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27.12.2016

09:47 Uhr

Booking, Expedia, HRS

Hotel-Schnäppchen mit Fallen

VonChristoph Schlautmann

Wo lauern bei Übernachtungsportalen wie Booking oder Expedia heimliche Preisfallen? Eine Beratungsfirma hat jetzt fürs Handelsblatt ermittelt, wo es sich am günstigsten buchen lässt – und wem am ehesten zu trauen ist.

Mit einem Mausklick eine Reise buchen. Doch Vorsicht: Auf Online-Buchungsportale lauern Fallen. Imago

Booking, Expedia, HRS

Mit einem Mausklick eine Reise buchen. Doch Vorsicht: Auf Online-Buchungsportale lauern Fallen.

DüsseldorfEin Kurztrip über die Feiertage nach Paris? Ein luxuriöses Skihotel in den Alpen? Eine günstige Unterkunft für die nächste Messe? Schnäppchenjäger verlassen sich beim Stöbern nach preiswerten Übernachtungsmöglichkeiten zunehmend auf die Hilfe von Hotelportalen, die mit wenigen Klicks das – hoffentlich – gewünschte Ergebnis bringen.

Hinter den Reiseveranstalter und Reisebüros liegt ein schwieriges Jahr. Sie haben laut des Deutschen Reiseverbands durch die Verunsicherung nach Anschlägen 2016 voraussichtlich drei bis vier Prozent an Umsatz eingebüßt. Unter anderem, weil häufiger leicht erreichbare Reiseziele in Österreich und Deutschland gewählt wurden, wo der Urlaub selbst organisiert werden kann. Den stärksten Einbruch registrierte die Branche bei Türkei-Reisen. Dort sank die Zahl der deutschen Gäste den Angaben zufolge voraussichtlich um rund zwei Millionen. 2015 waren es noch 5,6 Millionen Gäste gewesen.

Fast ein Drittel aller Übernachtungen buchen Deutsche inzwischen über virtuelle Internet-Katalog – mehr als bei den Hotels direkt. Schließlich sorgen Online-Anbieter wie Booking.com, HRS oder Expedia für Preistransparenz, präsentieren die Leistungen der Hotels meist anschaulich und ermöglichen eine bequeme Zahlungsabwicklung.

Allein: Um die Vergleichbarkeit untereinander nicht allzu groß werden zu lassen, setzen die Portale selbst auf clevere Tricks. „Nur noch ein Zimmer auf unserer Seite verfügbar“, drängt Marktführer Booking gerne zum übereilten Abschluss. Versprechen wie „47 Prozent Rabatt“ sollen den Klick auf andere Portale unterbinden. Und wer zweifelt schon an der Unschlagbarkeit des Zimmerpreises, wenn der Hotelvermittler HRS ein herausgeselltes Angebot als „Hot“ empfiehlt?

Dass der Vergleich zwischen den Portalen Geld und Ärger sparen kann, hat die Vielfliegerberatung First Class & More des ehemaligen McKinsey- und Boston-Consulting-Beraters Alexander Koenig fürs Handelsblatt herausgefunden. Eine überraschende Erkenntnis dabei: Selbst Metasuchmaschinen wie Trivago, Momondo oder Kayak, die für jedes Hotel die Ergebnisse gleich mehrerer Portale präsentieren, bieten mitunter keine sichere Entscheidungshilfe.

„Nicht immer ist das günstigste Portal die beste Option“, sagt Koenig. „Manchmal lohnt es sich, ein etwas teureres Portal auszuwählen.“ Kostenfreie Stornierungen, andere Zimmerkategorien, inkludiertes Frühstück oder auch die Stabilität von Portalen würden beim Preisranking nämlich nicht berücksichtigt.

„Zudem versuchen manche Portale mithilfe versteckter Kostenfallen, die Nutzer abzuzocken“, warnt Koenig. Wo sich die Buchung am Ende wirklich lohnt und wo sowohl Preis als auch Qualität des Portals stimmen, hat First Class & More deshalb gründlich untersucht – und dabei die 20 beliebtesten Hotelbuchungsportale unter die Lupe genommen.

Untersucht wurden auch die Portale Ab-in-den-urlaub.de, Hotelreservierung.de und Kurz-mal-weg.de, die zur Unister-Holding gehören. Trotz der Pleite und der Übernahme durch den tschechischen Investor Rockaway Capital wurden die Gruppe einem Check unterzogen, weil viele Urlauber die Portale weiterhin nutzen. Da die Zukunft der drei Buchungs-Plattformen immer noch ungewiss ist, zeigt sich Koenig, was langfristige Reisebuchungen angeht, skeptisch.

Bewertet wurden neun Kategorien, wobei der Preis mit einer Gewichtung von 30 Prozent den Schwerpunkt bildete. 20 Hotels pickte First Class & More auf der ganzen Welt heraus, um die Preisstruktur der Hotelbuchungsportale zu untersuchen. Verglichen wurden dabei Nobelherbergen wie das Peninsula Paris oder das Raffles Praslin auf den Seychellen, aber auch günstigere Luxushotels wie das Nixe Palace Mallorca oder das Berliner Swissôtel Kurfürstendamm. Die Prüfer schauten genau hin, ob es sich bei dem angezeigten Preis tatsächlich um den Endpreis handelte oder die Nutzer am Schluss von zusätzlichen versteckten Kosten, wie etwa Steuern, überrascht wurden.

Zudem bewertete die Studie Suchangaben, Filtermöglichkeiten und die Qualität von Hotelinformationen. Hinzu kam die Anzahl der notwendigen Buchungsschritte, der Service, aber auch die Kundenbindung durch Bonusprogramme.

Kommentare (1)

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Julia von DreamCheaper.com

28.12.2016, 10:00 Uhr

Wir haben 2016 allein einige tausend Hotelbuchungen umgebucht - und können die ermittelte Rangfolge in keiner Weise bestätigen. 20 Hotels an einem einzigen Tag zu vergleichen ist alles andere als repräsentativ.Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 
 

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