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04.09.2013

09:23 Uhr

Billigflieger

Ryanair-Chef schockt die Aktionäre

Billigflieger Ryanair könnte seine Gewinnziele verfehlen. Grund dafür seien der harte Wettbewerb und ungünstige Wechselkurse, sagt Ryanair-Chef Michael O'Leary - und denkt trotzdem über eine Senkung der Ticketpreise nach.

Ryanair-Chef Michael O'Leary: Der irische Billigflieger stellt die Ziele beim Gewinn infrage. AFP

Ryanair-Chef Michael O'Leary: Der irische Billigflieger stellt die Ziele beim Gewinn infrage.

DublinDer irische Billigflieger Ryanair könnte wegen des harten Wettbewerbs und ungünstigen Wechselkursen seine Gewinnziele für dieses Jahr verfehlen. Der Nettogewinn werde am unteren Ende der bisherigen Spanne von 570 bis 600 Millionen Euro liegen, teilte Ryanair am Mittwochmorgen vor Börsenbeginn mit.

Allerdings räumten die Iren ein, sollten die Ticketpreise wegen des harten Wettbewerbs weiter gesenkt werden müssen, könnte der Gewinn auch darunter liegen. Titel der Billigfluglinie rutschten um 15 Prozent ab auf ein Fünf-Monats-Tief von 5,80 Euro.

Europaweit zählten Fluggesellschaften zu den größten Verlierern. So büßten die Aktien des Billigfliegers Easyjet sieben Prozent ein, Air France fielen um zwei Prozent. Lufthansa waren mit einem Minus von knapp drei Prozent auf 12,92 Euro größter Dax-Verlierer.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Im ersten Geschäftsquartal (bis Ende Juni) war der Gewinn von Ryanair bereits um 21 Prozent auf 78 Millionen Euro zurückgegangen. Zwar konnte der weltgrößte Billigflieger neue Einnahmequellen erschließen - etwa durch die Möglichkeit einer kostenpflichtigen Sitzplatzreservierung. Doch dies reichte nicht aus, um die um sechs Prozent gestiegenen Treibstoffkosten und die Folgen des frühen Osterfestes Ende März, das damit weitgehend nicht ins erste Quartal fiel, auszugleichen.

Ryanair wie auch der kleinere britische Konkurrent Easyjet profitieren derzeit von den Sparmaßnahmen der alt eingesessenen Wettbewerber. British Airways wie auch Air France-KLM haben jüngst Kurzstrecken eingestampft, um ihre Ausgaben zu reduzieren. In diese Lücken drängen nun die Billigflieger. So legte der Umsatz von Ryanair im ersten Quartal zum Vorjahreswert um fünf Prozent zu auf 1,3 Milliarden Euro.

Ryanair kündigte an, im Jahresverlauf neue Routen und Standort bekanntgeben zu wollen. Derzeit würden die Wachstumsmöglichkeiten mit Blick auf den Rückzug von Rivalen wie Air Berlin genau geprüft. Die Aussicht auf solche zusätzlichen Geschäfte hatte die Ryanair-Aktie im Juni auf ein Rekordhoch katapultiert. Wettbewerber Easyjet hat bereits jüngst sein Angebot auf Strecken nach Italien und in die Schweiz aufgestockt. Air France-KLM und Lufthansa geben sich aber nicht kampflos geschlagen. Um bei kurzen Strecken mit der Billigkonkurrenz mithalten zu können, richtete etwa Air France-KLM mittlerweile einen eigenen günstigen Anbieter mit dem Namen Hop ein. Lufthansa deckt das Segment größtenteils über die Tochter Germanwings ab.

Von

rtr

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