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06.06.2017

04:32 Uhr

Branchentreffen in Cancun

Airlines werden zuversichtlicher

Die Fluggesellschaften rechnen dank eines unerwartet hohen Aufkommens an Fluggästen wieder mit besseren Geschäften. Auch Lufthansa-Chef Spohr zeigt sich optimistischer. Sorgen bereiten vor allem politische Risiken.

Die Fluggesellschaften blicken zwar optimistischer auf das laufende Jahr, doch herrscht Unsicherheit über politische Risiken - vor allem ausgelöst durch den neuen US-Präsidenten Donald Trump. dapd

China Airlines

Die Fluggesellschaften blicken zwar optimistischer auf das laufende Jahr, doch herrscht Unsicherheit über politische Risiken - vor allem ausgelöst durch den neuen US-Präsidenten Donald Trump.

CancunDie internationale Luftfahrtbranche blickt wieder etwas zuversichtlicher auf das laufende Geschäftsjahr. Der Gewinn dürfte 2017 weltweit 31,4 Milliarden Dollar (27,9 Milliarden Euro) erreichen, teilte der Branchenverband International Air Transport Association (IATA) am Montag beim Jahrestreffen in Cancun mit. Vergangenen Dezember hatte die Prognose noch um 1,6 Milliarden Dollar niedriger gelegen. Allerdings liegt die neue Schätzung immer noch fast zehn Prozent unter den 34,8 Milliarden Dollar im Vorjahr, als niedrige Kerosinpreise für kräftigen Rückenwind gesorgt hatten.

Auch bei der Lufthansa entwickelt sich nach Aussagen von Konzernchef Carsten Spohr die Nachfrage besser als erwartet. „Wir werden jede Woche optimistischer was die Nachfrage betrifft, besonders aus den USA und Asien“, sagte Spohr am Rande des Treffens. Die Prognose des Konzerns bekräftigte er. Das bereinigte Ebit dürfte 2017 leicht unter dem Wert des Vorjahres von 1,75 Milliarden Euro liegen.

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Spohr erteilte einem Kauf von Alitalia erneut eine Absage. Sollten jedoch Flugzeuge des krisengeplagten Rivalen zum Verkauf stehen, würde die Lufthansa sich diese anschauen und die Kapazitäten nach Italien über die Billigtochter Eurowings möglicherweise ausbauen.

Für Ungewissheit bei der Geschäftsprognose sorgt jedoch die weiterhin drohende Ausweitung eines Laptop-Verbots auf Flügen von Europa in die USA. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump erwägt diesen Schritt und begründet dies mit der Gefahr von Anschlägen. Terroristen sollen Wege gefunden haben, Sprengstoff in solchen Geräten an Bord zu schmuggeln. Die Airlines fürchten erhebliche Geschäftseinbußen und rätseln bislang noch, warum die bisherigen Sicherheitskontrollen an den Flughäfen nicht ausreichen sollen.

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Auch an der Aufkündigung des Pariser Klimaschutzpakts durch die Trump-Administration übte die IATA Kritik und rief die Regierungen dazu auf, sich weiter für nachhaltigen Flugverkehr einzusetzen. An den Klimaschutzzielen der Branche ändere sich nichts.

Der Verband ist zudem besorgt über freihandelsfeindliche Tendenzen. Protektionismus stelle eine Bedrohung für die Industrie dar, warnte Generalsekretär Alexandre de Juniac. Die IATA vertritt 275 Fluggesellschaften, die rund 83 Prozent des weltweiten Luftverkehrs ausmachen.

Von

dpa

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