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15.09.2014

09:55 Uhr

Brauereien

SABMiller kämpft um Heineken

Die Zahl großer globaler Bierkonzerne könnte von vier auf drei schrumpfen. SABMiller will den holländischen Konkurrenten Heineken kaufen. Es wäre der nächste Schritt im großen Brauerei-Monopoly.

In Deutschland spielt Heineken eine untergeordnete Rolle, doch die holländische Biermarke ist global erfolgreich. Reuters

In Deutschland spielt Heineken eine untergeordnete Rolle, doch die holländische Biermarke ist global erfolgreich.

London/AmsterdamBehalten die Niederlande ihre globale Biermarke? Die Frage steht im Raum, seitdem der Heineken-Konzern am Montagmorgen bestätigt hat, ein Übernahmeangebot des Brauereiriesen SABMiller erhalten zu haben. Wie hoch das Angebot des südafrikanisch-amerikanischen Konzerns war, teilten die Firmen nicht mit. Was vor einer Übernahme schützen kann, ist die Firmenstruktur des niederländischen Unternehmens: Etwas mehr als 50 Prozent der Firma liegen in den Händen der Familien Heineken und Hoyer.

Es ist eine Schlacht der Giganten, die sich abspielt: Heineken ist die drittgrößte Brauerei der Welt, SABMiller die Nummer zwei. In der offiziellen Stellungnahme haben die Niederländer die Idee vom noch größeren Brauriesen zurückgewiesen. Die Heineken-Familie habe SABMiller informiert, dass „das Erbe und die Identität von Heineken als unabhängige Firma“ erhalten werden sollen. Heineken ist an der Börse 34 Milliarden Euro wert, SABMiller knapp 70 Milliarden Euro. Weltmarktführer ist Anheuser-Busch InBev. Im Konzert der ganz Großen spielt sonst nur noch der dänische Carlsberg-Konzern mit.

Die Heineken-Aktie reagierte am Montagmorgen mit einem satten Kursplus von 4,3 Prozent auf die Nachricht und notierte in Amsterdam bei zwischenzeitlich 61,98 Euro. Rivale SABMiller legte in London sogar um 6,2 Prozent auf 3617,5 Pence zu.

Die größten Bierbrauer weltweit

Platz 10

BGI / Groupe Castel (Frankreich)

Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks. Insbesondere in Afrika sind die Franzosen mit ihren Marken Castel und Flag gut aufgestellt.

Ausstoß (Mio. hl): 29,8

*Quelle: Barth-Haas Group/Statista, alle Zahlen für 2015

Platz 9

Kirin (Japan)

Die Japaner haben durchaus Sinn für ausgefallene Bierkreationen, entwarfen vor wenigen Jahren ein Frozen Beer. Obwohl die Brauerei, die zum Industriekonglomerat Mitsubishi gehört, ihre Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt vor zehn Jahren an Asahi abtreten musste, ist sie global führend.

Ausstoß (Mio. hl): 43,1

Platz 8

Beijing Yanjing Beer Company (China)

Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

Ausstoß (Mio. hl): 48,3

Platz 7

Molson-Coors (USA/Kanada)

Die Erfinder des Dosenbiers sind auch international längst eine Größe. 2012 übernahm das Unternehmen die tschechische Brauereigruppe StarBev, zu der auch Staropramen gehört. Dadurch gehören die Amerikaner vor allem in Osteuropa zu den führenden Brauern.

Ausstoß (Mio. hl): 58,1

Platz 6

Tsingtao Brewery (China)

Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

Ausstoß (Mio. hl): 70,5

Platz 5

China Resource Brewery (China)

Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“ für den chinesischen Markt. Und das durchaus erfolgreich. Wächst die Marke weiter wie bisher, dürfte bald im Ranking aufsteigen.

Ausstoß (Mio. hl): 117,4

Platz 4

Carlsberg (Dänemark)

Die Dänen haben sich längst von einer regionalen Marke zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

Ausstoß (Mio. hl): 120,3

Platz 3

Heineken (Niederlande)

Die Welt trinkt Heineken, möchte man meinen. Die Marke hat sich international längst etabliert. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.

Ausstoß (Mio. hl): 188,3

Platz 2

SAB Miller (Vereinigtes Königreich)

Die britische Brauerei ist berühmt-berüchtigt für das „Miller“. Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt.

Ausstoß (Mio. hl): 191,3

Platz 1

Anheuser-Busch Inbev NV/ SA (Belgien)

Der amerikanisch-belgisch-brasilianische Brauriese kann seinen Marktenteil sogar weiter steigern. Mittlerweile stammt jedes fünfte Bier, das weltweit verkauft wird, aus dem Konzern. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's.

Ausstoß (Mio. Hektoliter): 409,9

In der Brauerei-Branche tobt seit vielen Jahren eine Fusionswelle. Der globale Marktführer AB InBev („Budweiser“, „Becks“) hat in den vergangenen zehn Jahren fast 100 Milliarden Dollar in Zukäufe von Corona bis Budweiser investiert. SABMiller ist quasi im Gleichschritt durch viele Fusionen gewachsen. Ein Kauf von Heineken würde vor allem in Schwellenländern zu einer stärkeren Position verhelfen.

Das Kaufangebot folgt laut der Nachrichtenagentur Bloomberg auch immer wieder geäußerten Gerüchten, dass SABMiller selbst von AB InBev geschluckt werden könnte. Allerdings könnte ein solcher Zusammenschluss vor allem in den USA auf Widerstand bei Kartellbehörden stoßen. AB InBev hat in den Vereinigten Staaten einen Marktanteil von 46 Prozent, SABMiller („Miller“, „Coors“) von 28 Prozent. Heineken kommt in den USA auf vier Prozent.

Auch ein Zusammenschluss von Heineken und SABMiller müsste wohl von Teilverkäufen begleitet werden, um das grüne Licht der Kartellwächter zu erhalten. Heineken besitzt vier der zehnt größten Premium-Biermarken der Welt, darunter etwa auch Amstel.

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