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23.01.2008

15:16 Uhr

Briefdienstleister gibt nach

Pin zahlt Mindestlohn

Der angeschlagene Briefdienstleister Pin Group beugt sich den Lohnvorgaben für die Branche. "Wir haben uns entschieden, unseren Geschäftsführern zu empfehlen, den gesetzlichen Mindestlohn zu zahlen", sagte Vorstandschef Horst Piepenburg am Mittwoch in Köln. Das hat aber nicht nur angenehme Folgen.

HB KÖLN. Denn auch deshalb müssten weitere Tochterfirmen des Konkurrenten der Deutschen Post Insolvenz anmelden, bis Ende der Woche allein 19, erläuterte Piepenburg. Damit erhöhe sich die Zahl der insolventen Pin-Gesellschaften auf 37. Das sei die Hälfte aller Tochterfirmen. In diesen seien 7000 Mitarbeiter beschäftigt, etwa zwei Drittel der Gesamtbelegschaft.

Weitere Insolvenzen schloss der Sanierungsexperte nicht aus: Berücksichtigt seien alle Gesellschaften, die im Januar und Februar ihre Verbindlichkeiten nicht zahlen könnten.

Piepenburg hatte von Mehrkosten von bis zu 45 Mill. Euro durch den Mindestlohn gesprochen. Ein Großteil der Belastung werde durch die Zahlung des Insolvenzgelds aufgefangen, sagte er. Bei einer Insolvenz zahlt die Bundesagentur für Arbeit bis zu drei Monate das Gehalt weiter, danach ist die Gesellschaft wieder dran.

Der Verlag Axel Springer hält die Mehrheit an Pin, hatte aber die Finanzierung eingestellt, weil das Parlament die Einführung des Mindestlohns beschlossen hatte. Nur mit neuen Investoren könne das Überleben von Pin gesichert werden, sagte Piepenburg . "Wir haben einen kleineren Kreis zusammengestellt, den wir für geeignet halten", ergänzte der Sanierungsspezialist. Mitte Februar sollten die Ergebnisse präsentiert werden.

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