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20.11.2012

11:36 Uhr

Billigflieger

Easyjet gewinnt mehr Firmenkunden

Die Billig-Airline verbucht für das abgeschlossene Geschäftsjahr einen um 28 Prozent gestiegenen Vorsteuergewinn. Auch der Umsatz legte kräftig zu. Das Unternehmen will damit nun auch die Aktionäre beglücken.

Ein Easyjet-Flieger bei der Landung. dapd

Ein Easyjet-Flieger bei der Landung.

LondonDer britische Billigflieger Easyjet hat seinen Gewinn kräftig gesteigert. Das Unternehmen wies am Dienstag für das Ende September abgeschlossene Geschäftsjahr einen um 28 Prozent gestiegenen Vorsteuergewinn von umgerechnet 394 Millionen Euro (317 Millionen Pfund) aus. Der Umsatz erhöhte sich um fast zwölf Prozent auf 4,8 Milliarden Euro (3,85 Milliarden Pfund). Das Unternehmen will an seine Aktionäre eine mehr als doppelt so hohe Dividende ausschütten als noch ein Jahr zuvor.

Der eingeleitete Trend zu Geschäftsreisen hat sich damit ausgezahlt, wie das Unternehmen am Dienstag am Sitz in Luton mitteilte. Unter anderem werde Easyjet ab Frühjahr die Strecke zwischen der nordenglischen Metropole Manchester und Moskau bedienen.
“Inzwischen wechseln immer mehr kostenbewusste Unternehmen zu einer Billigfluggesellschaft”, sagte die Easyjet-Vorstandsvorsitzende Carolyn McCall in einem Interview mit Bloomberg TV, “und davon haben gerade wir profitiert”.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Easyjet werde künftig ein Drittel des Jahresgewinns nach Steuern ausschütten, sagte McCall. Ganz freiwillig scheint dieser Schritt aber nicht: Großaktionär und Easyjet-Gründer Stelios Haji-Ioannou hatte sich zuletzt immer wieder über die Höhe der Dividenden beschwert. Erst im letzten Jahr war eine Ausschüttungsquote von einem Fünftel beschlossen worden.
Easyjet-Chefin McCall hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr unter anderem die Frequenz auf wichtigen Strecken erhöht und die bei Billigfliegern übliche freie Platzwahl durch feste Platzbuchungen ersetzt. Um für Firmenkunden attraktiver zu werden, wurden Umbuchungen ermöglicht und speziell geschulte Verkäufer auf gewerbliche Kunden angesetzt. Im Oktober hatte EasyJet von den britischen Behörden auch grünes Licht für Russlandflüge erhalten und damit den Konkurrenten Virgin Atlantic erfolgreich ausgestochen. Zweimal täglich darf die Airline nun von London Gatwick nach Moskau fliegen, aus Manchester starten viermal wöchentlich Flieger in die russische Hauptstadt.

Die größten Märkte für Billigflieger

Platz 10

Portugal – 951 Starts

Mit 166.723 Sitzplätze und 142 Strecken landet Portugal erneut in den Top Ten.

Platz 9

Schweiz – 1020 Starts

Von den drei Schweizer Flughäfen Basel, Genf und Zürich gehen 152 Strecken ab. Die Flugrouten bieten eine Kapazität für 153.047 Passagiere.

Platz 8

Niederlande – 1147 Starts

Mit der französisch-niederländischen Billig-Airline Transavia haben es die Niederlande in die Top Ten geschafft. Sie bedienen 212 Strecken mit 188.917 Sitzplätzen.

Platz 7

Norwegen – 1599 Starts

Die Billigflieger bieten 281.616 Sitzplätze auf 286 Strecken in und von Norwegen. Die meisten gehen mit Norwegian in die skandinavischen Nachbarländer.

Platz 6

Irland - 1865 Starts

Nur auf Platz sechs landet Irland, obwohl mit Ryanair die größte Billigfluglinie Europas auf der Grünen Insel sitzt und auch die einstige Staatslinie Aer Lingus nun als Low-Cost-Gesellschaft firmiert. 213 Strecken bedienen sie zusammen mit der Konkurrenz. Das macht 300.425 Sitzplätze.

Platz 5

Frankreich – 2913 Starts

Die Top Fünf setzen sich mit der Streckenanzahl deutlich von den Verfolgern ab: 551 Strecken gehen ab Frankreich – fast viermal so viel wie vom zehntplatzierten Portugal. 488.567 Sitzplätze bieten die Billigflieger an.

Platz 4

Deutschland – 5119 Starts

Das geografische Zentrum Europas kommt mit eigenen Billigairlines wie Germanwings auf 658 Strecken mit 792.192 Sitzplätzen.

Platz 3

Italien – 6425 Starts

Italien bleibt auf Rang drei: 1,05 Millionen Sitzplätze auf 1001 Strecken. Die italienischen Anbieter wie Meridiana tragen aber nur wenig zur Sitzanzahl bei.

Platz 2

Spanien – 7594 Starts

Für Billigflieger sind vor allem die Sandstrände im Süden ein beliebtes Ziel. 1,37 Millionen Sitzplätze bringen Spanien auf Platz zwei. Von den 1060 Strecken bietet einige die spanischen Airline Vueling an.

Platz 1

Großbritannien – 10.127 Starts

Mit Abstand die Nummer eins der Liste: 1221 Strecken, das sind rund 160 Strecken mehr als beim zweitplatzierten Spanien. Mit 1,42 Millionen Sitzplätzen liegt Großbritannien ebenfalls vor Spanien.

Methodik

Zweimal im Jahr gibt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) seine Marktanalyse der europäischen Billigflieger heraus. Die Daten beziehen sich auf einer Woche im Sommerflugplan 2013. Als Strecke gelten Hin- und Rückflug einer Verbindung. Sitzplätze sind die verfügbaren Kontingente, nicht die tatsächlichen Passagierzahlen.

Auch an der Börse wird das gewürdigt: Easyjet-Aktien sind seit Jahresbeginn um 70 Prozent gestiegen und die Gesellschaft kommt auf eine Marktkapitalisierung von 2,65 Milliarden Pfund. Zum Vergleich: Air France-KLM Group erreicht derzeit einen Börsenwert von 2,02 Milliarden Euro - rund 1,63 Milliarden Pfund.
Auch neue Investitionen sind geplant: EasyJet erwägt den Kauf moderner Airbus SAS A320neo und Boeing 737 Max-Flugzeugen ebenso wie von Bombardier CSerie-Jets. Die EasyJet-Flotte besteht derzeit aus 214 Airbus der Modelle A319 und A320.

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