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13.06.2013

16:27 Uhr

Börsengang von Coty-Parfüm

Deutscher Milliardärs-Clan macht Kasse

Wer Düfte von Beyoncé, Marc Jacobs oder Jennifer Lopez kauft, der greift zu einem Produkt von Coty. Die Nummer zwei der Branche gehört mehrheitlich der deutschen Familie Reimann. Die hat nun einige Anteile verkauft.

Die Coty-Zentrale in New York: Der Konzern setzte 2012 4,6 Milliarden Dollar um. dpa

Die Coty-Zentrale in New York: Der Konzern setzte 2012 4,6 Milliarden Dollar um.

New YorkDie deutsche Milliardärsfamilie Reimann hat beim Börsengang ihrer Parfümfirma Coty in New York abgesahnt. Sie verkaufte Anteile im Wert von 762 Millionen Dollar (571 Millionen Euro). Coty ist eine Größe in der Branche. Das Unternehmen steckt hinter Düften von Calvin Klein, Davidoff, Madonna, Joop oder Heidi Klum und stellt darüber hinaus Kosmetik und Körperpflegeprodukte her unter Marken wie Manhattan und Adidas. Im vergangenen Geschäftsjahr machte Coty einen Umsatz von 4,6 Milliarden Dollar.

Die Aktien gingen zum Stückpreis von 17,50 Dollar an Investoren, wie Coty am späten Mittwoch (Ortszeit) mitteilte. Damit lag der Preis im angedachten Rahmen. Der Handel mit den Papieren sollte am Donnerstag beginnen. Auch die beiden Geschäftspartner Rhône Capital und Berkshire Partners trennten sich von Anteilen, so dass der Börsengang insgesamt 1 Milliarde Dollar schwer ausfiel. Es ist damit eine der größten Neuemissionen des Jahres an der New York Stock Exchange.

Coty wurde 1904 gegründet, 1992 stiegen die Reimanns ein. 2012 rückte die Parfümfirma kurzzeitig durch den Versuch, den US-Kosmetikkonzern Avon zu übernehmen, ins Licht der Öffentlichkeit. Das Geschäft scheiterte jedoch. Danach forcierten die Reimanns einen Börsengang von Coty. Die Familie wird über ihre Holding JAB allerdings auch weiterhin die Kontrolle über das Unternehmen haben: Sie besitzt dank besonderer Aktien knapp 85 Prozent der Stimmrechte.

Top-10-Kosmetikmarken nach Markenwert

11,8 Milliarden Euro

Olay (Oil of Olaz), USA

7,9 Millarden Dollar

Avon, USA

7,7 Milliarden Dollar

L'Oréal, Frankreich

6,2 Milliarden Dollar

Neutrogena, USA

5,6 Milliarden Dollar

Nivea, Deutschland

5,1 Milliarden Dollar

Lancôme, Frankreich

5 Milliarden Dollar

Dove, Großbritannien

3,7 Milliarden Dollar

Estée Lauder

3,3 Milliarden Dollar

Bioré, Japan

2,9 Milliarden Dollar

Shiseido, Japan

Quelle

Brand Finance / Markenwerte 2012, errechnet u.a. auf Basis von Umsatzerwartungen, Kundenbindung und durchsetzbaren Preisen

Der Börsengang erlaubt der Familie allerdings, langfristig auf einfache Weise bei Coty auszusteigen. Die als verschwiegen geltende Familie lotet immer neue Möglichkeiten aus, ihr Geld anzulegen. Im April kündigten die Reimanns an, den niederländischen Kaffeeröster und Senseo-Hersteller D.E Master Blenders für rund 7,5 Milliarden Euro kaufen zu wollen. Erst am Mittwoch erhielten sie dafür von der EU das nötige wettbewerbsrechtliche Okay.

Die Ursprünge des milliardenschweren Firmenimperiums reichen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Damals bauten Johann Adam Benckiser und Karl Ludwig Reimann in Ludwigshafen eine Chemiefabrik auf. Noch heute hält die Familie eine Minderheitsbeteiligung an dem deutsch-britischen Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser, der die Hautpflege Clearasil, die Haftcreme Kukident oder den Wasserenthärter Calgon herstellt.

Von

dpa

Kommentare (4)

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chcaesar

13.06.2013, 18:51 Uhr

Sorry, aber wie können Sie nur so eine Überschrift für Ihre Geschichte auswählen? Hier ist eine erfolgreiche und mutige Unternehmerfamilie, die Sie als 'Milliardärs-Clan' bezeichnen, der 'Kasse macht' - hat hier Herr Trittin oder Frau Wagenknecht die Formulierung übernommen oder gibt es Neidkultur nun auch in Ihren Reihen? BG Christoph Caesar

Account gelöscht!

13.06.2013, 19:56 Uhr

Danke !
Ich stimme Ihnen voll und ganz zu.
Aber neuerdings räumt man linksradikalen Sozialisten wie Wagenknecht ja auch Platz für einen Gastbeitrag frei.

Account gelöscht!

13.06.2013, 21:33 Uhr

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Kommentar:
Herr Stock, ihre Redakteure sollten auch bei der Wahl ihrer Überschriften fair bleiben.

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