die eigene Smartphone-Software Symbian auf. Fortan setzten die Finnen für ihre Computerhandys auf das Microsoft-System Windows Phone. Zuvor hatte Google versucht, Nokia mit ins Boot der Android-Handybauer zu holen.

Juni 2012

Elop kündigt an, 10.000 Arbeitsplätze bei Nokia zu streichen.

Mai 2013

Das Geschäft mit den Windows-Smartphones kommt nicht in Gang. Deren Marktanteil liegt den Marktforschern von IDC zufolge bei 3,2 Prozent. Android-Handys kommen auf 75 Prozent.

September 2013

Microsoft kündigt an, das Handy-Geschäft von Nokia für 3,79 Milliarden Euro kaufen zu wollen.

April 2014

Kurz vor Abschluss des Verkaufs an Microsoft steckt Nokias Handygeschäft tief in den roten Zahlen. Im ersten Quartal verlor die Sparte 347 Millionen Euro.

Mai 2014

Der Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft bringt Elop Berichten zufolge als Ex-Nokia-Chef gut 24 Millionen Euro ein.

Juli 2014

Microsoft kündigt den Abbau von 18.000 Stellen an. Mit 12.500 Jobs sind vor allem die Ex-Nokianer betroffen.

Juni 2015

Das Geräte-Geschäft wird mit dem Windows-Bereich zusammengelegt. Stephen Elop verlässt Microsoft bereits wieder.

Juli 2015

Microsoft kündigt den Abbau von weiteren 7800 Mitarbeitern an – vor allem im Handy-Geschäft. Der Konzern schreibt bis zu 7,6 Milliarden Dollar ab.

Microsoft hatte Ende April die Übernahme der Handy- und Tabletsparte des finnischen Nokia-Konzerns abgeschlossen. Im abgelaufenen Quartal fuhr die Sparte einen operativen Verlust von 692 Millionen Dollar ein. Mitte Juli kündigte Microsoft die Streichung von 18.000 Stellen weltweit binnen eines Jahres an, die vor allem den früheren Nokia-Bereich trifft.

Von

afp

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