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29.07.2013

13:02 Uhr

Billigflieger

Ryanair kämpft mit hohen Spritkosten

Gewinneinbruch beim weltgrößten Billigflieger: Im abgelaufenen Vierteljahr bleiben Ryanair unterm Strich 21 Prozent weniger. Trotzdem hält Chef Michael O'Leary an seinen Zielen für das Gesamtjahr fest.

Michael O'Leary, Chef des weltgrößten Billigfliegers, kämpft mit hohen Kerosinkosten und niedrigen Preisen. Reuters

Michael O'Leary, Chef des weltgrößten Billigfliegers, kämpft mit hohen Kerosinkosten und niedrigen Preisen.

DublinHöhere Kerosinkosten haben beim irischen Billigflieger Ryanair wie befürchtet Spuren in der Bilanz hinterlassen. Der Gewinn sank im ersten Geschäftsquartal von April bis Juni um 21 Prozent auf 78 Millionen Euro, wie die Fluggesellschaft am Montag mitteilte. Zwar konnte der weltgrößte Billigflieger neue Einnahmequellen erschließen - etwa durch die Möglichkeit einer kostenpflichtigen Sitzplatzreservierung. Doch dies reichte nicht aus, um die um sechs Prozent gestiegenen Treibstoffkosten und die Folgen des frühen Osterfestes Ende März, das damit weitgehend nicht ins erste Quartal fiel, auszugleichen.

Ryanair hatte den Markt bereits auf einen Gewinnrückgang in dieser Größenordnung vorbereitet und hält trotz des Einbruchs an den Zielen für das Gesamtjahr fest. So stellt die in Dublin ansässige Airline für das Geschäftsjahr 2013/14 (Ende März) weiterhin einen Gewinn zwischen 570 und 600 Millionen Euro in Aussicht. Anleger beruhigte dies aber nicht: Ryanair-Aktien verloren 2,6 Prozent.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Ryanair wie auch der kleinere britische Konkurrent EasyJet profitieren derzeit von den Sparmaßnahmen der alt eingesessenen Wettbewerber. British Airways wie auch Air France-KLM haben jüngst Kurzstrecken eingestampft, um ihre Ausgaben zu reduzieren. In diese Lücken drängen nun die Billigflieger. So legte der Umsatz von Ryanair im ersten Quartal zum Vorjahreswert um fünf Prozent zu auf 1,3 Milliarden Euro.

Ryanair kündigte an, im Jahresverlauf neue Routen und Standort bekanntgeben zu wollen. Derzeit würden die Wachstumsmöglichkeiten mit Blick auf den Rückzug von Rivalen wie Air Berlin genau geprüft. Die Aussicht auf solche zusätzlichen Geschäfte hatte die Ryanair-Aktie im Juni auf ein Rekordhoch katapultiert. Wettbewerber Easyjet hat bereits jüngst sein Angebot auf Strecken nach Italien und in die Schweiz aufgestockt. Air France-KLM und Lufthansa geben sich aber nicht kampflos geschlagen. Um bei kurzen Strecken mit der Billigkonkurrenz mithalten zu können, richtete etwa Air France-KLM mittlerweile einen eigenen günstigen Anbieter mit dem Namen Hop ein. Lufthansa deckt das Segment größtenteils über die Tochter Germanwings ab.

Die Möglichkeit einer Sitzplatzreservierung gegen Gebühr stieß bei den Ryanair-Kunden offenbar auf große Resonanz. "Wir waren positiv überrascht von der Akzeptanz - Passagiere wollen reservierte Sitze", sagte Ryanair-Finanzchef Howard Miller.

Weil die Oster-Buchungen quasi nicht ins Quartal fielen, sanken die Ticketpreise im Durchschnitt um vier Prozent zum Vorjahr, teilte Ryanair mit. Auch der Streik der Fluglotsen in Frankreich habe sich negativ auf das Geschäft ausgewirkt.

Von

rtr

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