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25.11.2011

06:29 Uhr

Black Friday in den USA

Shoppen bis die Kreditkarte glüht

VonNils Rüdel

Jobkrise? Unsichere Zukunft? Egal. Am heutigen „Black Friday“ kämpfen wieder Millionen Amerikaner um die größten Schnäppchen. Vom Erfolg der Saison hängt Wohl und Wehe der ganzen US-Wirtschaft ab.

Shop til you drop: Am Black Friday stürzen sich die Amerikaner ins Getümmel. Reuters

Shop til you drop: Am Black Friday stürzen sich die Amerikaner ins Getümmel.

WashingtonDie ersten Vorboten der heraufziehenden Schlacht kamen zu Beginn der Woche. Es war Montagnachmittag, als Tito Hernandez und Christine Orta auf den Parkplatz von Best Buy vorrückten und ihr Feldlager an der strategisch wichtigsten Stelle aufschlugen: neben dem Haupteingang. Von da an hatte der Feind, die erwarteten Tausenden anderen Kunden, praktisch schon verloren.

Das grau-grüne Zelt vor der Filiale des Elektronikriesen in St. Petersburg, Florida, war die Woche über eine kleine Medienattraktion. Was aussah wie „Occupy Best Buy“, war die ultimative Vorbereitung auf den heutigen „Black Friday“, den größten Schnäppchentag des Jahres in Amerika. Das junge Paar wollte unbedingt vor allen anderen die Abteilung mit den Flachbild-Fernsehern erreichen. „Ich interessiere mich für den 42-Zoller und den 55-Zoller“, sagte Orta im lokalen Fernsehen. Den 42er gibt es für schlanke 199,99 Dollar.

Zwar gilt es selbst für amerikanische Verhältnisse als verrückt, sich schon fünf Tage vor der großen Schlacht in Stellung zu bringen. Doch lange Schlangen vor den Ketten und Shopping Malls am Tag nach dem Thanksgiving-Fest haben Tradition. Der Black Friday leitet die heißeste Shopping-Saison des Jahres ein, Kunden kämpfen um irre Schnäppchen, und beim Einzelhandel klingeln die Kassen. 

Trotz hoher Arbeitslosigkeit, unsicherer Lage und eines siechenden Häusermarktes wollen die Amerikaner auch in diesem Jahr wieder einkaufen, bis die Kreditkarte glüht. Der Branchenverband National Retail Federation (NRF) rechnet mit einem kräftigen Plus: 74 Millionen Kunden sollen es in drei Tagen ab dem heutigen Freitag sein, rund ein Drittel aller Konsumenten und 27 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Weitere 77 Millionen wollen sich die Schnäppchen zumindest ansehen und dann spontan entscheiden.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

25.11.2011, 08:40 Uhr

Das was dieser Artikel beschreibt sollte sich jeder der es liesst mal auf der Zunge zergehen lassen.

Genau dieser hemmungslose Konsum zu billigpreißen den sich viele der Schnaeppchenjaeger warscheinlich gar nicht leisten koennen, ist der Grund fuer die amerikanischen Kriege der letzten Jahre.

Sind die geopferten Menschenleben und der Pfad zum Politischen Abgrund den die westlichen Nationen seither beschreiten das wirklich wert?

Wie viele Länder müssen noch "befreit" werden das die Amerikaner weiterhin Sprit sinnlos verbrauchen koennen weil bei ihnen die Gallone 1,50$ kosten muss?

Fred_Kirchheimer

25.11.2011, 09:53 Uhr

Der Artikel fußt auf der durch nichts bewiesenen Behauptung, daß "DIE Amerikaner auch in diesem Jahr wieder einkaufen, bis die Kreditkarte glüht". Fragen Sie erst einmal mindestens 250 Mio. Amerikaner bevor Sie verallgemeinernd von "den Amerikanern" sprechen. Wie stark der Run letztendlich sein wird, zeigt sich doch erst frühestens am Wochenende. Aber ein Journalist kann natürlich nicht warten bis nachvollziehbare Fakten vorliegen, sondern er saugt sich eine Geschichte eben aus den Fingern. Herr Rüdel, wenn das Qualitätsmanagement beim Handelsblatt funktionieren würde, dann wären Sie mit solch einer Leistung arbeitslos aber dann könnten Sie einen authentischen Bericht pinseln und müssten nicht fabulieren.

cashca

25.11.2011, 11:31 Uhr

Konsumidioten.
Genau diese aht man so richtig herangezogen.Haben und haben und wollen wollen- die Lebensperspektive der modernen Zeit. Der Markt heizt alle an .Und die Massen rennen wie eine Schafherde dem Anbieter hinterher, bis sie vor dem Konkurs stehen.Die Kaufsucht hat die Massen erfasst, für viele wie eine Droge.Ja, man muß doch immer mit der Zeit gehen.Was für ein Wahnsinn.

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