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16.01.2012

09:28 Uhr

Branche mit „Suchtfaktor“

Der Kreuzfahrtmarkt rüstet auf

VonEberhard Krummheuer, Claudia Schumacher

Das verstaubte Image hat die Kreuzfahrtbranche längst abgelegt. Die attraktiveren Angebote bringen nun jede Menge Nachholbedarf mit sich. Die Reedereien haben das enorme Potenzial längst begriffen - und rüsten auf.

Die neue „Disney Fantasy“  der Disney Cruise Line soll Ende Januar in die Nordsee überführt werden. dpa

Die neue „Disney Fantasy“ der Disney Cruise Line soll Ende Januar in die Nordsee überführt werden.

DüsseldorfDer Kreuzfahrtmarkt wird von zwei großen amerikanischen Reedereien dominiert. Costa gehört genau wie die deutsche Aida zur Carnival-Gruppe. Ihr weltweiter Marktanteil beträgt mehr als 50 Prozent. Danach folgt Royal Carribean, ebenfalls ein US-Unternehmen, mit mehr als 25 Prozent. Tui Cruises, einer der großen deutschen Anbieter, ist ein Gemeinschaftsunternehmen jener Royal Caribbean und des deutschen Reisekonzerns Tui.

Die Bedeutung der Kreuzfahrten für den deutschen Tourismus wächst seit Jahren. 2010 trugen sie laut Angaben des Deutschen Reiseverbandes 11,7 Prozent zum Gesamtumsatz des Veranstaltermarktes bei – Tendenz steigend. Die Veranstalter von Hochseekreuzfahrten erwirtschafteten mehr als zwei Milliarden Euro Umsatz, ein Plus von 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bei den Flusskreuzfahrten ist es sogar noch mehr. Ein Umsatz von 471,6 Millionen Euro bedeutet ein Plus von 11,3 Prozent. Endgültige Zahlen für 2011 liegen noch nicht vor, doch es ist klar: Der Boom hat sich fortgesetzt.

Auch die Passagierzahlen steigen. Mehr als 1,8 Millionen Deutsche haben 2011 eine Kreuzfahrt gebucht, die Wachstumsraten sind auch hier zweistellig. Aus Sicht des deutschen Marktes hätten Kreuzfahrten ein enormes Potenzial und einen hohen „Suchtfaktor“, sagte Sebastian Ahrens, Chef der Hapag-Lloyd-Kreuzfahrten, dem Handelsblatt. Grund für diesen Optimismus ist auch der Nachholbedarf. Erst 1,5 Prozent der Deutschen machen Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff; in Großbritannien sind es bereits drei, in den USA fünf Prozent.

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