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27.01.2007

16:03 Uhr

Billigflieger

Frische Augen für Easyjet

VonRüdiger Kiani-Kress
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Die Schnäppchenfliegerei steht vor einer Zeitenwende. Der Branche droht ein Verdrängungswettbewerb mit ein paar Übernahmen und vielen Pleiten. Dabei ist selbst die Position von Branchenprimus Easyjet im Finale noch nicht gesichert. Wie die Briten ihre Marktführerschaft unter den europäischen Billigfliegern verteidigen wollen.

Easyjet startet in Deutschland unter anderem ab Dortmund. Foto: dpa

Easyjet startet in Deutschland unter anderem ab Dortmund. Foto: dpa

Das Hauptquartier von Easyjet am Rollfeld des Londoner Flughafens Luton vibriert vor Aktivität. Draußen vor dem Ensemble knallorangener Bürocontainer rollen zum Greifen nahe die Flugzeuge vorbei. Drinnen in den Großraumbüros von "Easyland" sitzen gut gelaunte Menschen unter 40 Jahren in Designer-Freizeitkleidung in Grüppchen zu je acht Leuten an Schreibtischen. Trotz der Enge plaudern sie fröhlich am Telefon oder werfen sich Scherze zu, bevor sie wieder lächelnd am Computer tippen.

Ab und zu blickt jemand unsicher hinüber zu einem Einzeltisch hinten in der Ecke. Andy, wie hier alle den knapp 50-Jährigen mit den grauen Schläfen nennen, blickt verbissen auf seinen Laptop, und er trägt Uniform, ein unglücklich geschnittenes grau-orangenes Hemd mit kurzen Ärmeln.

Die gewisse Distanz zu Andrew Harrison, so sein voller Name, rührt aber nicht aus seiner Kleidung, seinem Alter oder daher, dass er der Chef von Easyjet ist, Europas größter Billigfluglinie. Während sein Vorgänger Ray Webster wie fast alle 4500 Beschäftigten sein Berufsleben im Fluggeschäft verbracht hat, kam Harrison erst vor gut einem Jahr in die Branche.





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Der Wechsel vom gutmütig-väterlichen neuseeländischen Porsche-Fahrer Webster zum kühlen britischen Hyundai-Besitzer Harrison ist Teil der Strategie, mit der Easyjet-Gründer und Hauptaktionär Stelios Haji-Ioannou das Unternehmen fit machen will. Trotz aller Erfolge ist Easyjet aus seiner Sicht noch zu sehr Fluglinie und zu wenig ein echtes Unternehmen. "Langfristig brauchen wir keine Experten, sondern Geschäftsleute", sagt der Reedersohn aus Griechenland. Damit sich Easyjet mehr am Kunden ausrichtet und weniger an Ingenieuren, wie sonst oft in der Branche üblich, heuert sie als erste Fluglinie im großen Stil Manager aus anderen Branchen an. Sie sollen alle Teile des Unternehmens mit frischen Augen ansehen - und verbessern.

Nur je ein Mitglied des Verwaltungsrats und des Vorstands haben je bei einer Fluglinie gearbeitet. Der Rest stammt aus der Telefon-, Handels- oder Konsumgüterbranche. Vor fünf Jahren war es die Hälfte. Auch auf der zweiten Führungsebene arbeiten außer im Flugbetrieb immer mehr Branchenfremde wie Deutschland-Chef John Kohlsaat vom Zigarettenkonzern BAT.

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