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17.07.2013

14:30 Uhr

Billigflieger

Piloten drohen Ryanair mit Streik

Eine Pilotenvereinigung droht dem Billigflieger Ryanair mit Streiks. Firmenchef Michael O'Leary hat seine ganz eigene Position zu diesem Arbeitnehmerbündnis – und auch anderen Gewerkschaften.

Marktschreierisch wie immer: Ryanair-Chef Michael O'Leary. dapd

Marktschreierisch wie immer: Ryanair-Chef Michael O'Leary.

HamburgDem irischen Billigflieger Ryanair drohen Streiks seiner Piloten. Akzeptiere das Management der Fluggesellschaft das Pilotenbündnis Ryanair Pilot Group (RPG) nicht als Verhandlungspartner, werde dieses reagieren - „am Ende auch mit Streiks“, sagte der Vorsitzende der vorläufigen RPG-Führung, Evert van Zwol, der Wochenzeitung „Die Zeit“ laut Vorabmeldung vom Mittwoch.

In der RPG ist nach eigenen Angaben mehr als die Hälfte der Ryanair-Piloten organisiert. Das Bündnis wurde im Herbst 2012 gegründet und wählte kürzlich eine vorläufige Führung. Nach Angaben der RPG beschäftigt Ryanair „über 2300 Piloten wie Söldner über hunderte in Irland angemeldete Gesellschaften mit beschränkter Haftung, ohne arbeitsplatzbezogene, finanzielle und soziale Sicherheit“. Insgesamt arbeiten für Ryanair rund 3500 Piloten.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Ryanair-Chef Michael O'Leary will das Pilotenbündnis in seinem Unternehmen nicht akzeptieren und sagte der „Zeit“: „Die RPG existiert nicht.“ Ryanair dulde die Arbeit von Gewerkschaften im Unternehmen nicht, da diese „sich dem Wandel verweigern, selbst wenn der notwendig ist“, sagte O'Leary der Zeitung. Mit Gewerkschaften ausgehandelte Arbeitsbedingungen - wie etwa bei anderen Fluggesellschaften - dürften das Geschäftsmodell des Billigflieger Ryanair erheblich in Frage stellen.

Von

afp

Kommentare (6)

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Bird33

17.07.2013, 15:14 Uhr

Tja, da kann man als Verbraucher oder Nutzer nur einen Kommentar abgeben: Wenn man billig fliegen möchte, stimmt man dem Herrn O'leary zu, ansonsten sollte man diese Fluglinie meiden. Ich tendiere zu letzterem.
Dies Unternehmen passt leider nicht in mein sozialwirtschaftliches Denkmodell.

Account gelöscht!

17.07.2013, 16:04 Uhr

Darf ich Sie fragen wie oft Sie fliegen und von wo nach wo? Dies würde dem Leser die Möglichkeit geben Ihr sozialwirtschaftliches Denkmodell in die aktuellen Luftverkehrsgegebenheiten einzuordnen.

Account gelöscht!

17.07.2013, 22:31 Uhr

Bitte keine akademischen Diskussionen: Die ökonomisch-technischen Probleme, die dieser Billigflieger in letzter Zeit hatte, sollten auch Leute mit neoliberalem Sturzhelm mitgekriegt haben!

Herr O'Leary ist von gestern, obwohl er glaubt, er sei von übermorgen. Die Piloten von Ryanair werden diesem größenwahnsinnigen Holzkopf hoffentlich bald zeigen, wo der Hammer hängt. Kluge, auf ihr Wohlergehen bedachte Passagiere von Ryanair werden das nicht bedauern, sondern begrüßen.

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