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15.01.2007

10:13 Uhr

Bondi wertet Einigung als Erfolg

Deloitte zahlt 150 Millionen Dollar an Parmalat

Im Streit um den Bilanzskandal beim italienischen Milchkonzern Parmalat haben sich das Unternehmen und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche auf die Zahlung von 149 Mill. Dollar geeinigt. Das gaben Deloitte und Parmalat gemeinsam bekannt.

MAILAND. Mit dem Abkommen beenden die beiden Seiten einen jahrelangen Rechtsstreit außergerichtlich. Deloitte wird die Summe teilweise auch in Form von Dienstleistungen für Parmalat erbringen.

Für den ehemaligen Zwangsverwalter und heutigen Vorstandsvorsitzenden Enrico Bondi ist die Einigung mit Deloitte ein weiterer Erfolg. Parmalat war 2004 unter der Last eines milliardenschweren Betrugs zusammengebrochen. Ein weltweites Netz von Scheinfirmen und Finanzvehikeln hatte die verheerende Lage bis zuletzt vertuscht. Seit diesem größten Bilanzskandal der italienischen Geschichte verklagt Bondi die beteiligten Banken und Wirtschaftsprüfer auf Schadensersatz. Er wirft ihnen vor, von der desaströsen Lage gewusst zu haben und das Unternehmen wider besseres Wissen weiter finanziert beziehungsweise die Geschäftsberichte abgesegnet zu haben. Bondi hatte sich bereits mit vier beteiligten Banken geeinigt. Die Banca Nazionale del Lavoro zahlt 112 Mill. Euro an Parmalat, weitere 155 Mill. Euro zahlt die US-Bank Morgan Stanley, die Banca-Intesa-Tochter Nextra 160 Mill. Euro und die Banca Popolare Italiana 72 Mill. Euro.

Offen sind noch die Forderungen gegen Citigroup, Bank of America, Deutsche Bank und gegen den Wirtschaftsprüfer Grant Thornton International. Auch die Forderungen der ehemaligen Aktionäre und Anleihebesitzer, die gegen die Banken und Wirtschaftsprüfer klagen, sind noch offen. Parmalat ist im September 2005 mit neuen Aktien an die Börse zurückgekehrt. In den ersten Monaten hatte die Aktie rund ein Drittel ihres Wertes verloren. Doch seit einem halben Jahr legt die Aktie deutlich zu und hat in den vergangenen Wochen ihren bisher höchsten Wert erreicht.

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