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23.11.2012

18:30 Uhr

Black Friday

Die Stunde der Schnäppchenjäger

VonThomas Jahn, Carina Kontio

Der US-Einzelhandel feiert den Tag nach Thanksgiving auf seine Weise: Am „Black Friday“ schlägt die Stunde der Schnäppchenjäger. Riesen-Rabatte locken die Amerikaner in die Läden – Startschuss fürs Weihnachtsgeschäft.

Weihnachtsgeschäft

Schnäppchenjagd am "Black Friday"

Weihnachtsgeschäft: Schnäppchenjagd am "Black Friday"

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New York/DüsseldorfDieses Jahr will Polizeileutnant Jill McDonnell keine Gnade gelten lassen. Wenn Minderjährige wieder zu später Stunde vor den Türen von Wal-Mart oder Target stehen, um sich Schnäppchen zu sichern - dann will er sie verhaften.

Während die Kaufhäuser in den USA früher an Thanksgiving geschlossen waren, können die Amerikaner ihre Shopping-Freude in diesem Jahr schon direkt nach dem Truthahn-Schmaus genießen. Seit einem Jahr öffnen die Kaufhäuser ihre Läden nämlich schon am späten Donnerstag-Abend.

Weil es im vergangenen Jahr "zu einigen Vorfällen" wie Schlägereien oder anderen Streitigkeiten gekommen war, schickt McDonnell diesmal zusätzliche Streifenwagen durch die Stadt Auburn Hill in Michigan, um nach 22 Uhr Kinder und Jugendliche ohne Begleitung eines Erwachsenen einzusammeln.

Die größten Einzelhändler der Welt

Platz 10

Best Buy (USA)

Das US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2010 betrug 50,27 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2010 über einen Umsatz von 67,42 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 68 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 77,95 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2010 gigantisch aus.

Platz 6

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2010 setzte der Lebensmittelhändler 82,19 Milliarden Dollar um.

Platz 5

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 89,08 Dollar im Jahr 2010 ebenfalls einen Spitzenplatz.

Platz 4

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit betreiben die Briten 5390 Supermärkte Großbritannien 94,185 4,104 384.389 Einzelhandel Philip Clarke

Platz 3

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Die Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2010 rund 96,4 Milliarden Dollar um.

Platz 2

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit 471.755 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2010 einen Umsatz von 120,3 Milliarden Dollar. Nur ein Einzelhändler setzte mehr um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 421,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2010 um - bei einem Gewinn von 16 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern 2,1 Millionen Angestellte.

Die Polizisten werden jede Menge zu tun haben. Thanksgiving und der heutige "Black Friday" markieren die wichtigste Zeit für den US-Einzelhandel. In der Zeit bis Weihnachten erzielen viele Ketten rund 30 bis 40 Prozent ihres Umsatzes und den Löwenanteil ihres Gewinns für das gesamte Jahr.

Nach der Prognose des US-Einzelhandelsverbands National Retail Federation werden die US-Läden in diesem Jahr trotz Konjunkturflaute 4,1 Prozent mehr als im Vorjahr umsetzen - das wäre das beste Ergebnis seit fünf Jahren. In einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters und des Marktforschers Ipsos geben zwei Drittel der Konsumenten an, in etwa die gleiche Summe wie vor Jahresfrist einzuplanen. Trifft die Schätzung ein, erlösen die Kaufhäuser und Läden in den kommenden Wochen 586 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: So viel Geld steht dem Euro-Krisenmechanismus ESM derzeit zur Rettung der Europawährung zur Verfügung.

Was passiert mit zurückgeschickter Ware?

6,5 Prozent

Gut 6,5 Prozent der in einer Studie befragten Onlinehändler geben an, dass zurückgeschickte Ware bei ihnen in den Verkauf im Outlet wandert.

25,8 Prozent

Etwa 25,8 Prozent der Onlinehändler senden die retournierte Ware zurück an ihren Lieferanten.

29 Prozent

Bei 29 Prozent der befragten Onlinehändler landet die Ware im Recycling.

51,6 Prozent

Über die Hälfte der befragten Händler senden die Ware wieder zurück an den Kunden.

71 Prozent

Rund 71 Prozent der Onlinehändler bereiten die Ware wieder auf und reparieren sie wieder.

77,4 Prozent

Ohne Aufbereitung können 77,4 Prozent der Onlinehändler ihre Ware wieder direkt wiederverwenden für den Verkauf.

80,6 Prozent

80,6 Prozent der befragten Onlinehändler haben angegeben, dass zurückgeschickte Ware vernichtet wird.

(Quelle: Zeit Nr.34, Grafik S.41)

Der Grund für den Optimismus: Die Arbeitsmarktzahlen und die Lage am Häusermarkt verbessern sich in den USA. "Mit der Gemütslage der Amerikaner geht es aufwärts", sagt Harm Bandholz, US-Chefökonom von Unicredit.

Früher kamen viele US-Einzelhändler erst durch die Weihnachtssaison in die schwarzen Zahlen, daher der Name "Black Friday".

In Amerika entwickelte sich eine Art Kult um den Tag, angetrieben durch Sonderangebote wie Flachbildschirmfernseher für 148 Dollar bei Wal-Mart oder Spiegelreflexkameras für 99 Dollar bei Target. In einer Schätzung der National Retail Federation wollen 147 Millionen Amerikaner am kommenden Wochenende einkaufen gehen, davon knapp die Hälfte am Black Friday.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

23.11.2012, 18:35 Uhr

Schade, dass es so etwas in Deutschland nicht auch gibt. Dann wüsste man klar zu identifizieren wann der verblödete Plebs in der City unterwegs ist !

Konsum_gleich_Ersatzreligion

23.11.2012, 18:49 Uhr

Dumme doofe Konsumenten, die jeden scheiss kaufen, genau das braucht die Wirtschaft, um weiter zu wachsen!

Account gelöscht!

23.11.2012, 18:51 Uhr

Dazu braucht es keinen Black Friday. Das kann man auch wunderbar hier erkennen.^^

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