Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.04.2006

13:04 Uhr

Branchenkonsolidierung

Weitere US-Börse hat an LSE Interesse

Der zunehmende Konsolidierungsdruck in der Branche bewegt nun offenbar auch die weltgrößte Börse New York Stock Exchange (NYSE) dazu, sich um Übernahmen und strategische Allianzen zu bemühen.

HB LONDON/NEW YORK. Nachdem die NYSE jüngst mitgeteilt hatte, sich in Gesprächen mit verschiedenen Beteiligten zu befinden, verlautete am Wochenende aus mit der Sache vertrauten Kreisen, einer dieser Verhandlungspartner sei die umworbene Londoner Börse LSE. Beide Marktbetreiber lehnten Stellungnahmen dazu ab. Erst vor wenigen Tagen war die US-Technologiebörse Nasdaq als größter Aktionär bei der LSE eingestiegen und hatte dies als „strategischen Kauf“ bezeichnet.

Die NYSE hatte in ihrem am Freitag veröffentlichten Schreiben an die US-Regulierungsbehörde SEC kaum Details genannt. Sie erklärte lediglich, noch gebe es trotz anhaltender Gespräche keine konkreten Ergebnisse oder Vereinbarungen. Auf potenzielle Gelegenheiten müsse aber schnell reagiert werden, daher sei jederzeit mit einer Entscheidung zu rechnen. Die Börse begründete das jüngste Vorgehen damit, dass der Wettbewerbsdruck zuletzt deutlich zugenommen habe.

Die Erklärung der NYSE kam nur wenige Tage, nachdem die Nasdaq eine knapp 15-prozentige Beteiligung an der LSE für rund 780 Millionen Dollar erworben hatte. Erst Ende März hatte sie ihr komplettes Übernahmeangebot für die LSE noch überraschend zurückgezogen, jedoch erklärt, sich eine neue Offerte offen zu halten - unter anderem dann, wenn ein neuer Bieter auf den Plan treten würde. Analysten zufolge hat sich die Nasdaq mit ihrem jüngsten Einstieg bei der LSE nun einen Vorteil verschafft, sollte es tatsächlich zu einer Übernahmeschlacht um die traditionsreiche britische Institution kommen. „Die Nasdaq hat sich mit ihrem Anteil wieder ins Spiel gebracht“, sagte etwa Richard Repetto von Sandler O'Neill. Generell hatte die jüngste Entwicklung Experten zufolge den Druck in der Branche erhöht, enger zusammenzurücken.

Von der mit der NYSE-Angelegenheit vertrauten Person gab es am Samstag zunächst keine weiteren Details zu den Gesprächen mit der LSE. Am Markt wird allerdings seit längerem spekuliert, dass die NYSE für die LSE bieten könnte. Auch die in Amsterdam ansässige Vierländerbörse Euronext oder die Deutsche Börse in Frankfurt gelten als Ziel. Die LSE selbst hatte zuletzt betont, als eigenständiges Unternehmen starke Wachstumsaussichten zu haben. Dennoch prüfe sie, wie für ihre Aktionäre noch mehr Wert geschöpft werden könnte. Dazu würden auch Gespräche mit anderen großen Börsen zählen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×