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06.04.2017

15:35 Uhr

Billigflieger

Ryanair warnt vor Brexit-Folgen

Aufgrund des Brexit rechnet Ryanair mit weniger Wachstum. Die Fluggesellschaft verlangt Klarheit über die künftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU. Die Preise sinken laut Ryanair weiter.

„Das einzig Positive für die Kunden ist, dass das zu niedrigeren Preisen führen wird, weil wir den Markt ankurbeln müssen“, sagte Ryanair-Finanzdirektor Neil Sorahan. dpa

Ryanair

„Das einzig Positive für die Kunden ist, dass das zu niedrigeren Preisen führen wird, weil wir den Markt ankurbeln müssen“, sagte Ryanair-Finanzdirektor Neil Sorahan.

LondonDie irische Fluggesellschaft Ryanair warnt vor drastischen Brexit-Folgen für den Luftverkehr. Zeitweise könnten Flugverbindungen zwischen Großbritannien und der restlichen EU komplett eingestellt werden, kündigte Ryanair-Finanzchef Neil Sorahan am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in London an. „Wir müssen uns auf ein Szenario einstellen, in dem man heute zwischen Großbritannien und der EU hin- und herfliegen kann und morgen nicht mehr“.

Die Billigflug-Airline geht davon aus, dass sich die Europäische Union und Großbritannien während der zweijährigen Austrittsgespräche auf ein neues Abkommen zum Flugverkehr einigen. Da aber anschließend die Zustimmung etlicher nationaler Parlamente notwendig sei, könnte eine Lücke entstehen. „Ob das für ein paar Tage ist, ein paar Wochen oder Monate weiß derzeit niemand“, sagte Sorahan.

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Der Brexit könnte gravierende Folgen für den Luftverkehr haben: Die Flugrechte müssen neu geregelt werden. Das könnte einige Gesellschaften von Easyjet bis British Airways in ernsthafte Schwierigkeiten bringen.

Die Fluggesellschaften drängen darauf, schnell Klarheit über ein neues Abkommen für den Flugverkehr zwischen der EU und Großbritannien zu schaffen. Die Branche plant immer schon ein Jahr im voraus.

Für innerbritische Flüge müsste Ryanair, das seinen Sitz in Dublin hat, künftig eine Lizenz beantragen. Sorahan schloss nicht aus, dass die Fluggesellschaft stattdessen auch ganz auf Inlandsflüge im Vereinigten Königreich verzichten könnte. „Das macht weniger als zwei Prozent unserer Kapazitäten aus“, sagte Sorahan.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Frau Rosemarie Berger

06.04.2017, 14:36 Uhr

Nun hört man ja Interessantes zu Schottland. Sowohl der spanische Außenminister als auch der CDU-Politiker Elmar Brok haben erklärt, dass einem EU-Beitritt eines unabhängigen Schottlands nicht viel im Wege stünde. Das könnte natürlich auch ein Ausweg für all die Firmen sein, die von London nicht mehr freien Zugang zur EU hätten. Vor allem aber ist es ein Pfahl im Fleisch der Brexit-Befürworter, die das Thema Schottland am liebsten ganz weit weg verlegen möchten. Dabei geben sie selbst an, den Brexit als Weg in die "Freiheit und Selbstbestimmung" zu betrachten, haben aber keine Hemmungen, den Schotten diesen Weg zu verweigern. Da kommt Schadenfreude auf. Schließlich sind sie ja auch gegenüber der EU nicht zimperlich, warum also sollte umgekehrt die EU Rücksicht nehmen? Die Vorstellung ist einfach unwiderstehlich, die Ryan-Air-Verbindungen gehen dann von Frankfurt nach Glasgow und dann müssten die Brexit-Briten den Heimweg nach Passkontrolle mit dem Bus antreten, wenn es denn billig bleiben soll. Da ich mich aus Solidarität mit dem EU-Parlament als "Mafiosi" betrachte, ist Mitleid kaum vorhanden.

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