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10.03.2011

07:41 Uhr

Billigstromanbieter

Gläubiger setzen Teldafax-Vorstände ab

VonJürgen Flauger, Sönke Iwersen

ExklusivDie wochenlangen Streitereien um den Billigstromanbieter Teldafax haben ein überraschendes Ende gefunden. Gläubiger des Unternehmens haben die Macht an sich gerissen und den Vorstand abgesetzt.

Teldafax-Zentrale in Troisdorf bei Bonn: Die Gläubiger haben das Kommando beim Billigstromanbieter übernommen. Quelle: dpa

Teldafax-Zentrale in Troisdorf bei Bonn: Die Gläubiger haben das Kommando beim Billigstromanbieter übernommen.

TroisdorfMehr als ein Jahr lang ist Klaus Bath seinem neuen Investor hinterhergelaufen. Ein Jahr hielt der Vorstandsvorsitzende von Teldafax den Einstieg des großen Unbekannten aus dem Osten wie einen Schutzschild vor sich. Alle Kritik an Baths Leistung, alle Zweifel an seinem Geschäftsmodell, würden mit der Übernahme durch einen strategischen Investor hinfällig, so die Parole. Doch nun, nach monatelanger Verzögerung, ist er tatsächlich da, der Investor. Genauer: Es sind sogar zwei. Ihre erste Amtshandlung: Sie teilten Bath mit, dass sie auf seine Dienste verzichten.

Bath, seit 2007 Vorstandschef des Stromanbieters, muss seinen Posten mit sofortiger Wirkung verlassen. Auch sein Vorstandskollege Gernot Koch verliert seine Zuständigkeit. Die Gesellschafter, der russische Energieversorger Energo Stream und der deutsche Fonds Debi Select, haben den kompletten Aufsichtsrat umbesetzt und kehren von oben nach unten durch. „Natürlich haben wir ein paar gute Leute identifiziert, mit denen wir weiterarbeiten wollen“, sagte ein Beteiligter dem Handelsblatt. „Aber in der Führung brauchen wir einen Neustart. Wir brauchen unbelastete Personen.“ Der Investorenvertreter spielte damit auf die Arbeit der Staatsanwaltschaft Bonn an, die bei Teldafax wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung ermittelt. Er kündigte an, mit den Behörden zusammenarbeiten zu wollen.

Selten ist die Investorensuche eines deutschen Unternehmens so gründlich schief gelaufen wie beim Troisdorfer Stromanbieter Teldafax. Stattliche 300 Millionen Euro, so zeigen interne Unterlagen, waren 2009 als Preis schon vorverhandelt. Der Käufer: Gazprom. Doch der Deal scheiterte. Anschließend verhandelte Teldafax mit der Investmentbank Eco3 Capital – hier war ein Preis von 147 Millionen Euro fixiert. Doch auch mit Eco3 wurde Teldafax nicht handelseinig.

Der letzte Verhandlungspartner ist der, der nun tatsächlich einsteigt: der russische Versorger Energo Stream. Hier wurde Anfang 2010 ein Kaufpreis von 100 Mio. Euro für 75 Prozent der Aktien vereinbart. Nun sieht der Deal ganz anders aus. Energo Stream übernimmt nicht 75 Prozent der Aktien, sondern nur 49. Und die Investoren zahlen nicht 100, sondern nur 3,9 Millionen Euro. Das Geschäft wird über ein Zwischengesellschaften abgewickelt.

Die Übernahme gleicht mehr einer Notgeburt, als eine Wunschhochzeit. Beide Investoren steigen vor allem aus einem Grund bei Teldafax ein: sie haben sich eh schon so stark an dem Stromanbieter beteiligt, dass sie nun alles tun wollen, um ihr Investment zu retten.

Kommentare (9)

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Sportpilot

10.03.2011, 08:39 Uhr

Ist das wieder Handelsblatt parteiische Headline? „Gläubiger setzen Teldafax-Vorstände ab“

Warum nicht: „Teldafax an Investor verkauft“?

Ich habe das Handelsblatt Angebot bissher immer wegen seiner Sachlichkeit und Neutralität geschätz und nicht wegen solchen polemische Possen wie: „…Gläubiger des Unternehmens haben die Macht an sich gerissen…“

Wie auch immer, der Strom kommt trotzdem noch aus der Dose.

ernst39

10.03.2011, 09:11 Uhr

wer sind die dummen ...wie immer der verbraucher...das zeigt mal wieder,das die grundversorgung der bevölkerung nicht in private hände gehört ...

Bernhard

10.03.2011, 10:08 Uhr

Selten ein so schlechtes Deutsch und so viele Rechtschreibfehler in einem Artikel versammelt gesehen.

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